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Wasserpflanze des Jahres 2011: die Wassernuss (Trapa natans) </02.11>

Tauchprojekte & Hintergrundberichte

Wasserpflanze des Jahres 2011: die Wassernuss (Trapa natans)

Foto: VDST

Genau wie bei Korallen, gibt es auch in Flora und Fauna unter und auf dem Wasser viele faszinierende und schützenswerte Arten, deren Bestände jedoch vom Aussterben bedroht sind und immer weiter schrumpfen. Deshalb haben der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST), der Tauchsportverband Österreichs (TSVÖ) und der Schweizer Unterwassersportverband (SUSV) grenzübergreifend die kulturhistorisch sehr interessante Wassernuss (Trapa natans), die ein voreiszeitliches Relikt darstellt, zur Wasserpflanze des Jahres 2011 gewählt.

VDST, TSVÖ und SUSV haben gewählt
Fest stand die Wahl zur Eröffnung der boot Düsseldorf 2011. In den letzten Jahren hatte der Förderkreis Sporttauchen e.V. die Wasserpflanze des Jahres ausgewählt. Nun haben dies die drei nationalen Tauchsportverbände als gemeinsame Aufgabe übernommen. Taucher und Wassersportfreunde sollen durch die Wahl darauf aufmerksam gemacht werden, welch umfassende und beeindruckende grüne Welt sie neben der Tierwelt im Wasser und an der Wasseroberfläche umgibt.

Über Trapa natans
Die einheimische Wassernuss oder Wasserkastanie hat einen langen, dünnen Stängel, mit dem sie im Boden verankert, nicht verwurzelt ist. Die Schwimmblätter sind im Frühjahr, zu Beginn der Vegetationsperiode olivgrün gefärbt. Später im Jahr färben sie sich violettbraun. Die Wassernuss trägt von Juli bis August weiße Blüten aus denen sich ca. drei bis fünf Zentimeter große Steinfrüchte entwickeln, die dann den Winter über am Gewässergrund überdauern. Gesellig kommt die Pflanze in Schwimmblattbeständen vor, bevorzugt in sommerwarmen, stehenden Gewässern. Optimal wächst sie auf schlammigen Böden bei einer Wassertiefe von ein bis zwei Metern. Die fächerförmigen Laubblätter an der Wasseroberfläche benötigen allerdings Sonne und die Pflanze geht bei stärkerer Verschmutzung rasch zurück.

Foto (rechts): Heinz Huber/VDST

Nutzung als Nahrung - auch für Menschen
Die Verbreitung der reifen Nüsse erfolgt durch Schwäne, Gänse, Biber, Fischotter und andere Tiere, und durch den Menschen, der die Früchte wegen des essbaren Kerns seit der jüngeren Steinzeit auch als Nahrung nutzte. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sie aus Seen geerntet und in guten Jahren sogar an die Schweine verfüttert. Gemahlen wurden die Kerne auch in der Fischzucht verwendet. „Die Wassernuss ist ein voreiszeitliches Relikt und war früher viel weiter verbreitet und häufiger als heute“, so PD Dr. Ralph O. Schill vom VDST. „Gefährdet ist die Wassernuss heutzutage hauptsächlich durch Baumaßnahmen, wie z.B. Flussbegradigungen, durch die Wasserverschmutzung und durch Ablagerungen von Trübstoffen.“

Wassernuss ist eine einjährige Wasserpflanze
Fehlen Tiere, wie beispielsweise Fischotter, die die Wassernüsse sammeln und in andere Gewässer transportiert, kann sich die Wassernuss nicht verbreiten. Es kommt hinzu, dass die Wassernuss ruhige beziehungsweise stehende Gewässer liebt und daher die Nüsse auch kaum von einer Wasserströmung davon getrieben werden. Als die Flüsse noch nicht begradigt waren und ruhig dahin flossen, war die Wassernuss besonders in den Auen noch eine sehr stark verbreitete Pflanze. Im Gegensatz etwa zu Seerosen, die eine Knolle entwickeln, aus der sich Jahr für Jahr eine Pflanze entwickelt und die damit mehrjährig sind, sprießt aus der Wassernuss nur ein einziges Mal ein Trieb. Wird also beispielsweise der aus der Nuss kommende Triebstängel einmal von einem Fisch abgefressen oder knickt der Trieb um oder reißt ab, dann stirbt die Pflanze.

Quelle & weitere Infos: www.vdst.de & www.wasserpflanze-des-jahres.org

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