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Put&Take-Gewässer - 365 Tage Saison & ein Blick in die Box</08.11>

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Put&Take-Gewässer - 365 Tage Saison & ein Blick in die Box

Blick in die Box
Ohne Streamer geht nichts am Forellensee! Sie sind die häufigsten Muster, die am Put&Take-See gefischt werden. Meist in knalligen Farben wie Orange, Rot, Gelb oder Weiß. Aber auch braune oder schwarze Varianten dürfen nicht fehlen. Entweder mit Kettenaugen oder Bleiwicklung unter dem Federkleid tauchen sie ins Revier der Regenbogner. Ist es nötig, das kleine Kunstwerk ein paar Etagen höher anzubieten, kommen unbeschwerte Streamer zum Einsatz.

Oft ein Ass im Watjackenärmel: Nymphen!
Gerade wenn die Fische nur auf kleine Nahrung stehen. Ich habe schon erlebt, dass die Gepunkteten auf unbeschwerte Mini-Nymphen standen, die an langer Schnur nur mit dem Wind über den See drifteten. Schwärmen im flachen Uferwasser die Kaulquappen, schlägt die Stunde der Montana-Nymphe. Der Klassiker ist in dieser Situation eine Bank für Bisse! Die Fische kollabieren förmlich und die Attacken sind spektakulär.

Mit Trockenfliege gezielt auf Steiger fischen
Ich bin ein Fan der Trockenfliege und liebe es, an einem lauen Sommerabend am Teich zu stehen und gezielt auf Steiger zu fischen. Ameisen-, Mücken-, Käfer- und Eintagsfliegen- Imitationen gehören in jede gut sortierte Forellensee-Box. Genauso schwimmende Muster, die auf der Wasseroberfläche „skaten“. Geben Sie beim Einstrippen richtig Tempo! Die Fische schieben sich in einer dicken Bugwelle über den Köder und der Tanz beginnt.

Meine Meinung zu springenden Fischen?
Die beißen nicht. Anders schwallende Forellen. Sie bekommen meine Fliege sofort präsentiert und hängen – fast immer! Manchmal muss man die Flossenträger aber auch richtig aus der Reserve kitzeln. Fliegen wie die Baltic Booby werden mit zwei kleinen Styroporkugeln als Augen gebunden. Fischen Sie diese Modelle am sinkenden Poly Leader. Beim Einstrippen taucht die Fliege Richtung Grund, in der Pause wieder nach oben. Auf dieses Zick-Zack- Spiel fahren die Fische ab. Ich habe übrigens noch ein Muster in meiner Box, das schon direkt nach dem Wurf in einem Forellenmaul verschwunden ist. Ein unscheinbares, braunes „Ding“ aus Chenille und mit Lack überzogen. In der Forellenzucht prasseln täglich braune Pellets ins Becken, warum also nicht alte Erinnerungen wecken? Ein gestoppter Wurf befördert die Fliege mit einem leisen „Plitsch“ ins Wasser. Das reicht und die Forellen schnappen zu.

Foto: Elmar Elfers / Rute&Rolle

365 Tage
Schonzeit? Nicht am Forellensee! Hier ist das ganze Jahr Saison – auch für Fliegenfischer. Allerdings nur, wenn uns das Eis keinen Strich durch die Rechnung macht. Bleiben wir doch gleich beim Winter. Kaltes Wasser, träge Fische. Tief und langsam lautet die Devise. Servieren Sie Ihre Fliege im Zeitlupentempo dicht über Grund, dann stehen die Chancen auf einen Biss gut.

Kommt im Frühjahr das Wasser langsam wieder auf Temperatur, ist bei Sonne die Windseite ein heißer Tipp. Das wärmere Oberflächenwasser sammelt sich dort und wirkt wie ein Fischmagnet. Zudem werden Insekten und andere Happen zusammengetrieben. Später ziehen die Fische wieder durch alle Wasserschichten.

Anders sieht’s im Sommer aus. Jetzt wird es den Fischen auf der Windseite zu warm. Das Wasser zirkuliert und drückt auf der gegenüberliegenden Seite das kühlere Wasser nach oben. Hat das Gewässer allerdings zu wenig Sauerstoff, meiden die Fische den Bereich. Dösen die Forellen in der Mittagszeit an der Wasseroberfläche, gönnen Sie sich auch eine Siesta. Interessanter wird es am Abend. Dann kommen die Fische wieder in Fahrt und das Angeln lohnt sich bis in die Abendund Nachtstunden. Frühaufsteher fangen in den kühlen Morgenstunden. Das tagsüber erwärmte Wasser hat sich die Nacht über abgekühlt und die Fische sind aktiver. Manchmal bringt auch ein Schauer die Wende. Prasselnder Regen führt dem Wasser Sauerstoff zu und holt die Fische aus ihrer Lethargie. Zudem treffen die Tropfen oft Insekten, das nun als frische Leckerei auf der Wasseroberfläche treibt.

Im Herbst haben Sie überall gute Chancen auf eine krumme Rute. Heiße Bereiche sind auch am Forellensee Schilfkanten, Seerosenfelder, Buschwerk im Wasser oder Frischwassereinläufe sowie Belüftungsanlagen. Viele neue Seen sind in Deutschland und Dänemark dazugekommen. Vielleicht sehen wir uns ja mal...

Text & Bilder: Rute&Rolle / Elmar Elfers

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