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Gas an Bord

Praxistipps für Reise & Charter

Gas an Bord


Was Sauberkeit, Effektivität und leichte Bedienung an Bord angeht, gibt es zu Gas keine Alternativen. Die notwendige Sorgfalt aber ist unabdingbar, besonders wenn auf ausländischen Yachten andere, sprich weniger strenge Vorschriften als auf deutschen Yachten gelten.

Verbindliche EU-Normen
Im Zuge der EU-Harmonisierung wurden verbindliche Normen für Flüssiggasanlagen auf Sportbooten erarbeitet und in der ISO 10239 defi­niert. Das bedeutet auch für den Char­tersegler, dass er europaweit vom fach­gerechten Einbau der Gasanlage auf seinem Charterschiff ausgehen kann. Weitere Wartungen und eventuelle Wiederholungsprüfungen sind natio­nal geregelt, so dass die Chartercrew beim Eincheck und beim Betrieb Sorg­falt walten lassen sollte.

Kontrolle des Gaskastens
Das beginnt mit der Inspektion des Gaskastens. Kontrollieren Sie den freien Ablauf bis zum Bordaustritt. Im Fall einer Leckage muss Gas ungehin­dert ablaufen können. Prüfen Sie den festen - gesicherten - Stand der Fla­schen im Kasten. Ständiges Scheuern bei Lage oder Schamfilen des Reglers am Lukendeckel kann den Sitz des Druckreglers beeinträchtigen und Gas­austritt zur Folge haben. Der Druckreg­ler, der auf 30 oder 50 mbar herunterregelt, muss fest sitzen. Seine Funktionstüch­tigkeit wird durch einen roten - oft auch gelben - Plastiknippel angezeigt.

Gasfernschalter
Zwar soll nach Gebrauch immer das Ventil auf der Flasche ge­schlossen werden, doch wer macht das schon? Eine optimale Lösung sind Gasfernschalter, die auch immer mehr auf Charteryachten eingesetzt wer­den. Mit ihrer Hilfe ist die Flasche von der Kombüse aus zu öffnen oder zu schließen. Dank eines Magnetventils brennt dabei die Rohrleitung leer, bevor das Gas am Herd abgedreht wird.

Gasschnellschieber benutzen!
Die Verbraucher - Kocher, Back­ofen, Raum- oder Wasserheizung - müssen über eine thermoelektrische oder gleichwertige Zündsicherung verfügen. Das bedeutet, dass beim Erlöschen der Flamme durch Windzug oder überschwappendes Wasser die Gaszufuhr automatisch gestoppt wird. Da es bei Beschädigungen des Dreh­knopfes hier zu Funktionsstörungen kommen kann, muss dieser "Not­stopp" überprüft werden. Grundsätzlich findet man auf Charteryachten Gasschnellschie­ber, die meistens unmittelbar vor dem Kocher oder Herd - eben leicht zu­gänglich - installiert sind. Die konsequente Bedienung des Gasschnellschiebers oder Sperrventils ist ein absolutes "Muss" nach jeder Kocher­bedienung. So wird zumindest ungewoll­ter Gasaustritt am ggf. schadhaften Kocher vermieden.

Auf Nummer sicher
Wer auf Nummer sicher geht, schließt die Zufuhr direkt an der Flasche und lässt die Flamme am Herd ausbren­nen. So ist auch die Leitung geleert. Zwar können Fehlerquellen auch vor dieser Abschaltung zu finden sein, dennoch sollte der Schieber konse­quent bedient werden. Und bevor sich die Crew nach ausgiebigem Abendes­sen zur Nachtruhe begibt, sollte die Mannschaft für das Thema "Gas" der­art sensibilisiert sein, dass ein Crew­mitglied den Spindelverschluss an der Flasche schließt. Besteht der Verdacht einer Leckage, ist von eigenen Repara­turen an der Flüssiggasanlage drin­gend abzuraten. Vorbereitend können aber Leitungen und Verbindungen mit Seifenwasser abgewischt werden, um das Leck örtlich zu definieren.

Quelle: Charter Horizonte

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