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Hafenplanung unter ökologischen Gesichtspunkten

Reportagen - Archiv

Hafenplanung unter ökologischen Gesichtspunkten


Modell der geplanten Spandauer
See Marina

Wassertourismus, Wasserlagenentwicklung, Standortauswahl, ökologische wie auch ökonomische Faktoren spielen heutzutage bei der Planung und Realisierung von Yachthäfen, Marinas oder Sportbootanlegern eine entscheidende Rolle.

Viele Marinas kämpfen gegen große Leerstandsraten, müssen sich Preisdruck und gesetzlichen Auflagen beugen und stehen vor der existentiellen Frage, wie auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren.

Ansätze sind die Erschließung innovativer Angebotssegmente, Steigerung der Qualität, sowie Professionalisierung der angebotenen Dienstleistungen. Hauptausschlaggebend für eine florierende Marina mit guten Auslastungsgraden sind die jeweiligen Standortqualitäten, die Ausrichtung der Angebotsstruktur auf die Bedürfnisse der Kunden wie auch die Einbeziehung gesellschaftlich relevanter Forderungen nach ökologischen Lösungen.

Sind in der Vergangenheit diese Faktoren gar nicht oder nur unzureichend berücksichtigt worden, so sollten Betreiber wie auch die betroffenen Kommunen die Standortfrage erneut analysieren und zumindest angebotsseitig einen marktorientierten Umstrukturierungsprozess einleiten.

Bei der Konzeptionierung und Planung einer neuen Anlage können diese Faktoren im Vorfeld untersucht und auch entsprechend berücksichtigt werden. Als Beispiel soll hier die Entwicklung eines "Ökologischen Winterhafens" in Berlin vorgestellt werden, für dessen Planung eine Reihe von Problemkriterien gelöst und einbezogen werden mussten.
Die entscheidenden Standortcharakteristika: zentrale, nahezu innerstädtische Lage, optimale infrastrukturelle Anbindung land- wie auch wasserseitig, vorhandenes Hafenbecken (ehemaliger Industriekanal).

Ziele:

  • Realisierung eines innovativen, ökologisch ausgerichtetes Pilotprojektes für den gewässerreichen Bezirk Spandau, explizit für den Spandauer See, unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen des Naturschutzes mit der Lösung der Problemfelder Winterliegeplätze, biozidhaltiger Antifoulings, Ver- und Entsorgung von Sportbooten mit entsprechend relevanten Servicemerkmalen.

  • Entwicklung des Nordhafens als zentraler, bisher kaum genutzter, kanalartiger Wasserfläche, für die Einrichtung eines ökologischen Winterhafens mit Nutzungspotenzialen für die Sommermonate. Optimale Ausnutzung dieser Wasserfläche für eisfreie Winterliegeplätze in Kombination mit einer Bootswaschanlage, mobiler Ver- und Entsorgungsstation, Servicemerkmalen und Betreibermodell.

  • Harmonische Integration der wasserseitigen Maßnahmen in ein vorgegebenes städtebauliches Konzept unter Einbeziehung ökologischer Kriterien.

  • Integration des "Pilothafens-Spandau" in ein gesamtberliner Netzwerk wasserseitiger Serviceeinrichtungen.

  • Städtebauliche Aufwertung des Umfeldes "Hafenkanal" (Attraktivitätssteigerung).

  • Integration von temporären Liegeplätzen für Wassertouristen.




  • Konzept ökologischer Winterhafen:

    1. Eisfreier Winterhafen: Besprudelungsanlage (temporäre Sauerstoffeinleitung), die den gesamten Kanal eisfrei halten kann, in Kombination mit vertikalen, mobilen Strömungsanlagen, die einen konstanten Wasseraustausch mit dem Spandauer See garantieren.

    2. Modulare Schwimmsteganlage: Schwimmstegmodule parallel zur verspundeten Uferkante mit Stromversorgung.

    3. Bootswaschanlage: Integration einer ökologischen Bootswaschanlage von der Firma "marina-tec" in das Winterhafenkonzept: Boote brauchen keine Antifoulings mehr, sie können mittels Benutzerkarte bewuchsabhängig ihre Schiffe unterwas- serreinigen lassen (Verbot biozidhaItiger Antifoulings).

    4. Mobile Ver- und Entsorgung: ökologischen Folgen der Betankungs- und Ent- sorgungsproblematik (nur noch zwei Wassertankstellen in Berlin) sind beträchtlich. Daher temporäre Stationierung einer innovativen, mobilen Bootstankstelle mit Entsorgungsmöglichkeiten, die aus Ökonomischen Gesichtspunkten auch nach Plan an anderen Standorten zum Einsatz kommt.

    5. Kapazitäten: etwa 150 Bootseinheiten (Platzbedarf: 12 mal 4 Meter) im eisfreien Winterlager des Kanals längsseits im Päckchen nach Winterlagerungsplanung des Betreibers.

    6. Service / Betreiber: Am Kanal etablierter Servicebetrieb mit entsprechenden Werkstätten, Kran- und Slipanlagen.

    7. Wassertourismus: Während der Sommersaison bleiben die uferparallelen Schwimmstege für temporäre Gastlieger (Wassertouristen) vorbehalten.

    Dieses Konzept hat in Berlin für ordentlichen Wirbel gesorgt. Genehmigungsbehörden wie auch Fischereiämter haben nach langen Diskussionen die umweltverträglichen Aspekte der Lösungsansätze erkannt und generell einer solchen Anlage ihre Zustimmung erteilt. Nun wartet das Projekt auf politische Entscheidungen, die aber nicht nur den Hafen sondern das gesamte Entwicklungsgebiet betreffen. Gerne steht das in Berlin ansässige Planungsbüro media mare für einen Austausch, Anregungen, Fragen und Kontakte zur Verfügung.

    Kontakt:
  • Peter Dörnfeld & Sebastian Holweg

  • media mare

  • Wilhelminenhofstr. 76

  • Villa Rathenau

  • 12459 Berlin

  • Tel: 030 / 674894271

  • Email: info@mediamare.de


  • www.mediamare.de

     
     

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