27.11.2017

Hamburger Yacht-Versicherung Schomacker Versicherungsmakler GmbH

Bergungs- und Entsorgungskosten: Wer zahlt das Entsorgen von Wracks?

Es brennt im Winterlager, übrig bleiben zusammengeschmolzene GFK-Rümpfe, stark beschädigte Masten, verzogenes Metall. Diese Bilder sind jedem Eigner aus den letzten Wintern im Kopf.

In erster Linie geht es jedem Betroffenen um die Regulierung seines Schadens, in vielen Fällen sind es Totalverluste, die über die Yacht-Kaskoversicherung beglichen werden. Im Idealfall gibt es die Versicherungssumme komplett ausgezahlt, zumindest für diejenigen, die einen Vertrag mit einer zeitlich unbefristeten und unanfechtbaren festen Taxe abgeschlossen haben.

Nun stehen noch die Entsorgungskosten aus - wer übernimmt diese? Im Falle von GFK-Resten müssen diese als Sondermüll entsorgt werden, mit entsprechend hohen Kosten. Grundsätzlich empfiehlt sich auch hier der Blick ins Kleingedruckte der Yacht-Kaskobedingungen. Bergungs-, Wrackbeseitigungs- und Entsorgungskosten sollten immer in ausreichender Höhe zusätzlich zur Versicherungssumme eingeschlossen sein. Im Klartext: Die Yacht brennt aus, der Totalverlust wird festgestellt, die Versicherungssumme ausgezahlt. Nun kommt aber eine weitere fünfstellige Summe durch die Entsorgung hinzu. Gute Anbieter von Yachtversicherungen werden diese Kosten zusätzlich zur Entschädigung übernehmen. Der wichtige Passus dazu in den Versicherungsbedingungen: Aufwendungen für das Entfernen oder Beseitigen (Entsorgung) des versicherten Fahrzeuges oder Wracks werden zusätzlich zur Versicherungssumme übernommen.

Im Falle eines Winterlagerbrandes sind nahezu immer viele Schiffe betroffen, und meist lassen sich Entsorgungskosten jeder Yacht zuordnen. Bergeunternehmen stellen jedem Eigner in der Regel sofort eine Rechnung. Bei versicherten Ereignissen kann der Eigner diese an seinen Yachtversicherer abtreten und muss dann nicht in Vorleistung gehen.

Dumm gelaufen ist ein solcher Schadenfall in jeder Hinsicht für Eigner, die lediglich eine Haftpflichtversicherung für ihr Boot haben: neben dem Verlust der Yacht sind auch noch die Entsorgungskosten aus eigener Tasche zu zahlen.

Im Falle von Sinken, Stranden oder ähnlichen Schadenereignissen können Behörden eine schnelle Bergung der Yacht veranlassen, in manchen Fällen noch vor Eintreffen eines Sachverständigen, wenn beispielsweise Schifffahrtswege blockiert werden. Auch diese Bergungskosten sollten unbedingt in den Yacht-Kaskoversicherungsbedingungen eingeschlossen sein – und zwar ebenfalls zusätzlich zur vereinbarten Versicherungssumme.

Fordert der Skipper in einer Notsituation Berge- oder Schlepphilfe an, werden auch diese Kosten übernommen - selbst im Falle einer erfolglosen Rettung. Wichtig ist allerdings die Notsituation, die den Skipper zwingt, Schaden sowohl von seiner Crew als auch von der Yacht abzuwenden. Wird Schlepphilfe angefordert, weil der Skipper bei einsetzendem Niedrigwasser nicht auf die nächste Flut warten möchte, müssen diese Kosten selbstverständlich selbst übernommen werden.

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