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Mit dem Hausboot durch Spree-Athen und Umgebung
Binnenreviere
Mit dem Hausboot durch Spree-Athen und Umgebung

Europas größtes zusammenhängendes Wassernetz mit rund 3.500 Seen und 6.700 Kilometern Wasserstrassen liegt rund um Berlin. Davon sind rund 1.300 Kilometer mit dem Motorboot befahrbar. Berlin, auch Spree-Athen genannt, besitzt mit über 200 Kilometern mehr Wasserwege als jede andere europäische Metropole und überflügelt mit 1.000 Brücken sogar Venedig. Das maritime Flair der deutschen Hauptstadt genießt man entspannt von Bord seines Hausboots, wenn man, wie wir, über Spree, Havel, Landwehr- und Teltowkanal, über Tegeler-, Wann- und Müggelsee schippert. Das moderne Regierungsviertel, die Museumsinsel, der Museumshafen, Tiergarten, Köpenick und der Müggelsee sind optische Höhepunkte der Hauptstadt vom Wasser aus. Potsdam, Caputh, Werder und Ketzin laden mit zauberhaften Gewässern, Panoramen und Kulturdenkmälern zu einem zusätzlichen Abstecher ein.
Erster Tag
Wir starten im Ruppiner Land in Rheinsberg am Grienericksee, um zunächst die romantische Mark Brandenburg mit ihren verträumten Seen und Kanälen zu genießen. Ein Nordkurs führt uns zur Havel, die Havel führt uns über den Ellbogen-, Ziern-, Menow- und Röblinsee bis Fürstenberg, über den Stolpsee und die Schorfheide nach Burgwall. Noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir Zehdenick.

Zweiter Tag
Der zweite Tag führt uns bis zur Schleuse Liebenwalde. Hier endet das führerscheinfreie Gewässer. Wir biegen nach Steuerbord in die Havel Oder Wasserstrasse, Richtung Berlin. Wir treffen auf Berufsschifffahrt mit langen Frachtschiffen und Schubverbänden. Da heißt es Abstand halten. Wir müssen außerdem mit dem Hand-GPS auf die erlaubten 9 km/h achten. Denn die Wasserschutzpolizei ist streng bei Geschwindigkeitsübertretungen. Die erste Großschleuse ist Lehnitz, kurz vor Oranienburg. Anschließend geht es weiter Richtung Hennigsdorf. An Steuerbord zweigt der 35 Kilometer lange Havelkanal ab. An Backbord geht es durch eine provisorische Passage über die Berliner Stadtgrenze in den Niederneuendorfer See. Zur Linken der Passage ragen noch Aufbauten versenkter Frachter aus dem Wasser. Mit diesen Wracks sperrte die DDR einst einen "Fluchtweg" nach West-Berlin.
Weiter auf der Havel gen Süden. Wir passieren die zauberhaften Uferanlagen von Heiligensee, bewundern das Panorama von Konradshöhe, erreichen die Fahrwasserenge von Tegelort, um vor Valentinswerder nach Bb in den Tegeler See einzubiegen. Langsam tuckern wir auf den Ort Tegel zu. Links und rechts von uns schießen künstliche Geysire armdicke Wasserfontänen in die Luft - ein faszinierendes Schauspiel, das den See mit Sauerstoff versorgen soll.
Dritter Tag
Am dritten Tag starten wir früh gen Süden bis kurz hinter Valentinswerder, wo wir links in den Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal einbiegen. Industrieanlagen und Großstadtlärm sind jetzt unsere Begleiter. Vorbei am Flughafen Tegel erreichen wir nach elf Kilometern den Westhafen. Hier müssen Sportboote nach rechts in den Westhafenkanal (8 km/h) abbiegen. Doch schon drei Kilometern weiter können wir links in den Landwehrkanal (9 km/h) einfahren. Rechts zieht der Schlosspark von Charlottenburg vorbei.
Schon nach einem Kilometer können wir links in die Spree einbiegen, mit ihren Bögen durch Tiergarten und Berlin-Mitte. Wir entdecken den Hauptbahnhof (ehemals Anhalter Bahnhof), das Schloss Bellevue, die Kongresshalle das Haus der Kulturen der Welt, das neue Kanzleramt mit dem Sitz der Bundesregierung; der Reichstag, die Museumsinsel und das Nikolaiviertel. Wir müssen aufpassen, nicht mit einem der vielen Fahrgastschiffe zu kollidieren.
zum zweiten Teil...













