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Roland Gaebler - Kitesailing in der Sahara</on>

Reportagen & Portraits

Roland Gaebler - Kitesailing in der Sahara


Segel-Olympiasieger Roland Gaebler berichtet vom Rausch in der Wüste
Die Landschaft ist geprägt von hohen Dünen und endlos flachen Passagen. Die Sonne brennt direkt von oben und irgendwo am Horizont sind Palmen zu sehen. Kann man in der Sahara segeln? Roland Gaebler ist seit vielen Jahren als Profi auf dem Wasser unterwegs. Nachdem der Olympiamedaillen-Gewinner im Tornado das nasse Element ausgiebig erforscht hat, stellte er sich jetzt dem Wüstensand als Gegner. "Ich habe mich immer gefragt, ob man in der Wüste auch segeln kann", erzählt der blonde Sportler. "Schon seit Jahren begeistert mich die Rallye Paris-Dakar und als ich einmal live dabei war, kam mir die Idee mit dem Wüstenwind zu segeln. Das ist für mich die wahre Herausforderung!". Für eine im Herbst geplante "Kitesailing-Sahara-Expedition" fuhr der 37 Jahre alten Segler daher jetzt zu Testzwecken nach Tunesien.


Ausgangspunkt der staubigen Testfahrt war die Ferienanlage von Gaeblers Sponsor Aldiana auf der südtunesischen Insel Djerba. Von dort ging es in einer Tagesfahrt mit dem vollbepackten Leihwagen nach Duez, dem Tor zur endlosen Wüste. "Bei wenig Wind und mit dem größten Drachen konnte ich am nächsten Morgen erste Fahrversuche mit dem Kitebuggy unternehmen", berichtet Gaebler. "Der Wind war sehr unkonstant und ließ keinen schnellen Manöver zu. Trotzdem schaffte ich es locker, auf die höchste, etwa 50 Meter hohe Düne zu segeln – ein tolles Gefühl!" Dann ging es ins Wüstenmeer, in die endlose Weite der Sahara. Mit vorsichtigen Manövern wagte sich der Profisegler immer weiter in die Dünen und kehrte erst mit dem allerletzten Windhauch wieder nach Duez zurück.

 
 

Rausch in der Wüste
Gaebler, der mit seiner Frau Nahid unterwegs war, fuhr nach den ersten positiven Versuchen weiter nach Westen. "Wir ließen die letzten Dörfer hinter uns und waren nun völlig allein. Die Stille ist einfach irre! Wieder startete ich mit dem Kitebuggy in die Sahara. Der Wind hatte auf fünf Beaufort zugenommen und ich erreichte mit einem kleineren Drachen schon enorme Geschwindigkeiten von fast 80 km/h. Mit voller Windkraft in dieser endlosen Weite zu segeln war traumhaft", berichtet Gaebler. "Algerien lag nur 80 Kilometer entfernt und ich hätte endlos weiter segeln können! Es war ein Rausch in der Wüste".

Überschlag und Sturz
Doch plötzlich kam mit einem Schlag die Ernüchterung! Gaebler blieb hinter einer Düne stecken und überschlug sich. "Ich war noch nie so froh, einen Helm zu tragen", berichtet der Verunglückte. "Immerhin landete die Hinterachse auf meinem Kopf". Bis auf einen steifen Nacken ist glücklicherweise nicht viel passiert. Aber der Sturz machte klar: mit der Wüste ist nicht zu spaßen. Die unterschiedliche Beschaffenheit des Sandes zu erkennen und die Böen zu meistern, das ist die Kunst des Wüstensegelns. Sonst wird es gefährlich. "Man muss auf die sehr böigen Winde und die Windwirbel achten", sagt der Profisegler. "Die Windwirbel heben einen schon mal meterhoch über den Boden und bei der Landung kann man sich alle Knochen brechen!".


Zwei Meere
Bei dieser Reise wollte der vielfache Katamaran-Weltmeister erst einmal das neue Terrain testen. "Dabei wollte ich sehen ob es überhaupt möglich ist, in der Sahara zu segeln und ich konnte meinen Traum in dieser atemberaubenden Landschaft verwirklichen. Wer einmal die Sahara gesehen hat, den zieht es immer wieder dorthin! Tunesien hat zwei traumhafte Meere: das eine ist türkisfarben, das andere golden". Die im Herbst geplante große Expedition soll über die Grenzen nach Algerien und Lybien führen. Gaebler will dabei mehrere hundert Kilometern zurücklegen und unbekannte Regionen befahren.

Roland Gaeblers Homepage

 
 

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