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Trends im Chartermarkt: Wohin es Segler in 2010 zieht </07.10>
Marktberichte & Reportagen
Trends im Chartermarkt: Wohin es Segler in 2010 zieht

Für die Saison 2010 hält der Trend nach komfortabel ausgestatteten Charterbooten an, die u.a. auch über Autopilot, Bugstrahlruder und eine elektrisch betriebene Ankerwinde verfügen sollten. Bei der Bootsgröße ist ein Trend zu Booten zwischen zehn und zwöf Metern Länge für die kleinere Crew erkennbar.
Wunsch nach Flexibilität
Die Törndauer weicht mehr und mehr von der starren Wochenregelung ab: Zehn Tage statt einer oder zwei Wochen werden verstärkt nachgefragt. Andererseits wird auf bekannte und bewährte Reviere gesetzt. Bei Motorbooten sind das vor allem die mitteleuropäischen Binnengewässer, bei Segelbooten die Ostsee und das Mittelmeer.
Trends und Ziele für Segler
Segler wollen freies Wasser und Wind, wobei sich Familien eher für Schwachwind-Reviere begeistern. Sportlichere Segler bevorzugen Starkwindreviere. Die gefragtesten Reviere in 2009 waren und sind nach dem derzeitigen Buchungsstand für 2010:
- 1. Kroatien
2. Spanische Balearen
3. Griechenland
4. Ostsee
5. Italien
6. Türkei
7. Frankreich
8. Karibik
Kroatien und die dalmatinische Küste
Kroatien und die dalmatinische Küste mit fast 1.000 km Länge und rund 1.175 Inseln sind von Rang 3 in 2009 wieder auf die Spitzenposition gerückt. An zahlreiche Gebühren hat man sich inzwischen gewöhnt. Die abgeschiedenen Ankerbuchten, aber auch die im Vergleich zu anderen Destinationen überschaubaren Preise an Land machen dieses Revier so attraktiv.

Foto: Kroatische Zentrale für Tourismus
Die spanischen Balearen
Die spanischen Balearen treten nach der Spitzenposition im Vorjahr wieder einen Schritt zurück auf der Beliebtheitsskala. Maßgeblich verantwortlich dafür sind die gestiegenen Preise in den Marinas und Restaurants. Das können auch das große Angebot an preiswerten Flügen von allen deutschen Flughäfen nach Mallorca und die zahlreichen Ankerbuchten rund um Mallorca und Ibiza nicht wettmachen.
Griechenland
Die griechischen Gewässer fallen vom zweiten Rang im Vorjahr wieder auf den dritten Platz zurück. Um alle der rund 3.600 Inseln aufzusuchen, müsste man dort wohl zehn Jahre lang täglich unterwegs sein. Die Ionischen Inseln vor der griechischen Westküste mit im Sommer mäßigen Winden zählen unter Kennern zu den schönsten und sichersten Revieren weltweit. Wetter und Segelbedingungen sind gleichermaßen ideal für Familien, Anfänger und erfahrene Segler. Die Abstände zwischen den einzelnen Häfen und Ankerplätzen betragen durchschnittlich nicht mehr als 20 Seemeilen (37 km). Das ist je nach Wind in zwei bis fünf Segelstunden bequem zu schaffen. Gleiches gilt für den Saronischen Golf südlich von Athen. Die ostgriechischen Gewässer in der Ägais gelten vor allem in den Kykladen eher als anspruchsvolleres Starkwindrevier. Vor allem in der zweiten Sommerhälfte blasen die Meltemiwinde kräftig.
Der Ostseeraum
Die Ostsee behauptet sich derzeit noch auf dem vierten Platz. Die vom deutschen Gesetzgeber eingeführten Sachkundenachweise beim Umgang mit Signalmitteln, Funkanlagen und eine bereits bestehende Ausrüstungspflicht könnte sich auf Sicht allerdings negativ auswirken. Für die Ostsee mit PKW-Anreise und Törns von den Stützpunkten in der Lübecker und Kieler Bucht hinüber nach Dänemark und Schweden gilt wie in jedem Jahr: War der Vorsommer gut, ist die Nachfrage gut! War er schlecht, sinkt die Nachfrage. Der Sommer 2009 war im Norden nun einmal durchwachsen.
Italien
Italien ist wieder en vogue, besonders Sardinien für Kojencharter und Törns mit Superyachten. Auch in den Golf von Neapel zieht es vor allem Superyacht-Charterer. In beiden Revieren sind Marinas und Restaurants zwar nicht sonderlich preiswert, aber immerhin erschwinglicher als an der französischen Cöte d'Azur, von der Charterer vermehrt nach Italien abwandern. Italien könnte noch besser abschneiden, wenn es dort mehr Charterboote gäbe.
Türkei
Die türkische Ägäis und die türkische Riviera mit ihren Starkwindrevieren fallen immer weiter zurück - nach Platz 4 vor zwei Jahren und Platz 5 in 2009 nunmehr auf den sechsten Rang. Grund dafür sind immer höheren Kosten für Flüge und an Land.
Frankreichs Mittelmeerküste
Weil sie ein teures Pflaster ist, kehren immer mehr Charterer der französischen Côte d'Azur den Rücken. Sie landet nur noch auf dem siebten Platz in der Beliebtheitsskala. Die wenigen Buchten sind überfüllt, beschauliche Ankerplätze sucht man vergebens. Hier sind nur noch Bucher von Superyachten unterwegs, die im Jet Set Reigen zwischen Monaco und St.Tropez mitspielen möchten. Oder wenn sie nach der Übernahme einer Yacht in den Häfen der Cöte d'Azur die Inseln Korsika (Frankreich) und Sardinien (Italien) ansteuern wollen.
Karibik
In der Karibik - auf Rang 8 - zählen die französischen Inseln Guadeloupe und Martinique zu den beliebtesten Destinationen, von denen aus man in die Inselwelt der Windwards Islands mit längeren Tagestörns bis hinunter nach Grenada aufbricht. In den Leewards sind es die British Virgin Islands, die mit ihrer geschützten Inselvielfalt zu kürzeren Tagestörns einladen.
Quelle: bvww.org
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