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"Es war gut, die Boote einmal nebeneinander zu sehen"
America's Cup 2010
"Es war gut, die Boote einmal nebeneinander zu sehen"

Dienstag, 12.00 Uhr +++ Ein windiger, sonniger Tag vor Valencia. BMW-Orcale ("USA") liegt an der Mooringtonne vor seiner Basis, wo das Schiff frei drehen kann. Wenn starke Böen angesagt sind, kann der Flügel gelegt und an Land fixiert werden. Heute Nachmittag wird der Trimaran zu ein paar Testschlägen auslaufen, begleitet von Journalisten, die vor dem ersten Rennen wieder nach Hause müssen.
Über den "Camps" von Alinghi und BMW-Oracle liegt Ruhe. Die Gerüchteküche von gestern brodelt nicht mehr. Inzwischen ist aus beiden Teams zu hören, dass die Entscheidung von Wettfahrtleiter Bennett korrekt war. Eindrucksvoll, wie unterschiedlich die Bedinungen an den Endpunkten eines 20-Meilen-Kurses sein können.
Windrichtung und -stärke stimmten nicht
Die Messwerte reichten von 2 Knoten bis zu 13 Knoten Wind zwischen Komiteeboot und Wendemarke, gespickt mit Flecken absoluter Flaute. Und auch die Unterschiede der Windrichtungen über den 20-Meilen-Kurs, bis zu 100 Grad Differenz, waren zu groß, um ein faires Rennen zu ermöglichen. Um 13:46 hatte die Rennleitung das Match abgesagt - unverständlich für alle, bei denen zu diesem Zeitpunkt ein frischer Wind blies. Auf dem Heimweg liefen die Boote bei 5 Knoten Wind um die 15 Knoten Fahrt.
Wettfahrtleiter Bennett: "Ich habe mit beiden Wetterteams und den Seglern der beiden Kontrahenten gesprochen, bevor wir uns entschieden haben. Und beide Seiten waren froh über diese richtige Entscheidung. Es gab keine andere Option, das hat auch der restliche Tag gezeigt. Wir wussten immer, dass es so kommen kann. Aber so sind die Verhältnisse hier. Jetzt warten wir auf die nächste Chance."

Das Rennen wäre ein Poker-Spiel gewesen
Alinghi-Chef Ernesto Bertarelli: "Es war das erste Mal, dass wir nachts ausgelaufen sind. Zwei Stunden war es noch dunkel, das war schon etwas besonderes. Ich war zuversichtlich, dass wir eine Regatta haben würden, aber ab 10.00 Uhr sagten unsere Meteorologen, dass die Chancen schwinden. Durch den späteren Regen, der jede thermische Entwicklung verhindert, war klar, dass der Wind einschlafen würde. Aber es war trotzdem gut, die Boote einmal nebeneinander zu sehen.”
BMW-Oracle-Navigator Matteo Plazzi: "Ich glaube nicht, dass irgendjemand der Meinung ist, wir hätten starten sollen. Das Wetter war kompliziert, weil mehrere Windsysteme und -strömungen durchgezogen sind. Ein Rennen heute wäre ein Pokerspiel gewesen, aber wenn es nur zwei Punkte zum Gewinnen oder Verlieren gibt, willst du nicht pokern.”
Nächster Start: Mittwoch, 10.06 MEZ
Hans-Harald Schack
Quellen: segeljournal.com, americascup.com













