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Auf den Spuren von Christoph Kolumbus in der Karibik</04.07>
Reviere weltweit
Auf den Spuren von Christoph Kolumbus in der Karibik

Die wilden Kerle sind ruhiger geworden - die Inseln der Leewards und Windwards auch - Mit dem größen Vollschiff der Welt auf den Spuren von Christoph Kolumbus in der Karibik
Es ist Sonntag.
Der wilde Kerl steht an Deck und hält angestrengt Ausschau. Verwegen sieht er aus mit seinem schmuddeligen Hemd und seinem zerzausten Haar. Die Sonne brennt umbarmherzig vom Himmel. Die Segel blähen sich im Wind. Endlich. Land am Horizont. Er bedeutet den anderen wilden Kerlen an Bord, darauf zuzuhalten. Langsam mutiert das verschwommene Grau zu sattem Grün, ein Eiland, das sich stolz aus dem türkisblauen Wasser emporhebt. Der wilde Kerl registriert es mit Genugtuung. Doch er hat keine Zeit, an Land zu gehen. Er hat noch viel vor. Aber ein Name für dieses Eiland muss noch her. Was für ein Wochentag? Sonntag - Domingo. Dominica soll sie heißen. Für Kolumbus, so heißt es, wäre Dominica die einzige Insel gewesen, die er wegen ihrer für die Karibik so üppigen Vegetation wiedererkannt hätte.
Es ist Dienstag.
Die Sonne brennt gnadenlos vom Himmel. Die Segel blähen sich im Wind. An Deck so allerhand wilde Kerle. Verwegen? Na ja. Sie tragen Shorts, Trekking-Sandalen und - saubere -T-Shirts, Schirmmützen und Sonnenbrillen. Es gibt auch reichlich Frauen an Bord. Der eine döst unterm Sonnensegel, ein anderer ist vertieft in Dan Brovvns "Da Vinci Code", einige sitzen an der Bar und gönnen sich das erste kalte "Red Stripe" des Tages. Die meisten aber stehen an der Reeling, stecken die Nase in den Wind und schauen dem grauen Etwas von Land entgegen, das sich immer mehr zu einer satten grünen Insel im türkisblauen Wasser entwickelt. Näher und immer näher schiebt sich der majestätische Windjammer, Segel fallen, Tampen fliegen Richtung Pier. Wir haben Zeit, an Land zu gehen. Wir haben noch viel vor. Der "Royal Clipper" liegt längsseits vor Cabrits/Dominica.

Am Sonntag, 3. November 1493
entdeckte Christoph Kolumbus auf seiner zweiten Reise Dominica in der Inselgruppe der Kleinen Antillen. 513 Jahre später legen wir mit dem größten Vollschiff der Welt genau an der Insel an, die ihr Entdecker nie betreten hat. Schade für ihn, denn Dominica, wegen ihrer üppigen Vegetation als die Naturinsel der Karibik bekannt, ist durchaus einen Besuch wert. Wir haben die Wahl zwischen verschiedenen Erkundungstouren. Es gibt Wanderungen und Kanu-Touren durch den Regenwald oder eine Wal- und Delphin-Safari. Die Decks leeren sich. Es kehrt Ruhe ein auf dem "Royal Clipper". Die Entdecker der Neuzeit gehen auf Erkundungstour.
Die Karibik gilt als eines der schönsten Reviere der Welt. Und die schönste Form, sich ihr zu nähern, ist die von der Wasserseite. Das haben die großen Kreuzfahrtlinien der Welt schon längst für sich entdeckt. Schwimmende Bettenburgen durchpflügen die Fahrwasser und machen sich an den entsprechenden Großanlegestellen breit. Sie überschütten morgens idyllische Inseln mit Tausenden von Passagieren, um sie abends wieder einzusaugen und mit lautem Getöse in den Sonnenuntergang zu dampfen. Dann ist es Zeit, an Land zu verschnaufen. Dann sind die Einheimischen unter sich. Wer als Urlauber genau diese Stimmung einfangen möchte, der sollte sich diesen Inseln mit anderen Mitteln vom Wasser aus nähern. Mit dem Segelschiff, anlegen, wo die Großen nicht anlegen können. Die vielen großen und kleinen Marinas sind voll von Seglern aus aller Welt. Viele sind Aussteiger, einige auf Zeit, viele sind unterwegs mit einem Charterboot von einem der zahlreichen Stützpunkte der verschiedensten Anbieter.













