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One Design Class - Farr 40 (Teil 2)</02.08>

One Design Class - Farr 40

One Design Class - Farr 40 (Teil 2)

 

Das Gesamtgewicht wird durch Korrekturgewichte ebenfalls in sehr engen Grenzen gehalten: 50 Kilogramm bei etwa sechs Tonnen Gesamtgewicht sind eine bootsbautechnische Herausforderung. Jede Winsch, Klemme oder sonstige Beschlag ist vorgeschrieben und darf nicht geändert werden. Schäfer: „Karbonmasten sind besonders heikel. Jeder Mast ist ein Einzelkunstwerk. Obwohl alle Masten bei nur einem Hersteller gebaut werden und äußerst engen Fertigungstoleranzen unterliegen, unterscheiden sie sich in ihrem so wichtigen Biegeverhalten zum Teil erheblich.




Im Prinzip wären also alle Schiffe gleich schnell? Wenn sie identisch getrimmt wären, dann wären sie das wohl. Aber genau darin liegt die hohe Schule. Schäfer: „Wenn man das Set up eines Schiffes auf zwölf Knoten Windspeed eingestellt hat und dann kommen 16 Knoten, hat man bereits ein Problem. Dabei geht es um wenige Umdrehungen an den Wantenspannern oder Intermediums. Eine Veränderung der Länge des Vorstags um zehn Millimeter beeinflusst das Segelverhalten des ganzen Schiffes und kann damit entscheidend sein. Da das stehende Gut während der Wettfahrt nicht verändert werden darf, hat das vorausschauende Trimmkonzept eine äußerst wichtige strategische Bedeutung. Fünf Minuten vor dem Startschuss muss alles justiert sein, ab dann können wir nur noch die Spannung unseres Achterstages über eine Hydraulik verändern. Bewegliche Backstagen zum Trimmen des Riggs während der Rennen gibt es auf der Farr 40 nicht. Der Großsegeltrimmer hat daher nur begrenzte Möglichkeiten, das Schiff schnell zu machen – ein sehr schwieriger Job, für den man sehr viel Erfahrung braucht.“

 
 

Das Deck könnte man ohne Übertreibung als aufgeräumt und funktionell beschreiben. Es ist klar festgelegt, Änderungen sind nicht erlaubt. Eine Entscheidung allerdings bleibt den steuernden Eignern: Pinne oder Rad. Hier scheiden sich die Geister. Während die einen der Pinne den Vorrang geben, weil sie ein besseres Gefühl beim Steuern vermittelt und möglicherweise dadurch Geschwindigkeitsvorteile hat, sagen die Verfechter der Radsteuerung, dass am Start und bei mehr Wind das Rad Vorteile habe, da der Kraftaufwand und damit die Gefahr des Übersteuerns geringer sei. Die Tendenz geht zur Pinne, entschieden ist diese Frage jedoch noch lange nicht. Richard Perini (EVOLUTION), Weltmeister aus dem Jahr 2005, stellt fest, dass viele der besten Boote pinnengesteuert sind. „Aber ich bin mir gar nicht sicher, ob das eigentlich viele Unterschiede macht. Meiner Meinung nach kommt es letztlich auf die Vorbereitung an, auf harte Arbeit und gute Leute, mit denen man nicht nur segelt, sondern auch Spaß hat."


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