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Der scharfe Harald

boot daily 2010

Der scharfe Harald

31.01.2010

Harald Mertes und sein Hilfskoch.

Harald Mertes mag es pikant. Das bekommen auch seine Gäste in der Kombüse in Halle 13 immer wieder zu spüren und nennen ihn deshalb liebevoll „unseren scharfen Harald“. Jeden Mittag schmeißt Mertes auf der boot seinen Herd an, plaudert mit einem Gast über das Leben an Bord und zaubert Leckereien wie Lachs mit Ananas oder ein feuriges Fischcurry. Wenn einer wissen muss, wie man auf hoher See überlebt, dann ist das Harald Mertes. Bereits Ende der 70er ist der gebürtige Koblenzer in einem einfachen Holzsegelboot ohne Motor, Kombüse oder sonstige technische Ausrüstung um die Welt gesegelt: Die Kapverden, Argentinien, Chile und Tahiti waren einige seiner Stationen; fünf Jahre war Mertes unterwegs. „Vom Kochen hatte ich keine Ahnung“, erzählt er. „Aber immer wenn es im Hafen lecker gerochen hat, bin ich mit meinem Gummiboot zu dem entsprechenden Schiff 'rübergepaddelt und habe nach dem Rezept gefragt.“ Die großzügigen Köche – denn meist durfte der deutsche Abenteurer natürlich auch probieren – hat er fotografiert. „So ist eine Art kulinarisches Tagebuch entstanden.“ Ein Koch sei er immer noch nicht. „Aber genau wie das Segeln habe ich mir diese Fähigkeit selbst ganz gut beigebracht. Sein Credo: Die Zubereitung sollte nicht länger als 15 Minuten dauern, das Gericht sollte nicht mehr als sechs, sieben Zutaten enthalten, und die Mengenangaben sollten simpel sein. „Mit 125 Gramm kann ich an Bord nix anfangen. Da brauche ich Angaben wie ein Esslöffel oder eine Handvoll.“ Und kreativ sollte man als Smutje sein: „Der Koch muss mit den Zutaten klarkommen, die da sind. Das muss ich zur Not einfach mal eine Zutat austauschen. Ich denke, man kann auch aus Resten immer etwas Leckeres zaubern!“ Mit der Sicherheit in der Kombüse nimmt er es hingegen ganz genau. „Kochen in Bikini oder Badehose ist purer Leichtsinn“, sagt Mertes. „Zu schnell schwappt da mal etwas Heißes über oder fällt eine Pfanne runter.“ Außerdem sollte ein Koch immer eine Löschdecke und den Feuerlöscher parat haben. Den hätte die Dame aus dem Publikum auch am liebsten gehabt: Sie wurde zum Probieren auf die Bühne geholt. Und beim ersten Löffel von Mertes' Fischcurry blieb ihr im wahrsten Sinne des Wortes die Luft weg, während der Kopf rot anlief. Der kochende Abenteurer konnte darüber nur müde lächeln: Das ist doch wirklich nur mäßig scharf!“
Halle 13/ Urlaubswelt

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