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Velux 5 Oceans - die Suche nach der Sonne </07.07>

Velux 5 Oceans

Velux 5 Oceans - die Suche nach der Sonne

 
 

Es begann 1895...
Die Geschichte der Rennen um die Welt ist lang. Länger als man denken mag. 1895 verließ der Amerikaner Joshua Slocum Boston, um als erster die Welt zu umsegeln. Allein. Seine Reise dauerte drei Jahre und zwei Monate. Für heutige Verhältnisse kaum vorstellbar. In guten sechs Monaten jagen die Jungs auf High-Tech-Yachten über die Ozeane. Immer auf der Suche nach neuen Rekorden und den damit verbundenen Risiken.

 
 

Zweite Weltumseglung 1921
Es dauerte bis ins Jahr 1921 als Harry Pidgeon die nächste Weltumsegelung unternahm - sie dauerte vier Jahre. Danach folgten einige Atlantiküberquerungen, u. a. von Alain Gerbault (1923). In den 20er und 30er Jahren stieg die Anzahl der Einhandsegler stark an, war aber nichts gegen den gewaltigen Anstieg in den 60er und 70er Jahren. Schätzungen gehen von 160 Seglern allein Mitte der 70er aus, während es zwanzig Jahre zuvor nur 34 waren. Nur fünf Boote nahmen 1960 am ersten OSTAR (Observer singlehanded Transatlantic Race) teil, markierten aber gleichzeitig einen wichtigen Schritt für das Einhandsegeln. Eric Taberlys dramatischer Sieg im Jahre 1964 mache deutlich, dass sich diese Art der Rennen zu einem Geschwindigkeitstest entwickelte.

Rekorde purzelten
In den folgenden 20 Jahren purzelte denn auch ein Rekord nach dem anderen. Gewöhnlich wurde er kurz darauf wieder gebrochen. Möglich wurde dies durch immer stabiler verarbeitete Technik an Bord, wie Selbststeueranlagen, starke Winschen und im Allgemeinen verbesserte Materialien. Heutzutage sind die 60 Fuß Yachten mit Elektronik voll gestopft: Computer zum Navigieren, Monitore für den Rennüberblick und Kommunikationsmittel wie Satellitentelefone.



"Zehn Monate Einzelhaft mit Zwangsarbeit"
Als zehn Monate Einzelhaft mit Zwangsarbeit, beschrieb der Gewinner der ersten Nonstop-Einhandweltumseglung als Robin Knox-Johnston (damals noch kein Sir), dem diese Ehre 1969 zu teil wurde. Obwohl er das langsamste Boot besaß, konnte er durch seine starke psychologische Konstitution gewinnen. Während des Rennens hatte er so gut wie gar keinen Kontakt mit Menschen außerhalb des Bootes - heute ist das Boot voll mit Technik. 1969 dauerte das Rennen noch 312 Tage - heute gerade einmal rund 200 Tage. Nur eins hat sich nicht verändert: Noch immer hat er einige Flaschen Whiskey an Bord - damals wie heute. Und es ist kein Geringerer als ebendieser Knox- Johnston, der heute immer noch Einhandrennen um die Welt segelt und an dem Velux 5 Oceans teilnahm. Dieses Rennen gilt seit 1982 als das etablierteste Einhandrennen, das seitdem alle vier Jahre ausgetragen wird. Bekannt wurde es durch seine Namen "BOC Challenge" und "Around Alone". Das 2006-07 Velux 5 Oceans stellt indes eine neue Dimension dar. Es ist härter als alle Rennen zuvor - mit weniger Stopover und längeren Segelstrecken. Die Teilnehmer müssen fünf Ozeane überqueren und setzen nur zweimal ihre Füße an Land. Noch Fragen?

Segeln unter härtesten Bedingungen
30.000 Meilen haben die Teilnehmer, die das Ziel in Bilbao erreichten, zurückgelegt. Die, die es nicht schafften, werden sich ein Leben lang daran erinnern. Alex Thomson, dessen Kiel brach und unter härtesten Bedingungen von Mike Golding gerettet wurde. Beide gerieten danach auf Goldings Boot abermals in ernsthafte Schwierigkeiten. Beide galten als Favoriten...

Bernhard Stamm holte den Sieg
Nach dem Start in Bilbao an der spanischen Atlantikküste am 22. Oktober 2006 führte der erste Abschnitt durch die berüchtigten Doldrums nach Fremantle in Australien. Ungefähr zwei Monate wurden als Zeitmaßgabe angesetzt. Der zweite Teil sollte das härteste Teilstück werden. Von Australien ging es durch das Südpolarmeer mit zehn Meter hohen Wellen, Eisbergen und einem durchschnittlichen Bootspeed von 20 Knoten um das legendäre Cap Horn herum nach Norfolk in den USA - vorgesehen waren hierfür fast drei Monate auf See. Der letzte Part sollte gleichzeitig der kürzeste sein. In kalkulierten zwei Wochen segelten die Übriggebliebenen über den Atlantik zurück nach Bilbao, wo der Schweizer Bernhard Stamm am Montag, dem 30. April ankam. Rund zwei Tage vor seinen Konkurrenten.

Quelle: Sailing Journal

PORTRAIT BERNARD STAMM - Immer neue Herausforderungen

 
 

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