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Detlef Jens Blog zur boot 2012: Der Yacht-Erfinder
Detlef Jens Blog zur boot Düsseldorf 2012
Detlef Jens Blog zur boot 2012: Der Yacht-Erfinder

Es ist ein unscheinbarer Stand in der Halle 16, Stand D 79, aber es könnte für den einen oder anderen der Schlüssel zur Verwirklichung seiner Träume werden. Denn hier stellt mein alter Freund Jean-Noël Lebrun seine zum Teil schon mehrfach gebauten und oft gesegelte, zum Teil noch in der Planung befindlichen Traumyachten vor. Windpearl Yachts, seine Firma, ist keine Werft wie jede andere.
Jedes Schiff ist so langweilig oder so außergewöhnlich wie der Macher, die Ideengeber dahinter. Also ist seine Windpearl 58 ein besonders interessantes Schiff. Jean-Noël Lebrun, ihr »Erfinder« sozusagen, hat ein Ingenieursstudium an der berühmten Pariser »École Polytechnique« absolviert und ein MBA der Stanford University in der Tasche. Und er war schon als Kind mobil: Die Familie hatte ein Sommerhaus in Quiberon, wo er bereits früh viel segelte und später, als Student, seine eigenen Surfbretter baute. Er hat einen Wohnsitz in Paris und Wurzeln im Elsass. Er selbst heiratete vorübergehend eine Chinesin, baute eine Firma im kalifonischen Silicon Valley auf und wanderte später auch schon mal durch den Himalaya.
So einer braucht kein Durchschnittsschiff. Sagen wir es ruhig: Er ist durchaus verwöhnt, lebt einen gewissen Stil. In seiner Stadtwohnung an der Seine ebenso wie an Bord seiner Yacht. Als Unternehmer ist er erfolgreicher Querdenker, Individualist und Innovator; sitzt heute im Vorstand eines Internetunternehmens. 1996 war er Mitbegründer von Novita Communications, davor Vizepräsident Marketing für die Softwarefirma Ilog mit Kunden wie British Telecom, Cisco Systems, Hewlett-Packard und IBM. Seinen eigenen Laden, eine Softwareschmiede in Silicon Valley, hätte er sicher nicht so teuer verkaufen können wenn das Produkt nicht so gut gewesen wäre; Businesssoftware die vor allem auch von Banken genutzt wird. Bei alledem ist er angenehm und im Auftreten durchaus bescheiden. »Ich hatte Glück und meine Softwarefirma im Jahr 2000 genau zum richtigen Zeitpunkt verkauft« sagt er bloß, abschließend, über dieses Kapitel seines Lebens. Ansonsten spricht er nur über Geld, wenn es unbedingt sein muss und wenn es sich um sein derzeitiges Projekt, die Firma Windpearl Yachts, dreht. Und das selbst dann nicht immer ernst gemeint: »Es gibt nur eine Möglichkeit, im Yachtbau ein kleines Vermögen zu machen. Indem du mit einem großen Vermögen an den Start gehst«, kalauert er.

Zuerst traf ich ihn vor zwei Jahren auf der Bootsmesse in Cannes. Dort lag sie, seine von ihm und Designer Phillipe Briand entwickelte Windpearl 58. Ein tolles, modernes Fahrtenschiff mit besonderem Anspruch: »Es soll ein echtes home away from home sein«, meint Jean-Noël. »Ein Schiff, auf dem sich der Eigner mit Familie oder Freunden so wohl fühlt, wie zuhause!«. Dass es auch noch gut segelt, das garantiert schon Briand als Konstrukteur. Auf einer kleinen Tour segelten wir dann, bei sehr viel Wind, von Toulon aus, zu den Inseln vor Hyeres. Nur mit drei Erwachsenen, von denen nur zwei Segelerfahrung hatten, und zweien meiner noch kleinen Kinder an Bord. Auch dieser kurze Törn überzeugte mich, von den Segeleigenschaften, davon, dass man dieses große und luxuriöse Schiff tatsächlich mit kleiner Crew segeln kann und auch vom Lebensgefühl an Bord.
Nun stellt Jean-Noël das nächste spannende Projekt vor: Die Windpearl 60 wird ein schneller, moderner, komfortabler Katamaran. Das Besondere: Ein effektives, hohes Rigg, schmale schnelle Rümpfe, offenes Brückendeck. Dort trifft man sich tagsüber und beim Segeln; in den zwei Rümpfen realisiert er ein neues, durchdachtes und wie es aussieht bestimmt sehr gut funktionierendes Wohnkonzept; mit Kabinen die über ihren eigenen Niedergang verfügen. Wie seine Windpearl 58 schon, ist auch die 60 ein ungewöhnliches, doch gut geplantes, lange durchdachtes und solide ausgeführtes Schiff. Ein großer Katamaran, der nicht als schwimmende Ferienwohnung fungieren soll, sondern bei dem eindeutig das Segelgefühl im Vordergrund steht. Sollten Sie dies erst nach Ihrem Messebesuch lesen, schauen Sie ruhig einmal auf seine Webseite.
www.windpearl.com
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