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Diagnose Dieselpest - Was tun gegen Bakterien im Tank

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Diagnose Dieselpest - Was tun gegen Bakterien im Tank

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[dim_it:pic_desc] Für das Magazin WasserSport (www.svgwassersport.de) hat Redakteur Claus D. Breitenfeld nach aktuellen Ursachen für vermehrt auftretende Motorprobleme auf Yachten und Booten gesucht und ist fündig geworden. In seinem Bericht wird erklärt, wie sich Bakterienbefall auf Tank und Motor auswirken und wie man einem Schaden am Bootsmotor am besten vorbeugt: [/dim_it:pic_desc]

 
 
Dieselpest Befall - Foto (c) Wassersport
Verseuchter & frischer Diesel

Immer häufiger berichten Bootseigner von zunächst stotternden und schließlich absterbenden Motoren. Bei „SeaHelp“, dem Pannendienst zur See ging man der Sache auf den Grund und wurde schnell fündig: Sämtliche Kraftstofffilter waren mit einer schwarzen, klebrigen Masse verstopft. Claus D. Breitenfeld und Additiv-Insider Wolfgang Kröger, seines Zeichens darüber hinaus Boots- und Autogas-Spezialist, haben recherchiert.

Oft betroffen sind saisonal genutzte Fahrzeuge
Ein zu Rate gezogener Kraftstoffexperte lieferte bereits via Ferndiagnose die treffende Antwort: „Dieselpest“, ein ganz spezieller Bakterienbefall dieses Kraftstoffes, wie er in jüngster Zeit verstärkt zu beobachten ist. Betroffen davon ist nicht etwa der normale PKW, sondern in erster Linie alle saisonal benutzten Fahrzeuge, von der Yacht bis hin zu landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen.

Unbemerkte, tickende Zeitbomben
Was nun in der Scheune eines urbayerischen Landwirts höchstens ein paar nicht zitierfähige Flüche nach sich zieht, das kann auf dem Wasser lebensgefährliche Situationen heraufbeschwören. Denn die Krux mit der Dieselpest manifestiert sich unheilvoll darin, dass sie lange Zeit unbemerkt im Tank vor sich hinschlummert. Erst dann, wenn bei starkem Wellengang der Dieseltank einmal so richtig „aufgemischt“ wird, gelangt die klebrige Masse in Reichweite des Ansaugstutzens der Kraftstoffleitung und wird somit weitertransportiert in Richtung Kraftstofffilter, der sich dann logischerweise auch völlig zusetzt. Sogar die davorliegenden Rohrleitungen sind in der Regel davon betroffen.

Nährboden für Mikroorganismen
Stichprobenartige erste Untersuchungen von SeaHelp an Tanks von Yachten in Kroatien, ergaben einen Befall bei jedem zweiten Schiff mit Dieselmotor. Ergo, viele Bootseigner sind mit tickenden Zeitbomben unterwegs, ohne etwas zu ahnen. Ausgangspunkt allen Übels ist die Anhebung des Bioanteils im Diesel bis auf sieben Prozent in den vergangenen Jahren. Doch dieser Bioanteil, der die Umweltbilanz aufpolieren soll, ist auch ein besonders prächtiger Nährboden für Mikroorganismen, Schimmelpilze und Hefen und damit ursächlich verantwortlich für die gefährliche Dieselpest.

Diagnose Dieselpest - Foto (c) Wassersport

Während der boot Düsseldorf werden gleich in mehreren Hallen Neuheiten und Premieren aus dem Bereich Motorboote und -yachten gezeigt: In Messehalle 4 sind die „Big Five“ zu finden, in Halle 6 können imposante Großyachten bestaunt werden. In Halle 5 werden verschiedenste Rennboote aus dem Motorbootsport ausgestellt.

Nistplätze und äußere Einflüsse
Dabei befallen Mikroorganismen den Sprit oftmals bereits in der Lieferkette von der Raffinerie zum Fahrzeugtank. Allerdings in so geringen Mengen, dass es bei einem sofortigen Verbrauch innerhalb von einem oder zwei Monaten, wie bei den meisten Autofahrern üblich, nicht kritisch wird. Erst wenn der Kraftstoff über einen längeren Zeitraum im Tank ungenutzt bleibt und äußere Einflüsse wie Wasser und Wärme das Mikroorganismus-Wachstum begünstigen, wird es kritisch. Doch genau das ist bei vielen Yachten, vor allem in südlichen Regionen, die selbst in der Saison nur sporadisch genutzt werden, weil die Eigner kaum Zeit zum Fahren haben, außer in den knapp bemessenen Urlaubstagen, nicht selten der Fall. Dies gilt ebenso für die monatelange Liegezeit im Winterlager. Halbvolle Tanks, in denen teilweise hunderte von Litern Diesel auf die neue Saison warten, mutieren zu wahren Dieselpest-Nistplätzen.

Wasserabscheider ohne Wirkung
Das übermäßige Wachstum der Mikroorganismen hat seinen Ausgangspunkt immer an der Scheidestelle zwischen dem schwereren Wasser, das sich im unteren Bereich des Schiffstanks absetzt und der leichteren Dieselschicht, die darüber lagert. Wasser gelangt schon allein durch den Kraftstoff in den Tank, denn Diesel nach der europaweiten Norm „EN 590“ darf bis zu 200 Milligramm Wasser pro Kilogramm Kraftstoff enthalten. Biodiesel darf sogar mit bis zu 500 Milligramm Wasser angereichert sein und kann zu allem Übel aber auch noch bis zu 5000 Milligramm Wasser in sich binden, ohne dass dieses sofort ausfällt. Hinzu kommt: Da der Biodiesel auf das Wasser wie ein Emulgator wirkt, verteilen sich die sehr feinen Tröpfchen im Kraftstoff und verlieren die Fähigkeit, auf den Tankboden zu sinken, wo sie abgelassen werden könnten. Spätestens an dieser Stelle haben handelsübliche Wasserabscheider ihre Wirkung gegen die Dieselpest weitestgehend verloren.

Wann der Dieseltank zum Leben erwacht
Nicht nur durch den Kraftstoff an sich, sondern auch durch die Entlüftungsöffnungen dringt Wasser in den Tank ein, und zwar in Form von mit Feuchtigkeit gesättigter Außenluft. Ein Umstand, der bei Booten im wassernahen Winterlager fast immer gegeben ist. Diese Feuchtigkeit setzt sich in Form von Kondenswasser an den Tankwänden ab, vermischt sich mit dem Kraftstoff oder sickert auf den Tankboden. Damit ist schon einmal für ausreichende Nahrung der mikrobenartigen Plagegeister gesorgt. Kommt mit dem Frühjahr der Faktor steigende Temperaturen und erste Sonnenstrahlen hinzu, erwacht der Dieseltank buchstäblich zum Leben. Mikroben sind zudem eine sehr widerstandfähige Spezies. Sie können Temperaturen von minus 18 bis weit über 70 Grad schadlos überstehen. Ihre „Komfortzone“ beginnt jedoch oberhalb von zehn Grad Celsius. Wärmewerte, wie sie beispielsweise im Frühjahr nicht nur im Adriaraum an der Tagesordnung sind, auch hierzulande in nordeuropäischen Regionen seit geraumer Zeit keine Seltenheit mehr.

Auch Motorteile können betroffen sein
Die „Ausscheidungen“ der Bakterien, eine Art Bioschlamm, erinnert vom Aussehen her an eine so genannte „Essigmutter“, die sich auch in abgestandenem Wein oder nicht durchgegorenen Essigsorten bildet. Nur, dass sie im fortgeschrittenen Stadium im Diesel fast schwarz daherkommen. Diese Ausscheidungen sind nicht nur der Hauptgrund für verstopfte Kraftstofffilter, sie bestehen aus Schwefelwasserstoff, der geeignet ist, Tankwände und wichtige Motorteile, mit denen er in Berührung kommt, dauerhaft zu schädigen.

 
 
 


Phänomen der Dieselpest in den Griff bekommen
Wolfgang Dauser, SeaHelp-Boss, selbst schon einmal Leidtragender der Dieselpest geraten, hat das Thema zur „Chefsache“ gemacht hat: „Wir stehen seit geraumer Zeit in engem Kontakt mit der Forschungsabteilung des Additivspezialisten ERC, um das Phänomen der Dieselpest sowie der Kraftstoffalterung vollends in den Griff zu bekommen. Mit den Mitteln, die uns derzeit zur Verfügung stehen, können wir nur wirkungsvoll vorbeugen, aber nicht heilen.“ Vielleicht gelingt den Chemikern ja noch der Durchbruch, denn das würde vielen betroffenen Skippern die aufwändige Tankreinigung ersparen. Bis dahin gilt jedoch ohne Wenn und Aber: Wer den Sprit in seinem Dieseltank ein halbes Jahr nicht umsetzt, nicht verbraucht und durch Nachtanken wieder auffrischt, kommt um ein wirkungsvolles Additiv, so wie es beispielsweise SeaHelp seinen Mitgliedern empfiehlt, nicht herum, ohne sich der Gefahr auszusetzen, eine böse Überraschung während des nächsten Törns zu erleben.

- Berichte zum Thema Refit auf boot.de im Überblick
 
 

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