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Die Startphase
Match Race - Der spannende Zweikampf Yacht gegen Yacht
Die Startphase

Die heiße Phase im Match Racing beginnt fünf Minuten vor dem eigentlichen Rennen, eingeleitet durch einen Signalschuss vom Startschiff. Ab jetzt dürfen die Boote in den Startbereich eintauchen, das heißt, jedes segelt von oben und den entgegen gesetzten Seiten der Linie aus kommend nach unten (das eine um das Startschiff, das andere um die Startmarke). Nun beginnt der Kampf um die bessere Startposition. Denn wer den Start gewinnt, hat ausgezeichnete Chancen, das Rennen letztendlich auch für sich zu entscheiden. In etwa 75 Prozent der Fälle ist der Gewinner des Starts identisch mit dem Wettfahrtsieger.
Bei den endlosen Umkreisungen und taktischen Manövern, die nun folgen, gibt es in der Regel zwei Optionen: Entweder beim Start des Rennens als erstes Schiff über die Startlinie zu fahren und die Bewegungen des Gegners so kontrollieren zu können, beziehungsweise sich die Seite des Kurses zu sichern, die man als die vorteilhafte erachtet. Zweitens kann man versuchen, aber den Gegner dazu zu bringen, vor dem Start die Linie zu überfahren oder einen anderen Regelverstoß zu begehen - mit der Konsequenz für den Gegner, nach dem Start ein Strafmanöver ausführen zu müssen und so viel Zeit zu verlieren.
Welche Seite des Kurses bevorzugt wird, hängt weitgehend vom Wind ab. Genauer gesagt geht es darum, aus welcher Richtung der erste Winddreher erwartet wird. Rechnet man mit einem Dreher nach rechts, dann ist die rechte Kursseite die bessere - und umgekehrt.
Vorteile

Der zentrale Bereich der Startbox wird von (gedachten) Linien begrenzt, die dem Anliegerkurs (direkter Kurs ohne Kreuzen zu müssen) zu den Enden der Startlinie entsprechen. Die Bereich links der linken Anliegelinie wird "Todeszone" genannt, da man von dort aus nur auf Steuerbordbug (ohne Wegerecht) starten kann.
In bestimmten Situationen ist ein Boot (rot) immer klar im Vorteil (Grafik 2). An den seitlichen Begrenzung der Startbox ist das weiter innen Boot im Vorteil, weil es den Gegner daran hindern kann, die Startlinie zu überqueren.
Oberhalb der Startlinie ist das in Lee segelnde Boot im Vorteil, weil es den Gegner kontrollieren und weiter von der Startbox abdrängen kann.

Dial-up
Nach dem Warnsignal tauchen die Boote von der ihnen jeweils zugeordneten Seite aus in die Startbox ein. Gelb kommt von rechts und auf Backbordbug, hat daher zunächst Wegerecht. Die Regeln geben den Booten zwar zwei Minuten Zeit, um in die Startbox einzutauchen. Dennoch ist es wichtig, pünktlich zu sein, besonders für Blau.
Wenn Blau zu spät ist, kann es unter Umständen von Gelb dank dessen Wegerechts daran gehindert werden, innerhalb der zwei Minuten über die Linie zu kommen. Das zieht eine Strafe nach sich. Normalerweise sind die Boote also pünktlich und gehen auf einen Kollisionskurs. Blau ist ausweichpflichtig und hat zwei Möglichkeiten.

Option 1 ist, abzufallen und sich weiter von der Startlinie zu entfernen oder gar zu halsen. Nur dann, wenn Blau weit vor Gelb in die Startbox gekommen ist, ist Abfallen eine gute Option. Blau kann unter Gelb entkommen und muss nicht fürchten, gejagt oder in die Todeszone abgedrängt zu werden.

Die zweite Möglichkeit besteht darin, anzuluven. Diese Option ist die sicherere, wenn beide Boote gleich schnell in den Startbereich eingetaucht sind und daher sehr oft zu beobachten.
Dieses Manöver nennt sich "Dial-up": Gelb hält Kollisionskurs auf Blau, und da Blau auf Steuerbordbug ist, muss sich Blau freihalten; Regel 10 tritt ein. Da Gelb seinen Kurs unaufhörlich ändert, trifft Regel 16 ebenfalls zu und Gelb muss Blau Raum geben, sich frei zu halten. Solange Blau alles tut, um sich frei zu halten, wird es keine Strafe geben. Wenn Blau jedoch zögert oder kein ausreichendes Bemühen erkennen lässt, wird eine Strafe verhängt.

Wenn es zu einem Zusammenstoß kommt, wird meist Gelb die Strafe erhalten (weil es Blau nicht genug Raum zum Ausweichen gelassen hat). Geht alles gut, dann stehen beide Boote auf Backbordbug im Wind. Gelb, jetzt das luvwärtige Boot muss Blau laut Regel 11 Raum geben.

Nach dem Dial-up
Die Boote versuchen, so lange wie möglich im Wind zu stehen, ohne die Kontrolle über das Ruder zu verlieren.
Gelb hat die Möglichkeit, nach rechts abzufallen. Besonders wenn es beim Dial-up später als Blau zum Stehen gekommen ist, ist das riskant. Blau könnte hinter dem Heck von Gelb "durchschlüpfen" und als Boot mit Wegerecht Gelb nun jagen.

Sind die beide Buge auf einer Linie, kann Gelb relativ gefahrlos nach Steuerbord abfallen und das Geschehen auf die sichere rechte Seite der Box verlagern. Blau hat dagegen die Möglichkeit, durch Abfallen nach Backbord und anschließendes Halsen zu entkommen. In unserem Beispiel fällt Blau zunächst ab, Gelb folgt.

Nun möchte Blau versuchen durch Halsen, ins Zentrum der Startbox zu kommen. Dazu muss es aber genug Abstand vom gelben Bug haben. Dies ist ein schwieriges Manöver, da Blau sich ansonsten freihalten müsste (Regel 10) und dafür auch keinen Anspruch auf Platz hat, da es seine Rechte unter Regel 15 abgegeben hat.
Wenn dies nicht funktioniert, bleibt nur die Möglichkeit, wieder anzuluven (wie gezeigt) und zu versuchen, sich neu zu positionieren. Resultat ist neuer Dial-up.

Kapitel 3: Die Am-Wind-Bahn













