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Unterricht auf dem Meeresgrund

boot daily 2010

Unterricht auf dem Meeresgrund

29.01.2010

Früh übt sich, wer ein Forscher werden will.

Liv ist aufgeregt und hibbelt von einem Bein aufs andere. „Soll ich? Eeeecht?“ Wer weiß, was sich in dem Loch verbirgt. Doch Beate Pelzer, an diesem Vormittag Livs „maritime Klassenlehrerin“, macht ihr Mut. „Trau Dich!“ Die Fünfjährige greift vorsichtig in die Meeres-Fühlbox und ist erstaunt: „Das sind ja ganz viele spitze Zähne!“ Liv hat ein Haigebiss ertastet. Und einmal dabei, will sie gar nicht mehr aufhören. In dem Loch etwa, das mit dem Rätselspruch „Vorsicht Klappe“ versehen ist, erfühlt sie ein große Muschel und in dem nächsten einen Seestern. Liv ist mit ihren Eltern und ihrem Freund Henry auf der boot. Aus dem maritimen Klassenzimmer sind die beiden Kinder gar nicht mehr wegzubewegen. Denn in dieser Schule, die der Düsseldorfer Aquazoo betreibt, liegen Muscheln, Schwämme, Korallen und sogar ein echter Hai auf den Tischen. Und unterm Mikroskop können die Schüler Krebse untersuchen. Henry hat es besonders der Schildkrötenpanzer angetan, den die Kinder sogar anziehen dürfen. Zwölf Kilo wiegt das Modell, „der echte ist noch mal rund drei Kilo schwerer“, erklärt Beate Pelzer, die den Kindern die Meereswelt nahebringen möchte. Und obwohl die meisten Fundstücke echt sind: „Bei uns ist Anfassen ausdrücklich erlaubt.“ Natürlich – das ein oder andere gehe schon mal kaputt. „Aber wir können die Kinder nur erreichen, wenn sie sich wirklich mit allen Sinnen mit den Dingen beschäftigen dürfen.“ Liv lässt ihre Finger über die rote Orgelkoralle gleiten, die mit ihren Flöten tatsächlich an das Instrument erinnert. Danach begutachtet sie das Skelett der See-Annemone, streicht über die Haut des Seepferdchens, klopft auf die Porzellanschnecke und dreht einen Seestern in ihren Fingern hin und her. „Was Du da in der Hand hältst, ist hochgiftig, wenn es lebt“, erklärt Beate Pelzer. Henry hat sich eine Kegelschnecke herausgesucht, die er nun erschreckt beiseite legt. Normalerweise unterrichten Pelzer und ihre Kollegen während der boot angemeldete Schulklassen und Kindergartengruppen. „Die Kinder sind extrem begeisterungsfähig, das macht richtig Spaß.“ Am letzten boot-Wochenende jedoch ist das „Maritime Klassenzimmer“ offen für alle. Livs Eltern drängen, sie wollen weiter zu den Super-Yachten. Aber zum Abschluss ihrer Schulstunde dürfen Henry und Liv noch in der Sandkiste buddeln. Dort sind Muscheln und Schnecken versteckt. Und beide dürfen sich ein Stück als Erinnerung mitnehmen - vorausgesetzt, sie finden etwas im Sand.
Halle 14/H34

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