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Vom "Schrauber" zur "Fachkraft für Bootsservice"
Reportagen - Archiv
Vom "Schrauber" zur "Fachkraft für Bootsservice"
Vorbei sind die Tage, als Boote "so nebenbei" verkauft werden konnten". Professioneller Service war früher nicht immer selbstverständlich. Das hat sich drastisch geändert. Ohne qualifizierten Service, werden Betriebe künftig kaum mehr überleben können. Für Abhilfe und Ausbildung sorgt der BWVS (Bundesverband Wassersportwirtschaft e.V.) mit seiner Akademie.

Bootsfachhandelsbetriebe qualifizierten Dienstleister
Bootsfachhandelsbetriebe entwickeln sich immer mehr zu qualifizierten Dienstleistungsunternehmen. Der Kunde muss das Gefühl haben, sein Boot in guten Händen zu wissen. Das Angebot des Marktes auf technischer Basis rückt immer näher zusammen. Die Produkte ähneln sich immer mehr. Servicequalität und Ruf spielen beim geschäftlichen Erfolg eine große Rolle. Und der stellt sich nur mit qualifizierten Mitarbeitern ein, die so auch langfristig an das Unternehmen gebunden werden können. Service ist heute für viele Betriebe ein ebenso wichtiges Standbein wie der Bootshandel selbst – vielleicht sogar noch wichtiger.
Aus- und Weiterbildung gewinnen an Bedeutung
Aus- und Weiterbildung gewinnen immer mehr an Bedeutung. Um alle Fortbildungsangebote des BWVS zusammenzufassen, wurde die "BWVS-Akademie gegründet. Eine Institution, die in enger Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Unterfranken, Schweinfurt, unter anderem einen 280-stündigen Fortbildungslehrgang zur "Fachkraft für Bootsservice" anbietet. Geschult wird bei der "FAS Fahrzeugakademie Schweinfurt".
Bausteine der Ausbildung
Sieben Bausteine umfasst die theoretische und praktische Ausbildung. In Klammern die jeweiligen Unterrichtsstunden.
1. Abschleppen, Transport und Lagerung (40)
2. Bootskörper, Ein- und Aufbauten (64)
3. Bootsmotoren (56)
4. Bordelektrik und –elektronik (40)
5. Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (40)
6. Bootsanhänger (16)
7. Beratung und Betreuung (24).
Seminare ersetzen keine Ausbildung
Die einzelnen Seminare sollen und können keine dreijährige Ausbildung ersetzen. Dennoch muss eine "Fachkraft für Bootsservice" die Grundlagen der Motorentechnik beherrschen. Es ist ebenso wichtig, das Abschleppen von Booten im Wasser zu trainieren wie die Lagerung an Land, Osmoseschäden erkennen, Hölzer und Kunststoffe pflegen, das Lesen von Schaltplänen zu üben, sich mit der Bordelektronik und den entsprechenden Geräten vertraut zu machen, Sanitär- und Gasanlagen warten zu können. Auch die Inspektion eines Trailers – Radlagertausch, Bremsbelagwechsel, Einstellung der Auflaufbremse – setzt der Eigner voraus. Darüber hinaus Kundenberatung, Auftrags- und Reklamationsabwicklung. Am Ende steht die staatlich anerkannte Abschlussprüfung.
Seminarprogramm
Das Seminarprogramm kann in Einzellehrgängen absolviert werden. Jeweils im Februar/März und November/Dezember. Entweder innerhalb eines Jahres, aber auch in längeren Zeitabständen. Jeder Baustein endet mit einer gesonderten Prüfung, alle zusammen bescheinigen schließlich die staatlich geprüfte "Fachkraft für Bootsservice".
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