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Matchrace als «Mischung aus Schach und Boxen auf dem Wasser»

Match Race - Der spannende Zweikampf Yacht gegen Yacht

Matchrace als «Mischung aus Schach und Boxen auf dem Wasser»


Der America's Cup hat die Segeldisziplin Matchrace erst populär gemacht. Zwar wurde bei seiner Premiere 1851 noch ein Flottenrennen ausgetragen, doch seit seiner dritten Auflage 1871 geht es in Duellen Boot gegen Boot um die verschnörkelte Silberkanne. In einem Matchrace sind jeweils nur zwei Boote auf dem Kurs. «Es ist eine Mischung aus Schach und Boxen auf dem Wasser», erklärt Alinghis Sportdirektor und Titelverteidiger Jochen Schümann.

Startphase entscheidend
Schon die elf Minuten lange Startsequenz kann in den Duellen die Vorentscheidung über ein Rennen bringen. Hier bemühen sich die Kontrahenten unter Ausnutzung des komplizierten Regelwerks um die beste Ausgangsposition. Denn: In mehr als 70 Prozent der Fälle gewinnt die Yacht das Rennen, die vor der anderen die Startlinie überquert.



«Strafkringel» bei Regelverstoß
Gleichzeitig versuchen die Teams in der umkämpften Startphase, ihren Gegner zu einer Regelwidrigkeit zu provozieren oder gar zu zwingen. Die Duelle werden von Schiedsrichtern auf dem Wasser, den «Umpires», beobachtet. In Protestfällen entscheiden die Schiedsrichter direkt, ob ein Verstoß vorliegt, und bestrafen die Mannschaft, die sich regelwidrig verhalten hat, mit einem «Strafkringel», auch Penalty genannt. So eine Strafe kann eine Mannschaft je nach Windstärke 15 bis 30 Sekunden kosten eine kleine Ewigkeit in der Welt des America's Cup.

Der Kopf segelt mit
Matchrace ist eine Disziplin für Segler mit klugen Köpfen. Schümann erklärt: «Das Wort Killerinstinkt klingt vielleicht hart, aber Du musst die wenigen Gelegenheiten nutzen, die sich bieten, um den Sieg sicherzustellen. Beim Boxen gehen die Fäuste auch nie runter. Tun sie es doch einmal, musst du zuschlagen.»

Wer gewinnt?
Sieger eines Matchrace-Duells ist das Team, das die Ziellinie vor dem anderen überquert. Die gesegelte Zeit spielt dabei keine Rolle. Ebenso wenig die Zeitdifferenz zwischen Sieger und Verlierer. Eine Einschränkung aber gibt es: Wird das von der Wettfahrtleitung vorgeschriebene Zeitlimit für jeweils einen der vier Kursabschnitte bei zu leichten Winden von der führenden Yacht überschritten, dann muss das Match abgebrochen und wiederholt werden.

Quelle: dpa

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