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Deutschlands neuer Supersegler
boot daily 2010
Deutschlands neuer Supersegler
30.01.2010
Boris Herrmann im Segel Center.
Vor einem Jahr sind Boris Herrmann und sein Freund Felix Oehme noch per Satellit live ins Segel Center geschaltet worden. Da waren die beiden Skipper gerade auf ihrer Beluga Racer vor Neuseeland. In diesem Jahr war zumindest einer von beiden, der neue deutsche Supersegler Boris Herrmann, live und echt in Halle 17 und erzählte von dem fulminanten Sieg beim Portimao Global Ocean Race, einer Regatta in fünf Etappen um die ganze Welt. „150 Tage zusammen auf einem relativ kleinen Boot, das geht nicht mit jedem“, sagt der 28-Jährige. „Mit meinem Freund Felix ging es gut, weil wir beide eher ruhige Typen sind und uns eigentlich nie in die Quere kommen.“ Für Herrmann, der aus der 505er Klasse kommt, war der Wechsel in die Class 40 kein Problem. „Ich habe mich sofort wohl gefühlt auf diesem Schiff, das wie auf Schienen fährt.“ Überhaupt: Die gesamte Regatta war ein unvergessliches Erlebnis. Die beiden jungen Männer waren während der gesamten Zeit auf sich alleine gestellt: „Wir hatten alles für die medizinische Erstversorgung an Bord, etwa einen Tacker für Platzwunden und alle möglichen Skalpelle.“ Gebraucht haben sie nichts davon. Der Plastik-Weihnachtsbaum und das Nikolauskostüm an Bord kamen hingegen zum Einsatz, wie seine Filmaufnahmen belegten. Zum Start der Regatta war die Anspannung der beiden Skipper noch enorm, „doch mit jedem Zieleinlauf wurde die Erleichterung größer“. Dass es am Ende für den Gesamtsieg reichen sollte, war dennoch überraschend. „Die beiden Chilenen waren unsere größten Konkurrenten, wir konnten uns zu keinem Zeitpunkt zurücklehnen“, sagt Hermann. „Aber ich bin froh, dass das Ergebnis so knapp war. Denn was wäre ein Sieg ohne hochklassige Gegner?“ Der Zieleinlauf war umso entspannter. „Wir haben für die letzten fünf Meilen mehr als zwei Stunden gebraucht, da war richtig Flaute. Aber so konnten wir den Moment in Ruhe genießen!“ Mittlerweile trainiert Boris Herrmann in einem französischen Leistungszentrum und plant, im Oktober 2012 als erster Deutscher bei der Vendée Globe zu starten. „Ich suche noch weitere Sponsoren, und das ist oft schwieriger als ein Regatta-Sieg.“ Aber schon seit seinem 14. Lebensjahr träumt der 28-Jährige davon, bei der härtesten Einhandregatta der Welt dabei zu sein. Eine einsame Sache, wie Boris Herrmann zugeben muss. „Aber ich denke durchaus, dass sich das mit einer Partnerin oder einer Familie vereinbaren ließe.“ Die Praxis lässt das Gegenteil vermuten. „Alle Skipper“, so gibt er zu, „haben während dieser Regatta ihre Beziehungen verloren.“
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