Was bedeutet „Inklusion im Wassersport“ für dich – und welche Barrieren begegnen Menschen mit Behinderungen dabei am häufigsten, sowohl physisch als auch gesellschaftlich?
Silke Basedow: Für mich bedeutet Inklusion im Wassersport, dass wir gemeinsam segeln – und eine Behinderung dabei keine Rolle spielt. Wir haben spezielle Boote, in denen man im Sitzen segelt und nicht durchs Boot laufen muss. Dadurch sind körperliche Einschränkungen kaum noch ein Nachteil, und es kommt wirklich nur auf seglerisches Können an.
Häufige Barrieren sind, dass viele Segelvereine noch nicht barrierearm oder barrierefrei gestaltet sind. Das fängt bei fehlenden behindertengerechten Toiletten an und geht über Treppen, die überwunden werden müssen, bis hin zu schmalen Eingangstüren, durch die Rollstühle nicht passen.
Im Kinderbereich stellen wir fest, dass Eltern oft großen Respekt davor haben, ihre Kinder segeln zu lassen – was verständlich ist. Gleichzeitig erleben wir immer wieder, dass Segeln Kindern mit Behinderung unglaublich viel gibt: das Gefühl von Freiheit, das sie im Alltag oft nicht haben. Mit dem Boot und dem Wind können sie sich frei über das Wasser bewegen – eine völlig neue Erfahrung.
Eine weitere Hürde ist der Einstieg selbst: Es gibt noch zu wenige Angebote. Das liegt auch daran, dass Segeln eine aufwändige Sportart ist, bei der wir stark auf Fördergelder und Sponsoren angewiesen sind. Oft brauchen wir Trainer, die sich gezielt um eine bestimmte Gruppe kümmern, und sind auf viele ehrenamtliche Helfer angewiesen. Die Nachfrage ist jedoch deutlich größer als das, was wir als Verein oder andere Anbieter aktuell leisten können. Mit Leuchtturmprojekten wie der Segelbundesliga wollen wir Aufmerksamkeit schaffen, um weitere Angebote zu ermöglichen.