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Detlef Jens Blog zur boot 2012: Rund Europa mit Michel Desjoyeaux

Detlef Jens Blog zur boot Düsseldorf 2012

Detlef Jens Blog zur boot 2012: Rund Europa mit Michel Desjoyeaux

Detlef Jens Blog zur boot Düsseldorf 2012

Das ist ein Segler! »Ob Inshore oder auf See, das ist mir völlig egal – Hauptsache Multihull!«, sagt mir Michel Desjoyeaux, einer von Frankreichs erfolgreichsten und populärsten Hochsee-Profis. Da ist ihm ein Projekt wie die neue MOD70 Klasse natürlich wie auf den Leib geschneidert: Rasant schnelle, 70 Fuß lange Trimarane segeln jeweils eine ganze Saison lang in einer Serie gegeneinander, und zwar sowohl über den Ozean – in diesem Jahr ein Transatlantikrennen von New York nach Brest, als auch in unmittelbarer Landnähe. Spektakuläre Speed-Rennen werden das sein, erleben kann man sie in diesem August zum Beispiel auch in Kiel – aber dazu gleich mehr.

Wer ihn auf den Gängen der boot erlebt, mag nicht glauben hier einen Titanen der internationalen Profisegler vor sich zu haben: ein unscheinbarer, humorvoller, bescheidener Mensch, aber auch ein inspirierender und anregender Gesprächspartner. Er ist bisher der einzige Segler überhaupt, der das Solo-Nonstop-Weltrennen Vendée Globe gleich zweimal gewonnen hat (2000-01 und 2008-09), dazu hat er zahllose Titel in Hochsee-Multihullrennen eingefahren. Sein Spitzname lautet „der Professor“, weil er vor allem seine Vendée Globe Siege auch durch eine geradezu wissenschaftliche Vorbereitung und ein penibles Training errungen hat.

MOD 70 / ©Yvan Zedda Sea&Co www.zedda.com
Foto: MOD 70 / ©Yvan Zedda Sea&Co www.zedda.com

Ähnlich geht er nun auch sein neues Projekt an. Mit seinem Dauersponsor Foncia segelt er in diesem Jahr in der neuen MOD (Multihull One Design) 70 Klasse. Das sind ziemlich große, sehr schnelle und, im Vergleich zu früheren Multis dieser Größe, einfache Trimarane, die auf See Etmale von 300 Seemeilen und mehr als Durchschnitt einfahren und die, im Speedrennen nur 100 Meter von den Zuschauern an Land entfernt, bestimmt ihre 30 Knoten erreichen können. „Wir werden sehr viel in der Bretagne trainieren, dort auch an anderen Rennen teilnehmen nur um zu üben“, sagt er. „Diese Boote sind ja alle identisch, es ist eine strikte Einheitsklasse, also müssen wir das absolut bestmögliche herausholen! Sogar die Kücheneinrichtung ist überall die gleiche“, scherzt er. Mark Turner, der englische Mitveranstalter der Regattaserie, fragt denn auch gleich: „Das Essen auch?“ Solch einer Vorlage kann Michel nicht widerstehen, lächelnd sagt er: „Nein, denn wir Franzosen würden uns ja weigern, mit englischem Essen an Bord zu segeln!“

 
 

Aber weiter im Programm: Im Juli segeln die MOD70 ihr Rennen von New York nach Brest, wo sie auf dem Höhepunkt des berühmten Brest Festivals eintreffen werden – das ist ein gigantisches Volksfest, zu dem hunderte, wenn nicht tausende historischer Schiffe aus ganz Europa kommen. Michel freut sich auch drauf: „Mit unseren hochmodernen Trimaranen bringen wir dann etwas Balance in das Ganze, drücke das Durchschnittsalter der Schiffe, wenn auch nur minimal!“

MOD 70 European Tour - Kieler Förde ©Kiel-Marketing GmbH
Start der European Tour auf der Kieler Förde (©Kiel-Marketing GmbH)

Ab August beginnt dann die „European Tour“ dieser Trimarane. Und sie beginnt – in Kiel! „Ich liebe Kiel“, sagt er: „Dort haben wir ein echt segelbegeistertes Publikum. Selbst bei Mistwetter kommen unglaublich viele Menschen, wenn es spektakuläre Rennen zu sehen gibt!“ Die wird es dann geben, auf der Innenförde vor der Kiellinie, wenn die sieben Hochsee-Trimarane dicht vor dem Ufer ihre Inshore- und Speedrennen abhalten.

Nach einigen Tagen hier geht es dann auf See, um Skagen und nördlich von Schottland herum nach Irland. Auch dort wieder: Mehrtägiges Spektakel im Hafen, dann die nächste Langstreckenetappe, diesmal quer über die Biskaya nach Cascais in Portugal, 1050 Seemeilen in etwa. Nach den Schaurennen dort (deren Punkte natürlich für die Gesamtwertung wichtig sind) geht es durch die Straße von Gibraltar in das Mittelmeer hinein und nach Marseille, wo ein wahres Festival des Rennsegelns stattfinden wird; und schließlich von dort aus nach Süden, unten um Sardinien herum und wieder nach Norden bis Genua, dem Zielhafen der Tour.

„Mehr als einen Monat lang segeln, ohne wirkliche Pause, das ist hart für die Boote und für die Crews“, sagt Michel – „aber das ist schließlich das Spiel, auf das wir uns eingelassen haben. Und es wird auch gewaltigen Spaß machen!“ Und so manche Herausforderung bereithalten: Im Spätsommer nördlich um die Shetland-Inseln zu segeln, könnte schon windig werden. Anders als, vermutlich, die Strecke von Gibraltar ins Mittelmeer, wo leichte und drehende Winde dem Regattasegeln die richtige Würze verleihen…

Was reizt ihn an der MOD70, einer ganz neuen Klasse, die jedoch einen viel versprechenden Start vorgelegt hat? „Nach der Open 60 und der Vendée Globe wollte ich zurück zum Multihull-Segeln. Und nach dem Tod der ORMA 60 Klasse ist dies die beste Gelegenheit dazu!“ Welche Segelpläne hat er noch? „Zum Glück ist segeln so wahnsinnig vielfältig, wir können ja alles machen: Einhand oder Zweihand oder mit Crew, unter Land oder auf hoher See, Mono- oder Multihull – aber auf jeden Fall möchte ich weiter lernen. Es gibt immer etwas zu lernen. Weißt du, neulich habe ich einfach einmal eine First 30 gesegelt – und auch dabei etwas gelernt!“ Was das war, hat er mir dann aber nicht mehr verraten.

Weitere Infos:www.multionedesign.com

Foto 1: MOD 70 / ©Yvan Zedda Sea&Co www.zedda.com
Foto 2: Kieler Förde / ©Kiel-Marketing GmbH

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