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Frischer Wind in der Wassersportbranche </11.10>
Marktberichte & Reportagen
Frischer Wind in der Wassersportbranche

Nach dem Rückgang der Bootsproduktion im Jahr 2009 um knapp 60% gegenüber dem Spitzenjahr 2006 hat sich die Nachfrage nach Booten und Yachten im ersten Halbjahr 2010 wieder verbessert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat die Bootsproduktion nach Berechnungen des BVWW um ca. 12% zugenommen.
Positive Entwicklung auch für 2011 & 2012
Insgesamt wird sich der Umsatz an maritimen Gütern und Dienstleistungen auf dem deutschen Markt im Jahr 2010 um 4,7% auf 1,726 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,649 Mrd. Euro) erhöhen. Auch der Konjunkturverlauf in den kommenden zwei bis drei Jahren wird deutlich positiver eingeschätzt: 38,1% (Vorjahr: 24,1%) glauben an weitere konjunkturelle Verbesserungen.
Bestätigung durch Konjunkturbarometer des BVWW
Diese positive Entwicklung wird durch die Ergebnisse des Konjunkturbarometers des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft bestätigt. 39,3% der befragten Unternehmen beurteilen die Geschäftslage besser als im Vergleich zum Vorjahr. Im Vorjahr betrug der Wert lediglich 17,2%. Die Erholung betrifft nahezu alle Bereiche der maritimen Wirtschaft. Naturgemäß fällt sie im Bereich der Neuboote am deutlichsten aus, da dieses Segment von den Einbrüchen besonders hart betroffen war. Im Bereich Segelboote beurteilen 56,8% (Vorjahr: 23,5%) die wirtschaftliche Lage gleich gut oder besser als im Vorjahr; im Motorbootbereich sogar 59,6% (Vorjahr: 24,5%).
Export von Booten
Die positive Erholung schlägt sich auch in den Exportzahlen nieder. Besonders im Segelyachtsegment befinden sich die Hersteller im Aufwind. Im ersten Halbjahr 2010 hat der Export in der wichtigen Bootsklasse zwischen 7,5 und 12 m Länge um 48,5% (Wert: +29,2%) zugelegt. Insgesamt wurden 864 Segelyachten im Wert von gut 78 Mio. Euro ins Ausland exportiert. Dies zeigt, dass sich auch in den für den deutschen Bootsbau besonders wichtigen europäischen Absatzmärkten die Nachfrage nach Booten und Yachten stabilisiert hat. Skandinavien, Großbritannien, Frankreich und Niederlande verzeichnen Verkaufszuwächse in ähnlicher Größenordnung wie auf dem deutschen Markt. Die Lagerbestände bei Herstellern und Händlern wurden inzwischen größtenteils abgebaut. Etwas schwieriger bleibt europaweit der Verkauf größerer Yachten.
Interesse am Wassersport wecken
Interesse am Wassersport geweckt werden soll auch durch die PR-Aktion des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft, die im September 2010 an den Start ging. Fünf TV-gerechte Kurzfilme zu den Themen Segeln, Motor-/Hausboote, Sportboote, Kanu/Kajak und Tauchen sollen für den Wassersport zusätzlich Öffentlichkeit schaffen. Begleitet wird die Aktion durch das Internetportal www.entdecke-wassersport.de mit weiterführenden Informationen zu den einzelnen Wassersportaktivitäten. Zielgruppe sind Wassersport affine Menschen der Alterszielgruppe "25/40". Die Filmbeiträge werden über regionale Sender ausgestrahlt sowie öffentlich-rechtlichen und kommerziellen Sendern als kostenloses Material angeboten.

Übrige Marktsegmente auf dem guten Vorjahresniveau
Auch die übrigen Marktsegmente der maritimen Wirtschaft profitieren von der besseren Stimmung. Das ist umso erstaunlicher, da die Bereiche Ausrüstung & Zubehör, Charter, Reparatur/Service/Refit, Dienstleistung und Tauchsport vom schwierigen Wirtschaftsjahr 2009 nicht so stark betroffen waren.
Ausrüstung & Zubehör
Trotz des kalten Frühjahrs zeichnen sich in diesem Jahr im Ausrüstungsbereich Umsätze auf dem zufriedenstellenden Vorjahresniveau ab. Rund 2/3 der befragten Unternehmen sprechen von gleichbleibenden oder besseren Umsätzen als im Vorjahr. Die Bootseigner investieren weiterhin in den Werterhalt ihrer Schiffe. Dies gilt besonders für hochwertiges technisches Zubehör wie Heiz-, Kühl- und Kochtechnik sowie Navigations- und Sicherheitsausstattung. Auch Entertainment- Ausstattungen werden verstärkt nachgefragt.
Chartermarkt
Gleiches gilt für den Chartermarkt. Zwar hat sich die Fußball-Weltmeisterschaft im Buchungsmonat Juni durchaus mit leichten Buchungsrückgängen bemerkbar gemacht, insgesamt liegen die Buchungen aber im Bereich der Ostseecharter sowie im Binnenland auf gutem Vorjahresniveau. Die Anbieter profitieren hier weiter vom allgemeinen Trend die schönsten Tage des Jahres im Heimatland zu verbringen. Leicht rückläufig hingegen sind ausländische Destinationen. Insgesamt sprechen 62,5% der Unternehmen (Vorjahr: 63,6%) von gleichbleibenden oder besseren Umsätzen als im Vorjahreszeitraum. Generell gilt, dass Charterkunden ein umfassendes Serviceangebot der Anbieter zunehmend honorieren. Ein angenehmes Umfeld mit besten Versorgungsmöglichkeiten im Ausgangshafen wird ebenso geschätzt wie Routenvorschläge mit landseitigen Tourismusinformationen, kostenloser Wetterservice und Notfallservice rund um die Uhr.
Reparatur, Service, Refit
Stabiles Standbein für viele Unternehmen bleibt der Bereich Reparatur, Service und Refit. Dieses Marktsegment profitiert traditionell von schwächeren Jahren im Neubootgeschäft. Viele Yachteigner haben sich dafür entschieden, das vorhandene Boot weiter zu nutzen und investieren in den Werterhalt ihrer Yachten bis hin zur kompletten Überholung. Die Refit-Betriebe bleiben hervorragend ausgelastet und erweitern ihre Kapazitäten. Allerdings macht sich das Fehlen qualifizierten Personals zunehmend bemerkbar und setzt den Wachstumswünschen Grenzen.
Tauchsport ist Spitzenreiter des Stimmungsbarometers
Spitzenreiter des Stimmungsbarometers ist der Tauchsportbereich. 75% der befragten Unternehmen (Vorjahr: 45,5%) beurteilen die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr gleich gut oder besser. Bereits im Vergleich der Jahre 2008/2009 hatte der Umsatz an den Fachhandel um knapp 8% zugelegt. In den ersten 8 Monaten des Jahres 2010 konnte die Branche erneut um 2,2% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zulegen.
Ausblick
Insgesamt hat sich die Stimmungslage der maritimen Wirtschaft also sowohl im In- als auch im Ausland deutlich verbessert. Die weitere Entwicklung wird wesentlich davon abhängen, ob sich das Vertrauen der Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung weiter erhöht. Investitionen in vergleichsweise teure Freizeitgüter, die zudem längerfristige Bindungen bedeuten, gehen nur dann leicht von der Hand wenn Zuversicht, Optimismus und Vertrauen das öffentliche Klima bestimmen. Trotz der auch weiterhin bestehenden konjunkturellen Risiken rechnet die Branche damit, dass sich der wirtschaftliche Aufschwung auch im Jahr 2011 fortsetzen wird.
Zuversicht zur boot Düsseldorf 2011
Das Interesse der internationalen maritimen Wirtschaft fokussiert sich immer mehr auf die boot Düsseldorf, als den zentralen Marktplatz für maritime Güter und Dienstleistungen im Herzen Europas. Die umfassende Präsentation von maritimen Angeboten schafft wertvolle Synergieeffekte von denen alle Branchensegmente profitieren und rund 50.000 ausländische Besucher sorgen für eine Internationalität, die im maritimen Messewesen einmalig sein dürfte. Die Branche geht daher mit Optimismus und Zuversicht auf die boot Düsseldorf 2011.
Köln, November 2010
Quelle: Bundesverband Wassersportwirtschaft e.V.
Fotos: Aus dem neuen Sunsail Katalog / www.sunsail.de
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