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Regattasegeln zwischen Einzelkämpfertum und Teamwork

Regattasegeln verstehen - Über Grundlagen und Taktiken im Segelsport

Regattasegeln zwischen Einzelkämpfertum und Teamwork

Baumann und Baur im 49er / © Kasch/Segler-Zeitung

Marcus Baur, Jahrgang 1971, startete im 42oer seine Regattalaufbahn, wechselte später in den 49er, wo er sich über diverse Meisterschaften als Olympiateilnehmer für Athen und Sydney qualifizierte. Er kennt die Wege zum Erfolg, den des Einzellkämpfers aber auch als Teil eines Teams erfolgreich zu sein. Er ist heute in der STG (Sailing Team Germany) engagiert und Mitglied im Vorstand des KYC. Marcus Baur lebt mit seiner Familie in Kiel und hat nach dem Studium der Architektur ein Unternehmen gegründet, das Softwarelösungen zur kollaborativen Zielerreichung entwickelt und anbietet (www.goalscape.com).

Aus dem Bericht in "Wie funktioniert der Segelsport?"
Regattasegeln auf höchstem Niveau ist so komplex wie der folgende Satz: Die Herausforderung des Regattaseglers besteht aus der Meisterung der Bootsbeherrschung, der Erzielung herausragender Bootsgeschwindigkeit, der Optimierung der körperlichen und mentalen Fitness, der Pflege und Perfektionierung des Bootsmaterials sowie der ständigen Verbesserung seiner taktisch strategischen Fähigkeiten zur richtigen Positionierung des Bootes im Rennen und der optimalen Abwägung von Chancen und Risiken.

Um diese Aufgaben auf höchstem Niveau zu meistern, benötigt ein Segler ein gut eingespieltes Team, er muss sein Training sinnvoll strukturieren und seine Kampagne logistisch und finanziell auf den Gleisen halten.

Wer mit den Besten mithalten möchte, muss in allen diesen Bereichen so gut sein wie seine Gegner – wer gewinnen möchte, muss ein paar Dinge besser machen als sie. Es liegt auf der Hand, dass Teamplayer in diesem Spiel im Vorteil sind.

Der Einzelkämpfer
In Einhandklassen wie dem Laser oder dem Finn ist jedoch nach dem Ankündigungs-signal eines jeden Rennens vor allem das Herz und die Durchsetzungskraft des Einzelkämpfers gefragt. Viele der erfolgreichsten Segler der Welt sind in Einhandklassen groß geworden. Paul Elvström, Jochen Schümann, Ben Ainsle und Russel Coutts gewannen alle im Finn eine Goldmedaille. Unzählige Stunden haben sie alleine auf dem Wasser verbracht um mit ihrem Boot, dem Wind und den Wellen eins zu werden. Die Extremform dieses Einzelkämpfertums verkörpern die Männer und Frauen des Vendee Globe, die alleine den Erdball umrunden.

Kieler Woche Regatta Laser Radial

Es erfordert viel Hingabe die Kunst ein Boot zu steuern und den Wind auf der Wasseroberfläche zu lesen und so zu verinnerlichen, dass diese Fähigkeiten ins Unterbewusstsein übergehen. Diesen Weg muss ein junger Segler in der Regel alleine gehen. Hier setzen sich häufig extreme Charaktere und bisweilen auch Einzelgänger gegen den Rest durch.

Doch hinter jedem Vendee Globe Segler und hinter jeder Goldmedaille im Finn, im Laser oder im Surfen steht ein Team von Trainern und Helfern die den Erfolg erst möglich machen. Und auf den Mehrhand- und Bigboats dieser Welt ist die effektive Zusammenarbeit des Teams sowieso einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren. Segeln bewegt sich also immer im Spannungsfeld zwischen Einzelkämpfertum und Teamwork.

 
 

Das Team
Ein Segelteam ist dabei wie eine Firma. Es kann aus sehr vielen Verantwortlichkeits-bereichen bestehen. Im Zentrum steht das Raceteam, dass das Boot nach dem Startsignal über den Kurs treibt. Es hat bestimmte Aufgaben, die ihm nicht abgenommen werden können. Das Raceteam muss seine Fähigkeiten im Rennen optimal entfalten. Dies kann es um so besser, je mehr das Gelernte verinnerlicht wurde. Der Prozess der Verinnerlichung und Automatisierung kann man als das Kerngeschäft des ambitionierten Regattaseglers bezeichnen.

Zwischen den Rennen kann ein Coach wie der Dirigent eines Orchesters auf das Raceteam Einfluss nehmen und die Aufmerksamkeit auf die wesentlichen Aspekte des Geschehens lenken.

Schiff der ORC-Klasse Elena Nova / nt KW-OK-02

Zwischen den Regatten fördert ein Trainer oder Trainerstab den Prozess der Verinnerlichung, indem er Trainingskurse und Übungen sowie ein gezieltes Fitness und Mentaltraining ermöglicht und fördert. Die Trainer und der Coach (auch als eine Person möglich) gehören somit zum erweiterten Raceteam.

Prinzipiell sollte das Kerngeschäft des Raceteams nur aus den Dingen bestehen, die ihm nicht abgenommen werden können. Hieraus leitet sich ein einfaches Förderprinzip ab, dass den Kern der Förderstrategie im deutschen Spitzensegelsport bilden sollte: je mehr sich die Raceteams auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können, desto erfolgreicher werden sie segeln.

Um dies zu ermöglichen bedarf es eines effektiven Supportteams. Das Supportteam kümmert sich um die Finanzierung, die Organisation, die Logistik, das Bootsmaterial und die unterstützende Technik.

Quelle: www.kyc.de, Mitteilungsblatt Juni 2011 "Wie funktioniert der Segelsport?"

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Segeln hautnah erleben auf der Kieler Woche
Einen Ausblick auf die unvergleichliche Mischung aus weltgrößter Segelveranstaltung und dem größten Sommerfest im Norden Europas gibt es immer im Januar beim traditionellen Kiel-Treff auf der boot Düsseldorf. In der letzten vollen Juniwoche heißt es dann 'Leinen los' für über 5000 Seglerinnen und Segler!

Zusammen mit Nils Kaben ist Marcus Baur dort auch live als Moderator bei 'Kieler Woche TV powered bei Audi' zu sehen!

- Hier mehr über die Kieler Woche erfahren!
 
 

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