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Afrika - mit Boilies in den Busch </05.04>

Angelreisen weltweit

Afrika - mit Boilies in den Busch


Afrika bietet nicht nur an Land
erstaunlich große Tiere

Für Angler gibt es in Südafrika goldene Schätze zu heben:­ Karpfen bis an die 60-Pfund- Marke! Hinter dem Namen "African Gold" verbirgt sich ein perfekt organisiertes Unternehmen, das begleitete Karpfentouren anbietet. Inhaber ist der Engländer Martin Davidson, der vor über 15 Jahren nach Südafrika ausgewandert ist. Laut seinen Angaben war er einer der ersten, der die gewaltigen Vorkommen an Schuppen- und Spiegelkarpfen entdeckt und befischt hat.

Schöner Karpfenbestand
Die Gewässer sind hauptsächlich Stauseen, die bereits zur letzten Jahrhundertwende von den überwiegend holländischen Kolonialisten zur Bewässerung und als Trinkwasserspeicher angelegt wurden. Und genau diese Siedler haben schon vor rund hundert Jahren die ersten Karpfen in Südafrika ausgewildert! Heute finden wir in vielen Seen einen ausgezeichneten und seltenen Karpfenbestand vor,­ wunderschöne Fische, für die man an heimischen Gewassern viele, viele Sitzungen abhalten muss, und die wir in nur drei Wochen auf die Schuppen legen konnten.


Ein Schuppenkarpfen von
48 Pfund

Stausee "Snagmere"
Als wir am "Snagmere", einem Stausee rund 250 Kilometer von Johannisburg entfernt, standen, fehlten rund drei Meter vom Wasserspiegel. Irgendwie erinnerte mich der See an den Riba Roja in Spanien. Hunderte alte Baumstümpfe, die wie Bohnenstangen aus dem Wasser ragten, säumten große Teile der Uferzone. Unser Begleiter und Guide Gerry hatte einen Platz bereits vorgefüttert. Und die Karpfen hatten den Platz angenommen: Jeder von uns fing in der ersten Woche zwischen 6 und 15 Fische, allerdings durchbrach nur einer die 30-Pfund-Marke.

 
 



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Ein Spiegelkarpfen aus
dem Donaldson Dam

Kleiner See mit Kapitalen
Die zweite Woche verbrachten wir am nur acht Hektar großen Donaldson Dam. Klein, aber inhaltsschwer, denn der südafrikanische Rekordkarpfen zieht dort seine Bahnen:­ 59 Pfund! Die Fische ernähren sich in dem kleinen, von hohen Schilfgürteln umsäumten Gewasser überwiegend von Krebsen und Zuckmückenlarven.

Fischen mit Boilies
Wegen der vielen Krebse ist es Pflicht, mit geflochtenen Schnüren zu fischen. Wir verwendeten Fireline mit 15 Kilo Tragkraft. Da es im Donaldson keine Welse gibt, konnten wir problemlos mit Boilies fischen. Einige kleinere Karpfen bis 20 Pfund fing ich auch auf Erdnuss-Montagen. Die Großen fielen allerdings auf Boilies rein. Derzeit produziert der ebenfalls ausgewanderte Schotte John Sinclair die nötigen Kugeln direkt vor Ort. Unter dem Namen The Edge" wird eine ganze Palette angeboten. Als besonders fängig erwies sich die Sorte "Cranberry Semen". Unsere größten Fische, so ein 42-Pfünder und etliche über 30 Pfund, konnten wir damit auf die Matte legen. Wahrend unseres Aufenthaltes fing ein südafrikanischer Kollege auf diese Boilies noch einen 48-Pfünder.

 
 

Das macht Karpfen fett:
Muscheln aus dem Klaserie Dam

Dämonische Karpfen
Erstaunt waren wir über ein seltsames Ritual der in der Nähe des Sees wohnhaften farbigen Bevölkerung. Regelmäßig kamen diese in 2er- oder 3er- Gruppen an den See, um Wasser zu schöpfen. Wahrend eine oder zwei der Frauen Wasser entnahmen, klopfte eine andere in kurzen Abständen mit einem Gegenstand auf die Wasseroberfläche. Etwa Wallerholz-Fischen? Doch dieses Wasserschlagen hatte einen ganz anderen Grund. Die Karpfen im See verkörpern für die Einheimischen Dämonen in Fischgestalt. Das Klopfen soll die dämonischen Schuppenträger davon abhalten, von den Wasserholern Besitz zu ergreifen oder sie gar in die Tiefe des Sees zu zerren! Sie konnen sich vorstellen, welche Blicke uns trafen,­ uns Dämonenjäger! Erst recht, wenn wir nach hartem Kampf die überirdischen Bösewichte wieder zurücksetzten!

Der Dritte im Bunde
Der Weg zum dritten Gewässer, dem Klaserie Dam, führte uns nach Norden. Die siebenstündige Autofahrt bot wieder viel fürs Auge. Allerdings näherten wir uns dem Äquator, es wurde deutlich wärmer. An der Einfahrt zum See sticht ein Warnschild ins Auge: "Achtung, Krokodile"! Doch Gerry beruhigte uns. Nur in der Regenzeit und dann auch nur im Einlaufbereich werden hin und wieder ein paar Echsen gesehen. Auch am Klaserie fehlte Wasser. Drei bis vier Meter unter Normalstand – das hieß fischen im Bereich der Staumauer.


Schuppenkarpfen von 42 Pfund
aus dem KLaserie Dam

42 Pfund Schuppenkarpfen
Das Erkunden des Gewässers erfolgt mit Schlauchboot, Motor und Echolot, was alles im Reisepreis enthalten ist. Zudem stehen jedem Angler vier englische Karpfenruten mit kompletter Ausrüstung zur Verfügung. Sie brauchen also nur Bleie, Backleads, Haken und Vorfachmaterial mitzubringen! Und einen eigenen Schlafsack. Alles andere ist in den Camps vorhanden. Auch im Klaserie Dam wird wegen der vielen Welse fast nur mit Partikelködern gefischt. Da selbst Mais von den Vielfraßen nicht verschont wird, sind Tigernüsse erste Wahl. Der Karpfenbestand ist kleiner als in in den anderen Seen, dafür ist mit Rekordgewichten zu rechnen. Einer meiner Kollegen, Peter, hatte das Glück gepachtet und landete die ungewöhnliche Stückzahl von 14 Fischen, darunter einen Brummer von 42 Pfund. Insgesamt landeten wir innerhalb von drei Wochen 95 Schuppen- und Spiegelkarpfen. Das Durchschnittsgewicht lag zwischen 10 und 20 Kilogramm!

 
 

Ein unvergessliches Erlebnis
Ein Trip nach Afrika ist zwar teurer als zum Beispiel eine Tour nach Frankreich, ist aber auf jeden Fall sein Geld wert. Die angebotenen Leistungen und der Service sind in Europa nur schwer zu finden. Ein Hauch von Entdeckergeist und das Abenteuergefühl machen diese Angelreise zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Stellen Sie sich nur den sternenklaren Himmel vor: Sie sitzen im Dezember um Mitternacht mit freiem Oberkörper hinter Ihren Ruten am Wasser und lauschen dem keuchenden Raunen der Löwen in der Ferne. Oder die kleinen Affen, die sich allzu gern mit unbeaufsichtigten Utensilien aus dem Staub machen. Moorhühner suchen Partikelreste unter Ihrem Rod Pod, wahrend bis zu drei Eisvogel Ihre Rutenspitzen als Aussichtsplatz bei der Kleinfischjagd aufsuchen.

Dies und vieles mehr machen eine solche Tour zu einem Karpfentrip der Extraklasse. Wir sind auf jeden Fall dem afrikanischen "Goldrausch" verfallen und planen schon unsere nächste Tour in dieses faszinierende Land.

Quelle: www.ruteundrolle.de

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