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Segeln: Hermann Lietz-Schule auf Spiekeroog bietet Segeln als Abiturfach

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Segeln: Hermann Lietz-Schule auf Spiekeroog bietet Segeln als Abiturfach

16.02.2012
© HSHS

Mit einem Boot über das Meer zu segeln, ist ein Traum. Für die Abiturprüfung zu büffeln, kann sich dagegen zum Albtraum entwickeln. Wenn jedoch Segeln mit zur Abiturnote gehört, relativiert sich die mühsame Paukerei. Auf der Hermann Lietz-Schule auf der ostfriesischen Insel Spiekeroog kann Segeln tatsächlich zu einem Teil der Abiturprüfung werden. Möglich macht es das niedersächsische Schulgesetz mit dem Angebot eines sportlichen Schwerpunktes.

Internatseigene Flotte
Viele der zur Zeit 90 Schülerinnen und Schüler des Internats lernen auf der Flotte der Jollen, Katamarane und Jollenkreuzer der Schule den richtigen Umgang mit Pinne und Schot. Sie können dann ihre seglerischen Fähigkeiten in einer sportpraktischen Prüfung beweisen, die ein Teil der Abiturnote wird.

Persönlichkeitsprägender Sport
Segeln als persönlichkeitsprägender Sport, in dem vor allen Dingen auch die Teamfähigkeit gefördert wird, passt hervorragend in den Schulalltag des Inter­nats. „Hier werden unsere reformpädagogischen Überzeugungen auf besonders intensive Art umgesetzt“, sagt Florian Fock (41), der Leiter der bereits 1928 auf der Nordseeinsel gegründeten Schule. Er verweist darauf, dass sich die Hermann Lietz-Schule modernen Herausforderungen mit dem Ziel stellt, Kinder und Jugendliche auf ein verantwortungsbewusstes Leben in der Gesellschaft vorzubereiten.

© HSHS
Projekt High Seas High School
Törns zu den Nachbarinseln
Für die Internatsschüler beginnt die schuleigene Segelausbildung in der siebenten Klasse. Gesegelt wird jeweils bei Hochwasser auf der ruhigen Wattenmeerseite der Insel, sozusagen in Sichtweite zu den Internatsge­bäuden in der Dünenlandschaft. Schnell werden die Worte wie Wenden, Halsen, Ankern und Reffen auch für bisherige Segellaien zu feststehenden Begriffen. Die Segellehrer der Schule, zu denen auch ältere Schüler gehören, orientieren sich an den Richtlinien des staatlichen Sportküstenschifferscheins (SKS). Sind die Segelschüler fit, gehören zu den Höhepunkten der Segelsaison Törns mit den schuleigenen Jollenkreuzern und dem 11,60 Meter langen Platt­boden­schiff „Tuitje“ zu den Nachbarinseln.

Reparatur und Pflege der Boote
Die segelbegeisterten Internatschüler sind in den Wintermonaten in einer so genannten Bootsbaugilde aktiv und beschäftigen sich unter fachlicher Anleitung mit der Reparatur und Pflege der Boote, damit sie rechtzeitig zur großen Spiekerooger Pfingstregatta einsatzbereit sind.

Erleichterung bei der Berufswahl
Segeln ist neben vielen weiteren Angeboten wie Fotografie, Meeresfor­schung oder Gartenbau einer der Schwerpunkte, die auf dem Internats­gymnasium gleichermaßen zur Persönlichkeitsbildung wie zur Freude am Lernen führen. Auffällig ist jedoch, dass die Bootsbaugilde Schülern die spätere Berufswahl zu erleichtern scheint. Das Spektrum ihrer Berufs­wünsche erstreckt sich vom Nautik- und Schiffbaustudium bis hin zur Bootsbauerlehre.

Projekt High Seas High School
Dabei gibt es auf der Hermann Lietz-Schule seit vielen Jahren noch eine Steigerung in Sachen Segeln. Mit dem von dem Internat ins Leben gerufenen Projekt High Seas High School starten Schüler und Lehrer auf einem Großsegler zu einer Reise von Deutschland über den Atlantik in die Karibik und zurück. An dem sechs Monate dauernden Projekt „Segelndes Klassenzimmer“ für Zehntklässler beteiligen sich Schüler aus ganz Deutschland.

Eine große Herausforderung
Diese Reise erweist sich nach Worten von Florian Fock jedes Mal für alle Beteiligten als große Herausforderung. „Sie bietet nicht nur Einblicke in die Seefahrt und in andere Kulturräume, sondern ermöglicht jungen Menschen auf eine ziemlich einmalige Art und Weise Verantwortungs­erfahrungen zu sammeln“, so der Leiter des Internats. Angesichts des immer stärker werdenden schulischen Leistungsdrucks ist es laut Fock wichtig, jungen Menschen diese Erfahrungen und jede Menge Praxis­relevanz zu ermöglichen. Ganz besonders an Bord des Großseglers, aber auch auf den Segelbooten des Internats könnten die Schüler entdecken, was in ihnen steckt.

Quelle: www.hl-aktuell.de

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