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Zurück in die Zukunft: Der 32. America's Cup erobert Europa
America's Cup 2007
Zurück in die Zukunft: Der 32. America's Cup erobert Europa

Schillernde Persönlichkeiten, Millionen-Budgets, Spionage-Affären, Hochtechnologie und die besten Segelteams der Welt - das ist der Stoff, aus dem America's-Cup-Träume seit der Premiere gemacht sind. Am 22. August 1851 startete die US-Yacht America gegen 14 britische Boote in ein Rennen um die Isle of Wight im Süden Englands. Sie gewann vor den Augen der prominentesten Zuschauerin, Queen Victoria. Um Kompensation bemüht, soll die enttäuschte First Lady gefragt haben: Und wer wurde Zweiter? Sie bekam die berühmte Antwort, die auch 156 Jahre nach der Premiere im America's Cup unbarmherzige Gültigkeit hat: «Eure Hoheit, es gibt keinen Zweiten!»
Wie kam der Cup zu seinem Namen?
Die Amerikaner brachten die berühmte Silberkanne nach Hause und legten in einer Stiftungsurkunde die Rahmenbedingungen für zukünftige Rennen um das Beutestück fest. Die Wichtigste: Der Cup solle auf ewig zu einem Herausforderer-Cup für den freundschaftlichen Wettbewerb zwischen Nationen werden. Mit diesen Sätzen war die viel zitierte, immer wieder neu interpretierte und oft umstrittene «Deed of Gift» - die Stiftungs- urkunde - geboren. Darin war der Cup namenlos. Weil er aber vom Schoner America gewonnen wurde, nannte man ihn fortan America's Cup.

156 Jahre in amerikanischem Händen
Lange sprach der Lauf der Geschichte für diesen Namen, denn in 156 Jahren und insgesamt 31 Cup-Auflagen konnten amerikanische Teams das Objekt ihrer Begierde 27 Mal gewinnen. Als Seriensieger hält der New York Yacht Club einen in der Sportgeschichte einzigartigen Rekord: Die heute auf Grund der notwendigen Millionen-Budgets spaßeshalber bodenlose Kanne genannte Trophäe war von 1851 bis 1983 ohne Unterbrechung 132 Jahre lang im Besitz des prominenten Vereins. Daran konnten auch enthusiastische Herausforderer wie Teebaron Sir Thomas Lipton, Lord Dunraven oder T.O.M. Sopwith nichts ändern.

1983 kam «Big Dennis»
Erst 1983 musste sich Dennis Conner, der mit vier Cup-Siegen bis heute den Rekord hält, mit seiner Liberty der Australia II geschlagen geben. Doch «Big Dennis» holte sich den Cup mit seiner Stars and Stripes, rund 16 Millionen US-Dollar Budget und NASA-Unterstützung schon bei der darauf folgenden Auflage 1987 aus Down Under zurück. Eine neue Ära begann, als Neuseeland als zweite nicht-amerikanische Nation 1995 triumphierte und den Cup fünf Jahre später in eigenen Gewässern unter Leitung des 2001 von Piraten im Amazonas ermordeten Sir Peter Blake und Skipper Russell Coutts erfolgreich verteidigte.

Alinghi holte den Cup nach Europa
Mit dem Wechsel von Coutts und einigen der besten neuseeländischen Segler zu Ernesto Bertarellis Schweizer Dream Team Alinghi wurde der Niedergang der «Kiwis» im Jahr 2000 eingeläutet. Alinghi kam, sah und besiegte Neuseeland am 2. März 2003 im 31. Match um den Cup 5:0. Als Sportdirektor und Stratege an Bord gewann Jochen Schümann mit Alinghi als erster Deutscher den Cup. Die Schweizer brachten die begehrteste Trophäe des Segelsports erstmals seit 1851 nach Europa zurück.
Valencia wurde Austragungsort
Mangels eines passenden Segelreviers in der Schweiz fiel die Wahl nach internationaler Ausschreibung auf Valencia als Austragungsort. Unter den elf Herausforderern aus neun Ländern und Verteidiger Alinghi mit Budgets von insgesamt rund 700 Millionen Euro ist bei der 32. Cup-Auflage erstmals auch eine deutsche Mannschaft am Start. Der dänische Doppel-Olympiasieger Jesper Bank ist Skipper und sportlicher Leiter des Projekts mit einem Etat von rund 50 Millionen Euro, das von Internet-Unternehmer Ralph Dommermuth finanziert wird.
Quelle: dpa
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