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Twistern - Angeln von Kleinbooten </08.02>
Inhalt Angel Praxis
Twistern - Angeln von Kleinbooten
René Kuhns präsentiert zwei
stattliche Brocken
Angeln vom Kleinboot und mit Twister liegt bei Sportanglern voll im Trend
Ob Charterboot oder eigener Pott: Das Angeln von Kleinbooten erfreut sich auf der Ostsee immer größerer Beliebheit. Besonders spannend und erfolgreich: das Twistern mit leichten Spinnruten. Rainer Korn über den leichten Weg zum Dorsch, mit Fotos von Sebastian Rose und Rainer Korn.
Kein Hauch überm Wasser, die Ostsee glatt wie ein Kinderpo: Zwischen den Herbststürmen gibt's immer diese absolut ruhigen Novembertage, die die Dänen bezeichnenderweise "Hafenblick" nennen. Es ist so ruhig und die Fernsicht extrem, dass man von überall auf dem Meer bereits wieder seinen Hafen entdecken kann. Auf den Kuttern machen die Angler bei null Drift und Strom lange Gesichter. Nur die Profis bekommen jetzt noch ab und an einen Zupfer - ansonsten: leere Kisten, wohin das Auge auch blickt.
Jetzt schlägt die Stunde der Kleinbootangler, die es verstehen, leicht und fein den Dorschen leckere Beute vorzugaukeln. Die Pilker bleiben zu Hause oder dürfen sich im Angelkasten ausruhen. An solchen Tagen (und nicht nur an diesen) ist mein Liebling Nummer 1 der Twister am 10- bis 25-Gramm-Kopf. Und zwar als Hauptköder direkt an die Hauptschnur montiert. Wer geflochten fischt, sollte wegen Sichtigkeit und Abrieb lieber ein ein bis drei Meter langes monofiles Vorfach in der Stärke 0,30 Millimeter vorschalten. Fürs Twistern reicht im Normalfall eine monofile Leine zwischen 0,25 und 0,30 Millimetern.
Kanten & Berge
Besonders eignen sich die Scharkanten in Küstennähe, Unterwasserberge und große Plateaus fürs leichte Spinnfischen auf Dorsch. Dort, wo sich ordentlich Bewuchs am Grund breit gemacht hat und vielleicht sogar noch Muscheln in Massen auftreten, da halten sich die Ostsee-Leoparden mit Vorliebe auf. Einerseits bietet der unruhige Grund Schutz, andererseits stellt er das reinste Schlemmerparadies dar. Taschenkrebse, übrigens für viele küstennahe Dorsche mittlerweile oft Hauptnahrung, Garnelen, Grundeln, Würmer und Muscheln lassen die Herzen der Ostseeräuber höher schlagen.
Foto: Sebastian Rose
Die optimalen Wassertiefen fürs
Twistern liegen zwischen sechs und 12 Metern - je nachdem, wie stark die Drift ist. Ich persönlich bevorzuge zwischen acht und zehn Metern. Da lässt sich noch prima ein 12-Gramm-Kopf einsetzen, ohne dass ich eine Ewigkeit warten muss, bis der Köder den Grund erreicht hat. Auch die Köderführung klappt im Flacheren besser. Außerdem darf ich ab acht Metern verstärkt mit größeren Exemplaren rechnen - und ein Achtpfünder an der leichten Spinnrute zeigt ausdauernd, welche Kraft doch in einem richtigen Ostseedorsch steckt.
Führungsstile
Beim Twistern bevorzuge ich das langsame Einholen des Köders, nachdem er den Grund erreicht hat. Ab und zu lasse ich ihn dann wieder an gestraffter Schnur bis zum Grund abtrudeln. Zwischendurch ein paar erregte Hüpfer und die Köderführung ist perfekt. Die übliche Zick-Zack-Methode für Twister eignet sich hier nicht so, da über unreinem Grund gefischt wird. Das würde zwar eine Menge Krautfahnen, aber nur wenige Fische bringen. Also den Köder möglichst in unmittelbarer Grundnähe führen und ab und zu durchsacken lassen.
Eine andere Alternative: mit großen schwebenden Köpfen angeln. Das Gewicht bringt ein möglichst schmaler Stabpilker ohne Drilling, der etwa einen halben bis zu einem Meter vor den Twister geschaltet wird. Das Gewicht sollte zwischen 30 und 60 Gramm liegen. Sehr gut eignen sich hierfür große Tiroler Hölzl, die es auch in 50-Gramm-Versionen gibt. Eine sehr effektive Methode, die kaum Hänger bringt, aber dafür eine optimale Köderkontrolle zulässt. Denn so können Sie sicher sein, wirklich immer genau am Grund zu fischen.











