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Reportagen - Archiv
Fit & Sail Projekt will Segeln im Alter erleichtern

Segeln im Alter - Rollo
Gebhard macht es vor
Die demographischen Auswirkungen einer alternden Gesellschaft sind auch im Segelsport zu beobachten. In Deutschland haben statistische Untersuchungen gezeigt, dass etwa zwei Drittel der größeren Segelyachten Eignern gehören, die älter als 50 Jahre (die Hälfte von ihnen sogar älter als 60 Jahre) sind. Das Fit & Sail Projekt betrachtet die besonderen Anforderungen des Segelns (nicht nur) an älteren Menschen. Seit 2005 untersucht das Forschungsprojekt die körperlichen und mentalen Belastungen älterer Menschen auf Fahrtensegelyachten.
Branche muss sich dem Bedarf anpassen
In Zusammenarbeit mit dem deutschen ECNI-Mitglied Bundesverband Wassersportwirtschaft e.V. (BVWW), dem Institut für Sport und Sportwissenschaften (ISS) der Universität Kiel, dem Institut für Boots-Tourismus (IBoaT) in Bonn und dem französischen Segelverband (FFVoile - Fédération Française de Voile) arbeitet das Projekt Fit & Sail an Antworten auf zwei grundsätzliche Fragen:
- Warum geben ältere Segler um die 70 das Segeln auf, obwohl sie das Segeln lieben und immer noch angemessen gesund und fit sind?
- Was kann die Wassersportbranche tun, um ihre Produkte einem veränderten Bedarf anzupassen?
Die Projektergebnisse sollen sowohl den Herstellern als auch den Käufern von Booten und Zubehör Hinweise geben, wie Konstruktion, Design und Ausrüstung der Boote verbessert werden können, um das Segeln und Manövrieren für die Mehrheit der Segler einfacher, komfortabler und sicherer zu gestalten.

Die Branche muss sich auf den demographischen Wandel einstellen
Manövrieren leicht gemacht
ComfoDrive – ein innovatives Konzept zum Manövrieren von Segelyachten unter Motor - ist ein erstes konkretes Ergebnis des Fit & Sail Projektes. Das Teilprojekt ComfoDrive befasst sich seit Anfang 2006 mit technischen Lösungen, durch die das Manövrieren einer Segelyacht unter Motor einfacher und sicherer gestaltet werden kann. Aus technischen, wirtschaftlichen und ergonomischen Gründen wurde entschieden, ein Konzept mit Hauptmaschine, ergänzt durch Bug- und Heckstrahlruder, zu verfolgen, das durch einen einzelnen 3-Achsen-Joystick bedient werden kann. Das Ziel ist es, sowohl die Bewegung des Bootes in alle Richtungen als auch die Bugpeilung jederzeit und unter Störgrößeneinfluss (z.B. bei Seitenwind oder Strömung) sicher und mit geringem ergonomischen Aufwand nur über einen einzelnen Bedienhebel kontrollieren zu können. Das Konzept wurde bisher als Prototyp auf zwei Segelyachten unterschiedlicher Größe sehr erfolgreich getestet. Im Januar 2008 wurde das System auf der Düsseldorfer Messe boot der Öffentlichkeit präsentiert und die Funktionsweise mit Hilfe eines ferngesteuerten Modellbootes in einem Wasserbecken demonstriert. Diese Art von neuen Produkten kann nicht nur ältere Menschen dabei unterstützen, einige zusätzliche Jahre mit ihren Booten aktiv zu segeln, sie kann darüber hinaus auch neue Gruppen motivieren, die bisher als aktive Segler eher unterrepräsentiert sind, vor allem unerfahrene Segler und Familien-Crews.
Zukunftsaussichten
Das Projekt Fit & Sail wird in 2008 einerseits die sportwissenschaftlichen Untersuchungen mit älteren Seglern fortsetzen und vertiefen, mit dem Ziel, u.a. den Entwicklern und Anbietern von Wassersportfahrzeugen und Zubehör Hinweise auf zweckmäßige Anpassungen ihrer Produkte an die neuen Zielgruppen geben zu können. Andererseits wird das Projekt ComfoDrive weiterentwickelt werden, sowohl durch den Bau und den Test zusätzlicher, verbesserter Prototypen, als auch durch Gespräche mit der Wassersportbranche über den Einsatz dieses Konzeptes in der Praxis. Als weiterer Forschungsbereich werden ab 2008 die körperlichen Belastungen und die ergonomischen Probleme bei der Handhabung von Fallen und Schoten unter Last z.B. mit Hilfe von Winschen untersucht. Hier wird ein erster Schwerpunkt voraussichtlich auf der Erweiterung des Funktionsumfanges elektrischer Winschen sowie auf der Positionierung und der Bedienung der Systeme liegen.
Weitere Informationen gibt es beim: BVWW
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