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Ruderboote - Klassen - Bauweisen

Infos für Einsteiger

Ruderboote - Klassen - Bauweisen


Generell unterscheidet man zwischen 1. Rennbooten, die eher schmal, lang und leicht sind, Innenkiel und Flosse, Waschbord und Wellenbrecher, Luftkästen im Bug und Heck, Kielsprung und Flossensteuer haben und 2. sogenannten Gigs (Übungsbooten), die breiter, kürzer und schwerer sind und über Außen- und Innenkiel, durchgehende Dollbordplanke, offenen Bootsraum, Decksprung, sowie Hecksteuer verfügen.

Unterschiedliche Antriebsweisen
Innerhalb beider Arten wird entsprechend ihrer Antriebsweise unterschieden. Bei Skullbooten hat der Ruderer zwei Skulls in den Händen - der Antrieb ist also doppelseitig durch zwei Ruder. Bei Riemenbooten ist der Antrieb einseitig durch ein Ruder (Riemen), das mit beiden Händen gefasst wird. Ein Skiff (Einer) kann also beim Rudern nur ein Skullboot sein.

Bauweise
Rennboote unterliegen Sicherheitsbestimmungen (Bugball, Ruderblätter, Stemmbretter), die in den allgemeinen Wettkampfbestimmungen des Deutschen Ruderverbands festgehalten sind. Bei einem Gig kann man zwischen geklinkerten Booten und Booten mit glatter Außenhaut unterschieden. In der Regel werden die Boote aus Holz, gebogenem oder formverleimten Sperrholz und zunehmend auch aus faserverstärkten Kunststoffen (GFK) hergestellt.



Weitere Ruderboot-Arten
Es gibt auch Vorwärts-Ruderboote. Im Gegensatz zu einem 'normalen' Ruderboot sitzt man in solchen Booten in Fahrtrichtung. Die Kraft wird über verzahnte Gelenke mit der normalen Ruderbewegung umgesetzt, um voranzukommen. Eine weitere Entwicklung sind Rollausleger-Boote, die keinen herkömmlichen Rollsitz mehr haben, was das Stampfen des Bootes verringert. Diese Bootstypen sind allerdings vom Weltruderverband FISA für Wettkämpfe nicht zugelassen. Auf Küstengewässern kann man auch auf sogenannte Seegigs treffen - Boote, die breiter sind, wodurch man seitlich zueinander versetzt rudern kann. Die Riemen werden dann auf der dem jeweiligen Ruderplatz gegenüberliegenden Bordwand eingehängt. So ist ein Seegig weniger anfällig gegen größere Meereswellen.

Kodierung der Klassen

    Achter mit Steuermann
    = 8+ (L: 16,8–17,6 m, B: 0,56 m, 96 kg)
    Doppelachter mit Steuermann
    = 8x+ (L: 17–17,6 m, B: 0,56 m, 100 kg)
    Doppelvierer ohne Steuermann
    = 4x (L: 11,78–12,89 m, B: 0,43 m, 52 kg)
    Doppelvierer mit Steuermann
    = 4x+ (L: 12,89–13,65 m, B: 0,43–0,46, 54 kg)
    Vierer ohne Steuermann
    = 4– (L: 11,78–12,89 m, B: 0,43–0,46 m, 50 kg)
    Vierer mit Steuermann
    = 4+ (L: 12,89–13,65 m, B: 0,46–0,47 m, 51 kg)
    Doppelzweier
    = 2x (L: 9,40–9,98 m, B: 0,33–0,35 m, 27 kg)
    Zweier ohne Steuermann
    = 2– (L: 9,40–9,98 m, B: 0,33–0,35 m, 27 kg)
    Zweier mit Steuermann
    = 2+ (L: 10,0 m, B: 0,37 m, 32 kg)
    Einer
    = 1x (L: 7,78–8,33 m, B: 0,27–0,29 m, 14 kg

Ruderklassen bei Olympischen Spielen
Bereits seit 1896 gehört das Männerrudern zum Programm der Olympischen Spiele. Das Frauenrudern wurde 1976 aufgenommen und seit 1996 gibt es auch Wettkämpfe der Leichtgewichte (Lgw):

    Männer: 1x, 2x, 2x Lgw, 4x, 2–, 4–, 4– Lgw, 8+
    Frauen: 1x, 2x, 2x Lgw, 4x, 2–, 8+

Rudern bei Weltmeisterschaften
Seit 1962 organisiert die FISA Weltmeisterschaften. Diese fanden zunächst alle vier Jahre statt, seit 1974 werden sie jährlich ausgetragen.

    Männer: 1x, 2x, 4x, 2–, 2+, 4–, 4+, 8+
    Frauen: 1x, 2x, 4x, 2–, 4–, 8+
    Männer: 1x, 2x, 4x, 2–, 4–, 8+
    Frauen Leichtgewichte: 1x, 2x, 4x, 2–

Quelle: rish.de