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Vorbereitung aufs Rudern - Trimmen des Boots

Infos für Einsteiger

Vorbereitung aufs Rudern - Trimmen des Boots


Beim Trimmen des Boots werden die verschiedenen Bootsteile auf die individuellen Bedürfnisse des Ruderers eingestellt. Recht viel einstellen, kann man zum Beispiel an der Dolle, wenn bei Wanderfahrten Gepäck mit ins Boot genommen wird, bei Regatten starker Wellengang herrscht, oder Boote von großen und kleinen Ruderern benutzt werden.

Kompromißlösungen möglich
Eigentlich sollte die Trimmung schon bei der Bestellung des Bootes beginnen. Doch da in vielen Vereinen die Boote, vor allem die Gig-Boote, von allen Ruderinnen und Ruderern benutzt werden, können einige Einstellungen nur Kompromißlösungen sein.

Die Dollenhöhe
In der Endposition (Rücklage wie im Ruderschlag, Hände etwa 20 cm vor dem Oberkörper und eingetauchte Blätter) sollten sich die Unterarme bei natürlicher Ellbogenhaltung parallel zur Wasseroberfläche befinden. Die Höhendifferenz zwischen den Auslegern sollte etwa 0,5–1 cm betragen. Beim rechts-vor-links-Ziehen wird der Backbordausleger niedriger geriggert. Im Endzug sollte etwa bis zum unteren Brustansatz gezogen werden.

Höhe kann auf drei Arten geändert werden
Eine Änderung der Höheneinstellung des Auslegers ist möglich, oder man nutzt Distanzscheiben am Dollenstift, oder aber Schlitz- oder Unterlegscheiben am Ausleger. Die Änderung der Dollenhöhe mittels der entsprechenden Konstruktion am Ausleger sowie der Gebrauch von Distanzscheiben am Dollenstift ist unproblematisch, da an der senkrechten Stellung des Dollenstiftes nichts geändert wird. Die Änderung der Dollenhöhe mit Hilfe der Schlitzscheiben sollte nur ausnahmsweise erfolgen und maximal 1 cm betragen, da das Unterlegen von Schlitzscheiben gleichzeitig eine Neigung des Dollenstiftes bewirkt.

Dollenabstand
Der Dollenabstand sollte auch beim Skullboot zu Beginn des Trimmens von der Bootsmitte aus gemessen werden, damit die Dolleneinstellung symmetrisch bleibt. Die Veränderung des Dollenabstands erfolgt durch Lösen der unteren Mutter, mit der der Dollenstift am Ausleger befestigt ist. Zur Sicherung gegen Durchdrehen wird der Dollenstift oberhalb des Auslegers mit einem weiteren Schraubenschlüssel gehalten. Ist die Mutter gelöst, kann der Dollenstift in die gewünschte Position gebracht und wieder festgezogen werden. Bei einigen älteren Booten kann der Dollenabstand durch Verstellen eines sogenannten Einschieblings verändert werden. Bei anderen alten Modellen widerrum kann der Dollenabstand allerdings überhaupt nicht verändert werden.

Auswirkungen auf das Ruderverhalten
Je größer der Dollenabstand ist, desto größer wird das Kraftmoment, desto leichter lenkt das Boot bei Fehlern aus, desto schwieriger lassen sich Kippbewegungen abfangen, desto weicher kann das Hebelverhältnis gewählt werden, desto schneller muß der Innenhebel bewegt werden, desto geringer kann beim Skullen der Übergriff sein und desto mehr schwingt der Ausleger. Je geringer der Dollenabstand ist, desto weiter kommt man in die Auslage, desto stabiler ist die Kraftübertragung und desto größer erscheint der Druck.

Messen der Anlage
Für die Messung an Blatt und Dolle wird ein spezielles Anlagemeßgerät benutzt. Konsequenzen beim Verstellen der Anlage sind, je größer der Anlagewinkel ist: leichteres Halten des Blattes an der Wasseroberfläche, stärkere Abweichung der Zugrichtung von der Horizontalen und schwereres abdrehen des Blattes. Je kleiner der Anlagewinkel ist, desto besser ist die Vortriebsarbeit, desto leichter unterschneidet das Blatt beim Einsatz, desto flacher muß gezogen werden und desto leichter läßt sich das Blatt drehen.

Kontrolle der Stemmbretteinstellung
Im Endzug sollte die Hand in ihrer Kreisbewegung um die Dolle zu einem Punkt am unteren Rippenbogen ziehen. Bei einem Vorbeiziehen am Körper müßte der Oberkörper deutlich berührt werden. Die Stemmbretteinstellung sollte 40–45° betragen. Die Höhe der Schuhe sollte individuell nach Anatomie des Ruderers (Verhältnis von Unterschenkel- zu Oberschenkellängen, Oberkörperhöhe) so eingestellt werden, daß sich die Knie in der Auslage im Bereich vor der Brust befinden. Der senkrechte Unterschenkel in der Auslageposition sollte bequem erreicht werden können.

Kontrolle der Rollschieneneinstellung
In der Auslageposition sollten die Rollschienen soweit bugwärts verschoben werden, daß zu einem weiteren Vorrollen höchstens 1 cm Weg wäre, um Behinderungen im Wadenbereich während des Beinschubs zu minimieren.

Quelle: rish.de