Handicapped Diving

Ausrüstung, Ausbildung & Planung





















Die Auswahl und Anpassung der richtigen Ausrüstung für einen „handicapped diver“ hängt in erster Linie von der Art der Behinderung, aber auch von der Findigkeit des betreuenden Tauchlehrers und den entstehenden Kosten ab. Grundsätzlich darf die reguläre Ausrüstung niemals so verändert werden, dass dadurch ein Sicherheitsrisiko entsteht. Im Falle einer Modifikation erlischt in der Regel die Herstellergarantie.
Manchmal ist es nützlich, dem Taucher zusätzliche Ausrüstungsgegenstände an die Hand zu geben, die die individuelle Einschränkung kompensieren (z.B. visuelle oder Geräusch-Signalgeber, Handschwimmhilfen) oder eine notwendige Sicherheitsmaßnahme darstellen (Unterwassertrinkflasche und Zuckerlösung für Diabetiker etc.). Diese sollten selbstständig bedient werden können. In einigen Fällen können geringe Anpassungen, wie z.B. ein Seitenwechsel der zweiten Stufe oder die Umverteilung der Bleigewichte ausreichend sein.

Ausbildung
Es gibt anerkannte Organisation deren Hauptziel es ist, behinderten Menschen den Tauchsport zu ermöglichen. Es gibt Schwimmbadprogramme im Rahmen einer stationären oder ambulanten Rehabilitation bis hin zum Tauchen im Meer. Von der HSA (Handicapped Scuba Association), IAHD (International Association for Handicapped Divers) und IDA/CMAS (International Divers Association in Zusammenarbeit mit der Confédération Mondiale des Activités Subaquatiques) bestehen ausgearbeitete Ausbildungsrichtlinien sowohl für den Taucher selbst, als auch für dessen Begleiter und Tauchlehrer.
Verband deutscher Sporttaucher Foto: © VDST

Freiwassertauchgänge erfordern Logistik
Die Ausbildung und Zertifizierung des körperbehinderten Tauchers hängt von dem Ausmaß der Behinderung und seiner möglichen Selbstständigkeit ab. Regelhafte Brevetierungen sind nur bei Tauchern der Stufe-1 möglich. Bezüglich des Tauchorts wird der Schwimmbadausbildung unter kontrollierten Bedingungen zunächst der Vorzug gegeben. Freiwassertauchgänge erfordern eine behindertengerechte Logistik, die im Vorfeld zu klären ist. Während eines Tauchganges müssen sich alle Tauchpartner nach den individuellen Bedürfnissen des leistungseingeschränkten Tauchers richten und eigene Interessen in den Hintergrund stellen.

Personelle, örtliche und medizinische Logistik
Bevor man mit Behinderten tauchen geht, muss man sich im Klaren sein, dass es wenig Platz für Improvisationen gibt. Alle Beteiligten sollen sich miteinander wohl fühlen. Dazu gehört eine gewisse Vertrautheit im Umgang mit Behinderten. Die personelle, örtliche und medizinische Logistik muss vorher überprüft und die Tauchausfahrt detailliert geplant werden. Ist die Tauchbasis behindertengerecht? Gibt es einen ruhigen, privaten Raum für Blutzuckermessungen, Blasenkatheterisierungen etc.?
09.08.2016

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Stoffwechselerkrankungen wie z.B. Diabetes mellitus erfordern engmaschige Kontrollen vor und nach dem Tauchgang, am besten dokumentiert in speziellen Logbüchern. Bei Störung der Blasen- Mastdarmfunktion sollte die Blase vor dem Tauchgang entleert werden. Tauchende Querschnittgelähmte können dies in der Regel selbstständig vornehmen, aber der Tauchlehrer muss über die Notwendigkeit solcher Maßnahmen Bescheid wissen.
Förderverein des Behinderten- tauchens in Deutschland e.V. Foto: © www.fbtd.de
Förderverein des Behinderten- tauchens in Deutschland e.V. Foto: © www.fbtd.de
Förderverein des Behinderten- tauchens in Deutschland e.V. Foto: © www.fbtd.de
Foto: © Messe Düsseldorf / C. Tillmann
Foto: © Clarisse Crémer
Ausreichender Sonnen- und Kälteschutz
Bei längeren Bootsausfahrten muss loses Equipment immer gut gesichert sein. Gelähmte Taucher brauchen sichere, gepolsterte Plätze, da aufgrund mangelnder Durchblutung der Haut Druckgeschwüre entstehen können. Die Abheilung solcher Wunden dauert oft Wochen. Auf ausreichenden Sonnen/Kälteschutz ist zu achten; die Haut ist meist deutlich empfindlicher und reagiert sensibler. Gelähmte Extremitäten kühlen deutlich schneller aus und erfordern daher eine größere Anzugdicke unter Wasser. Im selben Anzug überhitzt der Taucher an der Oberfläche jedoch eventuell schneller, als er unter Wasser darin auskühlt.

Erhöhte Verletzungsgefahr bei Lähmungen
Der Tauchlehrer oder der Buddy müssen sich auf eingeschränkte Kommunikationsmöglichleiten einstellen, die sich im Wasser unter Stress noch weiter vermindern können. Aufgrund des verminderten Kalksalzgehaltes in den Knochen einer gelähmten Extremität besteht eine erhöhte Verletzungs- und Frakturgefahr, zumal in vielen Fällen Schmerz als Gefahrenindikator wegfällt.

Fotos mit freundlicher Genehmigung vom:

Förderverein des Behindertentauchens in Deutschland e.V.

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09.08.2016

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