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Kitesim - Kitesurfsimulator online
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Kitesim - Kitesurfsimulator online
Der Softwareentwickler J. R. Gloudemans aus San Francisco hat das kostenlos downloadbare Programm Kitesim (www.flysim.com) bereits Ende 2003 entwickelt, und bis heute ist Kitesim einer der besten Kitesurfsimulatoren mit erstaunlich realistischem Flugverhalten.

Das Prinzip ist simpel: Schirm und Leinen sind mit einem Netz von Federn und Massepartikeln beschrieben. Um das Ganze zu vereinfachen, sind Kite und Leinen in verschiedene Segmente unterteilt. Jedem Teilsegment ist eine eigene Masse zugeordnet. An den Übergängen zwischen den Segmenten befindet sich je eine Feder, die abhängig von ihrer Position unterschiedlich hart ist.
Da, wo die Fronttube dicker und somit auch steifer sit, befindet sich eine härtere Feder, an den dünneren Regionen wird eine weiche simuliert. Auch für die aerodymamischen Kräfte hat Gloudemans eine clevere Lösung gefunden. Die Berechnung des Auftriebs und Luftwiderstands erfolgt ebenfalls in einzelnen Segmenten. Für jedes Segment wird der Anstellwinkel und daraus nach Tabellen die Auftriebs- und Widerstandskraft ermittelt. Gloudemans übernahm den größten Teil der Daten für diese Tabellen von einem Windkanalversuch mit einem Segelboot. Die restlichen Daten inklusive des Winkels, bei dem es zum Strömungsabriss kommt (Stallwinkel), hat er schlicht und einfach geraten. Die Schwerkräfte und die aerodynamischen Kräfte werden 30-mal pro Sekunde berechnet, die Federn sogar 900-mal. So versuchen die Kräfte des Windes, den Schirm in alle möglichen Richtungen auseinanderzudrücken, die Federn sorgen dafür, dass er in Form bleibt.
Sogar die Simulation der Probleme, wie zum Beispiel ein Leinenriss, funktioniert mit diesem Modell. Man muss dafür in der Simulation nur eine Feder in einer Leine weglassen. Das Vertauschen zweier Leinen funktioniert einfach, indem wie im realen Leben die Anknüpfpunkte vertauscht werden. Um das Verhalten eines Kites mit zu wenig Druck zu erhalten, werden die Federn gegen deutlich weichere ersetzt. Tatsächlich fängt der Kite auch in der Simulation an, stark zu wabern und mit den Flügeln zu schlagen. Und all das braucht nur zwei Zeilen Quellcode. Er sei selbst davon überrascht, wie gut der virtuelle Kite manches Verhalten simuliere, gibt Gloudemans zu.
Es sei durchaus möglich, dass eine erweiterte Form von Kitesim auch bei der Kiteentwicklung helfen könne, doch seien dafür weit exaktere Daten und Messungen nötig als die, die er zur Verfügung hatte. Auch sollte die Berechnung noch etwas umfangreicher gestaltet sein, meint Gloudemans.
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