Sie befinden sich hier: Angeln. Praxis. Inhalt Angel Praxis.
Schleppangeln mit Jerkbait-Ködern </05.03>
Inhalt Angel Praxis
Schleppangeln mit Jerkbait-Ködern

Jerkbaits: Zur Zeit der Hit bei den
Raubfischanglern
Unter den Kunstködern erfreut sich augenblicklich der Jerkbait der wohl größten Popularität. Und dies sicher nicht zu unrecht, denn das Jerken zählt sicherlich zu den aufregendsten Arten des Angelns überhaupt. Der Jerkbait scheint ein unwiderstehlicher Verführer gerade für die dicksten Brocken zu sein.
So kann es kaum überraschen, dass in der Fachpresse viel zu lesen steht über die besten Techniken und hochwertige Ausrüstungen. Was dabei allerdings häufig wenig Beachtung findet, ist der Umstand, dass Jerkbaits nicht nur als „Schlagköder“ Erfolg versprechen. Insbesondere beim Einsatz als Schleppköder hat er einiges potential zu bieten. Beim Angeln auf großen Wasserflächen, die systematisch abgearbeitet werden sollen, lassen sich die Vorteile des Schleppfischens mit denen des Jerkbaits einmalig kombinieren. Es sind jedoch nicht alle Jerkbaits in gleichem Maße für den Einsatz beim Schleppfischen verwendbar und es gilt, die oft nur kleinen, aber bedeutsamen Unterschiede der verschiedenen Modelle zu kennen. So verlangen zum Beispiel Diver, also jene Jerkbaits, die durch jeden Schlag zum Abtauchen gebracht werden und dann wieder langsam auftauchen, wie beim normalen Jerkbaiten dem Angler deutlich weniger Aufmerksamkeit ab als die sogenannten Glider.
Beim Jerk-Trolling sollten daher nur Diver zum Einsatz kommen, denn nicht zu vergessen ist, dass es sich dabei um echte Knochenarbeit handelt. Spätestens der von Muskelkater geplagte Jerk-Arm am nächsten Tag liefert dafür den schmerzhaften Beweis. Für die Dienste als Abschlepper haben sich einige Jerkbaits besonders bewährt: der Exciter der Firma Moores Lures, der Bobbie Bait von gleichnamigem Hersteller, der Squirrley Burt von Musky Mania sowie die Sand Cat von Big Fork Lures. Grundsätzlich lässt sich anmerken, dass vorbebleite Modelle leichter in der Tiefe zu halten sind, da sie nicht so viel Auftrieb haben.

Was die Technik beim Jerk-Trolling angeht, ist da natürlich zunächst die Frage, auf welcher Art von Gewässer man angelt. In fließenden Gewässern stehen die Fische meist deutlich tiefer, da sie so der stärkeren Oberflächenströmung ausweichen. Folglich sollte man mit dem Köder stets Grundkontakt suchen. Die regelmäßige Bodenberührung des Köders scheint das Interesse der Jäger zu wecken. Auf Seen ist das Schleppfischen mit Jerkbaits bestens geeignet Jagd auf kapitale Hechte zu machen, die ihrer Beute auch einmal über eine Entfernung von ein paar Metern nachjagen.
Zu Beginn lässt man den Jerkbait gut 30 m hinter dem Boot heraus. Längere gerade Abschnitte sollte man nutzen, um mehr Schnur freizugeben, da sich so die Diver leicht auf die nötige Tiefe bringen lassen. Mit einem langen Schlag bringt man den Diver zunächst einmal auf Tauchstation. Bevor man dann mit dem Schleppen beginnt, kann man den Jerkbait zusätzlich weiter absenken. Eigentlich entscheidend ist dann aber die folgende Aufstiegsphase während des Schleppens, in der die meisten Fische anbeißen. Auf den Köder darf in dieser Phase kein Zug ausgeübt werden, damit der Auftrieb sauber zur Wirkung kommen kann. Dies gelingt leicht durch zügige Bewegungen mit der Rute in Richtung auf den Köder. Die Rute muss schneller rückwärts zum Köder hin bewegt werden als das Boot nach vorn an Geschwindigkeit hat, um den Zug auf den Köder durch das Schleppen auszugleichen. Andererseits darf die bewegung nicht zu schnell erfolgen, da dann die Schnur durchhängt und damit der Kontakt zum Köder verloren geht. So würde man gegebenenfalls den erhofften Anbiss verpassen.
Ist man mit der Rutenbewegung ganz hinten angekommen, erfolgt der nächste Schlag und der Köder geht wieder auf Tiefe. Beachten sollte man, dass der Köder niemals ganz die Oberfläche erreicht. Mit ein wenig Übung findet man bei dieser Bewegung schnell den richtigen Rhythmus. Es lohnt sich ein wenig an dieser Technik zu feilen und die Aufstiegsbewegung des Köders zu perfektionieren. Wenn man Intensität und Länge der Schläge variiert, lässt sich die Köderbewegung auf den jeweiligen Appetit der Fische abstimmen und man wird gute Erfolge erzielen. Manchmal sind es die schnellen Schlagfolgen mit nur kurzen Aufstiegsphasen, an anderen Tagen suchen die Räuber eher nach ruhiger Beute, die in langen ruhigen Bewegungen durchs Wasser gleitet. Verändern lässt sich auch die Größe der Köder. Kleinere Köder haben weniger Auftrieb als die großen und steigen dementsprechend langsamer auf.
Die gute Nachricht beim Jerk-Trolling ist, dass eigentlich keine besonderen Anforderungen an die Ausrüstung gestellt werden. Es funktioniert mit jeder gewöhnlichen jerkbait-Ausstattung, aber auch Spinnruten mit einer Länge um die 2,70 m und Wurfgewichten um 80 g können verwendet werden. Deutliche Erleichterung bringen Ruten, deren Griffstück in etwa Unterarmlänge hat. Durch die größere Hebelwirkung kann der frühzeitigen Ermüdung durch die beständige, schnelle Bewegung der Rute vorgebeugt werden. Vorteilhaft ist in jedem Falle der Einsatz von Spinnstangen, unerlässlich sind Schnüre aus Dyneema.
Weitere Angelreportagen











