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America's Cup 2017

Auf den Spuren der Formel eins




   
















Mit dem Duell des Titelverteidigers Oracle USA gegen den großen Außenseiter Groupama Team France geht am 26. Mai der Kampf um die bodenlose Kanne in seine wohl spektakulärste Auflage. Sechs Teams auf foilenden 50-Fuß-Kats mit einem Geschwindigkeitspotenzial von bis zu 50 Knoten wollen sich die rund 110 Zentimeter hohe und knapp 18 kg schwere Trophäe schnappen.

Die Mannschaften auf dem Great Sound von Bermuda sind gespickt mit den Superstars des Segelsports, und sie sind bereit, ein hohes Risiko einzugehen. Denn nie zuvor waren die Vorbereitungen des Cups geprägt von einer derart hohen Anzahl an Abwürfen, Nose-Dives, Kollisionen und Kenterungen. Der America's Cup 2017 ist nah dran an seinem Vorbild – der Formel eins.

Und das nicht nur im Sportlichen, sondern auch im Aufwand in Design und Konstruktion der Boote sowie in der Vermarktung und Medialisierung. Und auch wenn es keine deutschen Segler zum Cup vor Bermuda gibt, so können die Zuschauer doch via Servus-TV dabei sein, wenn Oracle gegen Land Rover BAR (Großbritannien), Emirates Team New Zealand, Artemis (Schweden), SoftBank Team Japan und Groupama Team France den Cup verteidigen will.

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Und die Regeländerung macht es möglich, dass der Titelverteidiger in den beiden Round Robins (ab 26. Mai) mit dabei ist, bevor es ab dem 4. Juni in die Halbfinals der Herausforderer geht. Und am 17. Juni beginnt dann der wahre Showdown um den Cup zwischen dem siegreichen Herausforderer und Oracle USA.
America's Cup 2017 - Foto: © ACEA 2017 / Ricardo Pinto
America's Cup 2017 - Foto: © ACEA 2017 / Ricardo Pinto
America's Cup 2017 - Foto: © ACEA 2017 / Ricardo Pinto

Regeländerungen im 35. Cup

Zugunsten des Verteidigers und für ein mediales Großereignis

Wenn man den Beteuerungen von Russel Coutts, CEO der organisierenden America's Cup Event Authority (ACEA), Glauben schenken darf, dann ist der 35. Cup der beste in der bisherigen 166-jährigen Geschichte dieses Segel-Großereignisses. Mit einem Bündel an Regeländerungen ist es in der Tat gelungen, die Budgets der teilnehmenden Teams zu begrenzen, somit immerhin fünf Herausforderer an den Start zu bringen und den bisherigen Leerlauf zwischen den Cups mit einer weltweiten Regatta-Serie zu füllen, die sogar – zumindest in kleinem Umfang – in die Wertung des AC eingeht.

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Die Regeländerungen spielten aber auch den Titelverteidigern in die Hände, indem diese in den Vorrennen mit am Start sein dürfen. Und das schmeckte nicht allen Herausforderern. Das Emirates Team New Zealand hat zumindest eine Vereinbarung nicht unterschrieben, die den aktuellen Modus auch für die beiden kommenden Ausgaben festschreiben sollte. Damit sehen sich die Neuseeländer selbst in der Rolle eines Sonderlings, der von den anderen Teams attackiert wird, um nicht die Herausforderer-Runde zu gewinnen.
In den vergangenen zehn Jahren wurde das Cup-Geschehen fast vollständig auf den Kopf gestellt. Beim 32. AC vor Valencia in 2007, dem ersten und einzigen Cup, an dem ein deutsches Team teilnahm, wühlten sich die Mannschaften noch auf voluminösen Einrümpfern durch die See. Das Schweizer Alinghi-Team verteidigte erfolgreich den Cup – und musste dann doch vor Gericht eine Niederlage einstecken. Anders als geplant mussten die Schweizer 2010 in einem „Privat“-Duell auf Multihulls gegen Oracle USA antreten. Alinghi verlor, und Oracle-Chef Larry Ellison krempelte gemeinsam mit Russell Coutts den Cup um.
America's Cup 2017 - Foto: © ACEA 2017 / Ricardo Pinto
America's Cup 2017 - Foto: © ACEA 2017 / Ricardo Pinto
America's Cup 2017 - Foto: © ACEA 2017 / Ricardo Pinto

2013 vor San Francisco lernten die damals noch 72 Fuß langen Kats das Fliegen, und die Entscheidung wurde zu einem Krimi, der in einem der größten Comebacks der gesamten Sportgeschichte gipfelte. Bei einem 1:8-Rückstand schien der Cup für Oracle schon verloren, doch dann nutzten die Amerikaner eine Wettkampfpause, kamen gestärkt zurück und holten gegen das Emirates Team New Zealand noch das 9:8.

Der Weg des Foilens wurde danach konsequent weiter beschritten. Die AC45, die Kats für das Cup-Zwischenspiel im Rahmen des AC World Series, würden auf Flügel gesetzt, und die Neuentwicklungen für den Cup wurden soweit verfeinert, dass es möglich scheint, dass die Boote während der Cup-Rennen den Kurs komplett umfliegen – auch während der Manöver. Dabei waren die Teams aus Kostengründen in ihren Konstruktions-Möglichkeiten beschränkt. Nur einen Cup-Katamaran der neuen ACC-Klasse mit einer Länge von 50 Fuß durften sie bauen. Viele Elemente der Boote sind zudem One-Design. Dennoch gab es für die Designer und Konstrukteure genug Arbeit.

Starke Eingriffe gab es auch beim Regatta-Regelwerk. So war es schon möglich, während der AC World Series Punkte für die Round Robins einzufahren. Land Rover BAR als Sieger der World Series geht nun mit zwei Punkten in die beiden Qualifikationsrunden, Oracle schnappte dem Emirates Team New Zealand die Chance auf einen Zusatzpunkt weg. Und die Amerikaner waren nicht nur bei der World Series dabei, sie treten auch in der Round Robin an. Damit können sie nicht nur Erfahrungen sammeln, sondern durch „geschicktes“ Gewinnen oder Verlieren Einfluss nehmen auf den Ausgang der Vorrunde. Und sie können im Falle des Sieges in der Round Robin auch bereits für die Titelverteidigung punkten. Denn der Sieger der Vorrunde erhält einen Bonuspunkt für den finalen Showdown.

Bis dahin hat Oracle allerdings zunächst Pause. Die besten vier Herausforderer ermitteln währenddessen in den Herausforderer-Halbfinals und -Finale das Team, das schließlich auf den Titelverteidiger trifft. Während die K.o.-Runde der Herausforderer im Modus Best-of-Nine gesegelt wird, geht es beim eigentlichen Cup-Showdown über maximal 13 Rennen.

Die Boote

State of the Art des Foilens

America's Cup 2017 - Foto: © ACEA 2017 / Ricardo Pinto

Zwar sind die Designs der Katamarane für den 35. America's Cup in großen Bereichen festgeschrieben, doch die Designer und Konstrukteure der Teams hatten in einigen Bereichen noch Möglichkeit, sich auszutoben. Entscheidender Faktor werden die Anhänge sein. Die T-Foils an den Rudern und die L-Schwerter werden die 50-Fuß-Kats aus dem Wasser heben. Hier ist die gelungene Gratwanderung zwischen Auftriebskraft und Hydrodynamik der Foils gefordert, die über Sieg und Niederlage entscheiden wird.

Wie sich aus den diversen Entwicklungen der vergangenen Monate sehen lässt, ist es nicht mehr das Problem, ein Boot aus dem Wasser zu heben. Selbst Optimisten haben inzwischen das Fliegen gelernt. Doch wie viel Widerstand bietet dabei der Unterwasser-Flügel? Diese Frage entscheidet über die Geschwindigkeit des Kats. Dazu kommt die Frage, ab welchem Moment eine Kavitation – also eine Gasbildung an den Foils, die bei hohen Geschwindigkeiten entsteht und zu Strömungsproblemen führt – akzeptiert wird. Selbst ein asymmetrisches Design der Backbord- und Steuerbordfoils ist denkbar, da die Kurse nicht für beide Seiten gleich lange Strecken bieten werden. Die Teams sind in der Zahl ihrer Foils beschränkt (4 Schäfte, 8 Flügel-Enden). Sie werden auf die unterschiedlichen Windbedingungen reagieren (lange Flügel-Enden für leichten und mittleren Wind, kurze für hohe Geschwindigkeiten).

Die Stabilität in der Fluglage wird durch die Steuerung der Foils mitbestimmt. Grundsätzlich fährt der ACC-Kat auf drei Beinen. Das Luv-Schwert ist jeweils hochgezogen, das Lee-Schwert sorgt für das Abheben. Die Steuerklappen der beiden T-Foils an den Rudern bringen die Stabilität. Dafür ist im wahrsten Wortsinne viel Fingerspitzengefühl des Steuermanns gefragt. Er hat die Bedienung am Lenkrad in den Händen. Damit das ohne Verluste geschieht, wurde beispielsweise bei Land Rover BAR ein Lenkrad gebaut, das exakt auf die Handform von Ben Ainslie angepasst ist. Das durchgängige Foilen über den Kurs – auch während der Halsen und Wenden – gilt als Schlüssel zum Erfolg. Ein Eintauchen führt zum abrupten Abbremsen, birgt die Gefahr, dass Team-Mitglieder über Bord gehen und kostet entscheidende Meter, die kaum mehr in einem Rennen aufzuholen sind, wenn der Gegner fehlerlos agiert.

Für die Kraft, die durch die ständigen Einstellungen gebraucht wird, sorgen die Grinder, die Druck auf die Hydraulik-Pumpen bringen. Emirates Team New Zealand setzt dabei auf Fahrrad-Grinder, alle anderen Teams haben Hand-Grinder. Oracle installierte hingegen kurz vor dem ersten Rennen noch eine fünfte Grinder-Station, die über Pedal-Kraft bedient wird.

Designfreiheit herrscht zudem bei dem Gestalten der Beams, die für die Struktur des Kats entscheidend sind und durch ihre aerodynamische Form ebenfalls einen Auftrieb bringen können. Festgelegt sind dagegen die Rümpfe, das Vorsegel sowie der vordere Teil des Wing-Segels. Der hintere Teil des Wing-Segels ist in seinem Design vorgegeben, die Struktur allerdings bestimmen die Teams selbst. Anstellwinkel zwischen vorderem und hinteren Wing-Bereich, der Twist des dreiteiligen Achter-Wings sowie die Kupplung zwischen beiden Teilen und die Kraftübertragung von den Hydraulik-Pumpen auf die Wing-Steuerung sorgen für den Vortrieb.

Bootsdaten:
Länge: 15 Meter
Breite: 8,48 Meter
Wing-Höhe: 23,5 Meter
Segelfläche (Wing): 103 m²
Gewicht (segelfertig): 2400 kg
Crewstärke: 6 Mann

     

Die Teams im America's Cup 2017

© Oracle USA Logo

Oracle USA

Der Titelverteidiger geht mit seinem Katamaran „17“ ins Rennen. Der Name ist eine Anspielung auf das legendäre Duell 2013, als sich die Amerikaner im 17. Rennen den Gesamtsieg gegen das Emirates Team New Zealand holten...

Skipper damals wie heute ist Jimmy Spithill, der diesmal allerdings auf einen wichtigen Helfer von 2013 verzichten muss. Taktiker Ben Ainslie hat mit Land Rover BAR sein eigenes Team gegründet.

In der AC World Series in den vergangenen beiden Jahren musste sich Oracle dem Ben-Ainslie-Team geschlagen geben. Und in der Vorbereitung mit den ACC-Kats sorgten die Amerikaner für etliche spektakuläre Aktionen. Zweimal legten sie den Kat auf die Seite und erwarben sich damit den inoffiziellen Titel des Kenterkönigs. Zudem gab es zwei Mann-über-Bord-Manöver. Im Februar wurde Graeme Spence nach einem Eintaucher zwischen die Rümpfe geschleudert und blieb nur wie durch ein Wunder unverletzt, da er weder von den Rümpfen, den Beams noch von Schwert und Ruder getroffen wurde. Am 20. April schoss Jimmy Spithill beim Seitenwechsel nach einer Wende in bester Slapstick-Manier über seinen Arbeitsplatz hinaus und landete neben dem Boot im Wasser.

Kurz vor dem Start in die Round Robins überraschte Oracle dann mit dem Einbau einer zusätzlichen Grinder-Station. Neben den vier Hand-Grindern installierten die Amerikaner einen Pedal-Grinder hinter dem Steuermann, der von Taktiker Tom Slingsby im Bedarfsfall besetzt wird.

Team:
Jimmy Spithill (Skipper und Steuermann)
Tom Slingsby (Steuermann und Taktiker)
Andrew Campbell (Taktiker)
Rome Kirby (Taktiker/Trimmer/Grinder)
Matt Cassidy (Bowman/Grinder)
Cooper Dressler (Grinder)
Kinley Fowler (Trimmer/Grinder)
Ky Hurst (Grinder)
Tom Johnson (Wing Trimmer)
Kyle Langford (Wing Trimmer)
Joey Newton (Trimmer)
Sam Newton (Trimmer/Grinder)
Louis Sinclair (Bow/Grinder)
Graeme Spence (Grinder)

oracle-team-usa.americascup.com
© Softbank Team Japan Logo

Softbank Team Japan

Nach der schmerzhaften Niederlage als Steuermann des Emirates Team New Zealand beim vergangenen Cup und der Trennung von seiner alten Mannschaft bot sich für Dean Barker schnell die Chance zum Comeback. Als Skipper und CEO...

...von Softbank Team Japan nimmt er einen neuen Anlauf auf den Cup. Barker gilt zwar als absoluter Match-Race-Spezialist, ihm wird in seiner neuseeländischen Heimat aber auch eine fehlende Coolness in kritischen Situationen nachgesagt. Bisher agierte der 44-Jährige sehr glücklos im AC. Beim AC-Sieg der Neuseeländer in 2000 überließ „Mr. America's Cup“ Russell Coutts seinem Sparringspartner Barker zwar die Ehre, als Steuermann das 5:0 gegen Luna Rossa zu vollenden. Danach aber riss der Erfolgsfaden Barkers. 2003 kassierte er ein 0:5 gegen Alinghi, 2007 unterlag er den Schweizern 2:5. Und 2013 musste er dann die 8:1-Führung gegen das Team seines ehemaligen Förderers Russell Coutts noch aus der Hand geben.

Mit dem japanischen Team konnte Barker nun von Grund auf neu beginnen und mit der japanischen Segellegende Kazuhiko Sofuku, der bereits mit Nippon Challenge, One World Challenge und BMW Oracle am AC teilgenommen hat, eine internationale Mannschaft aufbauen, die über große Erfahrung im America's Cup und olympischen Segelsport verfügt.

Es ist die erste japanische Teilnahme am America's Cup seit 2000, und das Softbank Team zeigte in der World Series starke Ergebnisse, baute zudem die Team-Basis direkt in Bermuda auf, um das Revier kennenzulernen, und gilt als das erste Team, das die Wende durchgefoilt hat. Die Expertise scheint also vorhanden zu sein, um Japan mit der „Hikari“ (japanisch für Blitz) bis in das Finale des Cups zu führen.

Team
Dean Barker (Skipper/Steuermann)
Kazuhiko Sofuku (Bow/General Manager)
Yugo Yoshida (Grinder)
Chris Draper (Taktiker)
Jeremy Lomas (Bow/Grinder)
Yuki Kasatani (Bow/Grinder)
Derek Saward (Bow/Grinder)
Winston Macfarlane (Grinder)
Ben Lamb (Grinder)
Luke Payne (Grinder)
Jason Waterhouse (Wing Trimmer/Grinder)

softbank-team-japan.americascup.com
© Artemis Racing Logo

Artemis Racing

Das schwedische Team, benannt nach einer griechischen Gottheit und gegründet vom schwedischen Ölunternehmer Torbjörn Törnqvist in 2006, nahm bereits beim vergangenen America's Cup teil und übernahm damals die Rolle des Challenger of Record...

...nachdem sich der ursprünglich erste Herausforderer Mascalzone Latino zurückgezogen hatte. Das schwedische Team erlangte in der Vorbereitung auf 2013 traurige Berühmtheit, da der britische Goldmedaillen-Gewinner Andrew Simpson nach einer Kenterung des AC72-Kats unter Wasser gedrückt wurde und ertrank.

Geführt wird die Mannschaft von Simpsons ehemaligen Starboot-Steuermann Iain Percy (Doppel-Olympiasieger) als Taktiker. Darüber hinaus ist das Team geprägt von herausragenden Olympiaseglern wie dem 49er-Olympiasieger von 2012 Nathan Outteridge als Steuermann und dessen Vorschoter Iain Jensen. Dazu kommt auch noch der Laser-Olympiasieger von 2008, Paul Goodison. 

Bei der America's Cup World Series in den vergangenen zwei Jahren kam Artemis zwar nur auf Rang vier, bei den ersten Trainingseinheiten auf den AC50 vor Bermuda zeigte das schwedische Team aber ein hohes Speedpotenzial und wird daher mit der „Blue Magic“ hoch eingeschätzt.

Team
Nathan Outteridge (Skipper/Steuermann)
Iain Percy (Team Manager/Taktiker)
Francesco Bruni (Steuermann)
Andreas Axelsson (Grinder)
Chris Brittle (Grinder)
Paul Goodison (Wing Trimmer)
Anders Gustafsson (Grinder)
Iain Jensen (Wing Trimmer)
Christian Kamp (Trimmer/Grinder)
Jake Lilley (Grinder)
Luke Parkinson (Trimmer/Grinder)
Kalle Torlén (Trimmer/Grinder)

artemis-racing.americascup.com
© Land Rover BAR Logo

Land Rover BAR

Nach der Gründung seines eigenen Teams machte Ben Ainslie die Kampagne #bringthecuphome zu einer Angelegenheit von nationaler britischer Bedeutung. Der Glaube der Briten ist groß, dass es nach der Erstaustragung des Cups 1851...

...vor der Isle of Wight und 20 Herausforderungen erstmals einem britischen Team gelingen könnte, die Silberkanne wieder nach England zu holen. Der viermalige Olympiagold-Gewinner Ainslie versammelte starke, vor allem aus seiner Heimat stammende Segler hinter sich – unter anderem seinen direkten Nachfolger im Finn, Giles Scott (Olympiasieger von 2016) als Strategen. Land Rover BAR baut zudem an einer langfristigen Kampagne, hat mit seinem Academy-Team den Nachwuchs bei der Extreme Sailing Series am Start.

Mit dem Segen des englischen Königshauses – Prinzessin Kate hat die Schirmherrschaft übernommen, der Unterstützung der britischen Industrie wie Hauptsponsor Land Rover und dem Knowhow aus der Formel 1 durch den Ex-McLaren-Chef Martin Whitmarsh hat sich das Team Land Rover BAR in kürzester Zeit ein hohes Maß an Reputation erarbeitet. Mit dem Sieg bei der America's Cup World Series gehen die Briten bereits mit einer Gutschrift von zwei Punkten in die erste Qualifikationsserie. Das Ainslie-Team hatte auch als erste Mannschaft ihren AC50, ihre „Rita“, vor Bermuda im Wasser. Allerdings hat sich der Kat bei den ersten Test-Regatten noch nicht in Hochform präsentiert. Zudem ging Ainslie gleich zweimal die Kontrolle über seinen Kat verloren. Einmal ließ er „Rita“ in ein Steg krachen, einmal in das Heck vom Emirates Team New Zealand.

Team
Sir Ben Ainslie (Skipper und Steuermann)
Paul Campbell-James (Wing Trimmer)
David ‘Freddie’ Carr (Grinder/Bow)
Matt Cornwell (Grinder/Bow)
Nick Hutton (Trimmer)
Xabier Fernandez (Wing Trimmer/Bow)
Jono Macbeth (Grinder)
Neil Hunter (Grinder/Bow)
Andrew McLean (Trimmer)
Leigh McMillan (Back-up Steuermann)
Bleddyn Mon (Wing Trimmer/Grinder)
Ed Powys (Bow/Trimmer)
Giles Scott (Bow/Stratege)

land-rover-bar.americascup.com
© Emirates Team New Zealand Logo

Emirates Team New Zealand

Nach den Siegen beim America's Cup 1995 und 2000 stand das Emirates Team New Zealand bei der vergangenen Auflage dicht davor, den Cup zum dritten Mal nach Neuseeland zu holen. Doch nach der 8:1-Führung gegen Oracle ließen sich...

...die Neuseeländer den fast sicher geglaubten Cup nach einigen technisches Updates bei Oracle noch abjagen.

In der Vorbereitung auf den 35. Cup soll es lange Finanzschwierigkeiten beim Emirates Team New Zealand gegeben haben. Erst spät stiegen sie in die Entwicklung des neuen AC50 ein. Mit der Vorstellung des Kats Anfang des Jahres landeten die Neuseeländer allerdings einen Coup. Als einziges Team setzen sie auf Radfahr-Grinder, die mehr Druck auf die Hydraulik-Pumpen bringen können und damit einen Vorteil bei der Steuerung der Systeme für die Manöver bringen sollen. Zudem ist die Sitzposition der Radfahrer aerodynamischer. Bei den ersten Testfahrten vor Bermuda zeigte sich die Mannschaft um den 49er-Olympiasieger von 2016 am Ruder, Peter Burling, sehr agil bei den Manövern und legte gleich eine Serie von durchgefoilten Wenden hin.

Allerdings kamen die Kiwis als letztes Team auf dem atlantischen Insel-Archipel an. Sie hatten zuvor für sich in Auckland trainiert. Möglicherweise ein Nachteil, denn die anderen fünf Mannschaften erwarben sich Revierkenntnisse und konnten in Test-Regatten untereinander schon mal die Performance bestimmen. Für viel Ärger sorgte die Kollision mit Land Rover BAR. Burling sah den Kracher von Ben Ainslie als völlig überflüssig an und als Beleg, dass die anderen Teams die „Aotearoa“ des ETNZ aus dem Rennen schießen wollten.

Team
Peter Burling (Steuermann)
Ray Davies (Taktiker)
Blair Tuke (Trimmer)
Glenn Ashby (Skipper/Sailing Director)
Andy Maloney (Grinder)
Carlo Huisman (Grinder)
Gilberto Nobili (Grinder)
Guy Endean (Grinder)
Joe Sullivan (Grinder)
Josh Junior (Grinder)
Nick Burridge (Boat Captain/Rigger)
Richard Meacham (Grinder)
Sam Bell (Grinder)
Simon van Velthooven (Grinder)

emirates-team-new-zealand.americascup.com
© Groupama Team France Logo

Groupama Team France

Das französische AC-Team wurde 2013 von Franck Cammas gemeinsam mit dem zweimaligen Vendée-Globe-Sieger Michel Desjoyeaux und Olivier de Kersauson, zweimaliger Rekordsetzer bei der Jules-Verne-Trophy, gegründet...

Während Cammas die Verantwortung für das Segelteam hat, ist Desjoyeaux für das Designteam zuständig und Kersauson für Marketing und Kommunikation. Das Team sieht sich als eine nationale Kampagne, bei der zwar das Bank- und Versicherungsunternehmen Groupama der Namensgeber ist, die aber auch von Unterstützung durch Verteidigungs- und Sport-Ministerium lebt. Cammas kann bereits auf eine seit 1998 existierende Partnerschaft zu Groupama bauen.

Mit seinen jeweils nach dem Sponsor benannten Booten stellte er 2010 einen neuen Weltumsegelungs-Rekord auf, 2012 gewann er das Volvo Ocean Race. Obwohl das Multihull-Segeln in Frankreich sehr populär ist, gelten die Franzosen beim 35. America's Cup als Außenseiter, was sich bisher in der World Series und den ersten Testregatten auf dem Great Sound von Bermuda bestätigte. Mit Designer Martin Fischer haben die Franzosen einen Deutschen in verantwortlicher Position beim 35. Cup in ihren Reihen, der als Spezialist für das Design von Foils gilt.

Team
Franck Cammas (Skipper, Steuermann)
Adam Minoprio (Steuermann/Taktiker)
Arnaud Jarlegan (Grinder)
Devan Le Bihan (Grinder)
Matthieu Vandame (Grinder)
Nicolas Heintz (Grinder)
Olivier Herledant (Grinder)
Thierry Fouchier (Grinder)
Thomas Le Breton (Grinder)

groupamateamfrance.americascup.com

Zeitplan & TV-Übertragungen

Zwischenspiel - Red Bull Youth America's Cup

Wie beim vergangenen AC haben die beiden Doppel-Olympiasieger Roman Hagara und Hans-Peter Steinacher aus Österreich wieder den Red Bull Youth America's Cup inszeniert – für Mannschaften mit Seglern zwischen 18 und 24 Jahren. Zwölf Teams haben sich für das Ereignis qualifiziert. Dabei sind die sechs Nachwuchs-Crews von den am America's Cup beteiligten Mannschaften für eine Teilnahme an dem Jugend-Ereignis gesetzt gewesen.

Die weiteren Mannschaften mussten sich in einem Training, das von Hagara/Steinacher begutachtet wurde, beweisen. Die deutsche Mannschaft um den Nacra-17-Segler Paul Kohlhoff segelte im Herbst vor Brest/Frankreich und überzeugte dabei mit seiner Performance. Eine große Hürde war es jedoch, das Budget für die Teilnahme zusammen zu bekommen. Mit dem Bremer Spezialversand für Yachtzubehör SVB wurde schließlich der namensgebende Sponsor gefunden, der eine Teilnahme möglich machte.

Nach der erfolgten Setzung der Pools trifft das SVB Team Germany auf: Artemis Youth Racing (Sweden), Team France Jeune, Kaijin Team Japan, Youth Vikings Denmark, und Team Tilt (Schweiz).

Pool B umfasst die Crews: Team BDA (Bermuda), New Zealand Sailing Team, Land Rover BAR Academy (Großbritannien), Spanish Impulse Team, Next Generation USA, Candidate Sailing Team (Österreich).

Das deutsche Team wird gebildet aus: Skipper Max Kohlhoff, Steuermann Paul Kohlhoff (beide Kieler Yacht-Club), Phillip Kasüske (Verein Seglerhaus am Wannsee), Magnus Simon (Mühlenberger Segel-Club), Moritz Burmester (Seglervereinigung Itzehoe), Johann Kohlhoff.

Fotos: © ACEA 2017 / Ricardo Pinto

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