SailGP kehrt an die Ostseeküste zurück: Germany Sail Grand Prix 2026
Highspeed, Präzision und Teamwork – die spektakuläre Rennserie, die den Segelsport revolutioniert, kommt zurück nach Deutschland.
Foilende Katamarane, Spitzengeschwindigkeiten von über 90 km/h und Nationalteams im direkten Wettkampf: Der SailGP ist eine der innovativsten und spektakulärsten Segelserien der Welt – und bringt den Sport auf ein völlig neues Level.
Im August 2026 kehrt der SailGP an die Ostseeküste zurück: Der Germany Sail Grand Prix findet am 22. und 23. August 2026 in Sassnitz statt und bringt das aufregendste Rennen auf dem Wasser zurück an einen der spektakulärsten Austragungsorte im Rennkalender.
Nach einem äußerst erfolgreichen Debüt 2025 gewinnt der SailGP in Deutschland sowohl auf als auch neben dem Wasser an Fahrt. Anfang des Jahres war das deutsche Team des SailGP auf der boot Düsseldorf mit einer Präsentation zu innovativer Technologie, Reparaturen über Nacht und den Herausforderungen dieses Hochgeschwindigkeitswettbewerbs vertreten. Erik Kosegarten-Heil, Fahrer des Germany SailGP Team presented by Deutsche Bank, traf sich ebenfalls mit Fans auf der boot Düsseldorf. Frisch vom Saisonauftakt 2026 in Perth zurückgekehrt, sprach er über das Wachstum der Liga, das steigende Profil des deutschen Teams und was die Fans in Sassnitz in diesem Sommer erwartet.
Die Begeisterung für den SailGP in Deutschland wächst weiter, nachdem bestätigt wurde, dass die Meisterschaft 2027 erneut nach Sassnitz zurückkehren wird. Damit etabliert sich der Austragungsort als fester Bestandteil des globalen Rennkalenders.
Was ist der SailGP?
SailGP ist eine globale Rennserie mit identischen Hochleistungs-Katamaranen, den sogenannten F50. Diese Boote sind technische Meisterwerke: Sie "fliegen" bei entsprechender Geschwindigkeit über das Wasser – nur getragen von Hydrofoils, also Tragflächen unter dem Rumpf. Dadurch erreichen sie extreme Geschwindigkeiten von über 90 km/h und bieten packende Renn-Action auf engstem Raum.
Die Besonderheit: Alle Teams segeln mit exakt dem gleichen Material. Technikvorsprünge gibt es nicht – es zählt allein das Können der Crews. Pro Saison finden mehrere Regatten rund um den Globus statt, z. B. in Sydney, Saint-Tropez oder San Francisco. Die einzelnen Rennen dauern meist nur rund 15 Minuten, sind aber hochintensiv, taktisch und für Zuschauer perfekt inszeniert – live und digital.
Neben dem sportlichen Anspruch setzt SailGP auch auf Nachhaltigkeit und Innovation: mit CO_2-neutraler Logistik, umfangreicher Datenanalyse und einem klaren Ziel, den Segelsport zugänglicher und zukunftsfähiger zu machen.
Sassnitz 2025: Ein unvergessliches Debüt
Die Premiere 2025 lieferte eines der denkwürdigsten Wochenenden der Saison. Die Fans erlebten jede Menge Action auf dem Wasser, darunter eine dramatische Kollision zwischen dem U.S. SailGP Team und Emirates Great Britain. Das Technikteam leistete beeindruckende Reparaturarbeit über Nacht, sodass Emirates Great Britain am folgenden Tag wieder an den Start gehen konnte. Auch das Heimpublikum hatte allen Grund zum Feiern: Deutschland sicherte sich seinen ersten Rennsieg der Saison, während Tausende lokale Fans das Team vom Ufer aus anfeuerten und für eine elektrisierende Atmosphäre in Sassnitz sorgten.
Mehr als 12.500 Zuschauer besuchten die Veranstaltung 2025. Für 2026 planen die Organisatoren ein noch größeres Event-Erlebnis mit erweiterten Zuschauerbereichen und zusätzlichen Aktivierungen entlang der Uferpromenade.
Ticketoptionen und Zuschauererlebnis 2026
Die Fans können erneut aus verschiedenen Zuschauererlebnissen wählen, darunter die Race Stadium Grandstand und die Waterfront Grandstand.
Die Race Stadium Grandstand bietet einen barrierefreien Zugang zum Geschehen mit offenen Sitzplätzen mit Blick auf die Rennstrecke, Live-Kommentar, riesigen Videoleinwänden, interaktiven Aktivitäten, familienfreundlicher Unterhaltung und Zugang zu einem lebendigen Race Village mit Speisen und Getränken den ganzen Tag über.
Wer noch näher am Geschehen sein möchte, erlebt mit der Waterfront Grandstand Premium-Blick vom Ufer auf die Hochgeschwindigkeits-F50-Katamarane, die nur wenige Meter vom Ufer entfernt rasen. Zusätzlich gibt es Zugang zu den weiteren Unterhaltungs- und Hospitality-Bereichen des Race Stadium.
Auch die Bring Your Own Boat-Möglichkeiten kehren 2026 zurück und ermöglichen es privaten Bootsbesitzern, Teil der Rennstreckenatmosphäre vom Wasser aus zu sein. Weitere Informationen werden näher am Veranstaltungstermin bekannt gegeben.
Seit 2023 ist auch Deutschland mit einem eigenen Team dabei – unter der Führung von Erik Kosegarten-Heil, einem der erfolgreichsten deutschen Olympiasegler. Gemeinsam mit einer jungen, ehrgeizigen Crew arbeitet das Team hart daran, sich in der Weltelite zu etablieren. Dabei steht nicht nur der sportliche Erfolg im Fokus, sondern auch der Wille, den Hochleistungssport Segeln einem breiteren Publikum näherzubringen.
Mit Elite-Teams aus aller Welt, der Unterstützung für das Germany SailGP Team presented by Deutsche Bank und der spektakulären Kulisse der Ostseeküste wird der Germany Sail Grand Prix in Sassnitz eines der herausragenden Events der Rolex SailGP Championship Saison 2026.
Wir haben Erik Kosegarten-Heil einige Fragen gestellt – über Nervenkitzel, Teamarbeit und Visionen.
Interview mit Erik Kosegarten-Heil von Team Germany Sail GP
Wie unterscheidet sich das Segeln auf foilenden Katamaranen aus Sicht der Crew vom Racing auf herkömmlichen Booten?
Erik Kosegarten-Heil: Das Segeln auf foilenden F50-Katamaranen, wie sie in der SailGP-Serie zum Einsatz kommen, stellt im Vergleich zum klassischen Regattasegeln eine völlig neue Disziplin dar. Die Boote erreichen Geschwindigkeiten von über 90 km/h, in der Spitze sogar über 100 km/h – sie „fliegen“ förmlich über das Wasser. Diese Dynamik erfordert von der Crew extrem schnelle Reaktionen und präzise, aufeinander abgestimmte Manöver im Millisekundenbereich. Die Systeme an Bord sind hochkomplex: elektrisch-hydraulische Trimmung, Echtzeit-Datenanalyse, KI-gestützte Entscheidungsprozesse und Videoauswertung gehören zum Alltag. Die Crew besteht aus lediglich sechs Personen – mit klar definierten Rollen, die jeweils hohe technische und taktische Verantwortung tragen. Es ist eine Symbiose aus Spitzensport, Ingenieurskunst und Teampräzision.
Was war euer bisher größter Gänsehautmoment in der aktuellen Saison?
Erik Kosegarten-Heil: Ein besonders emotionaler Moment war unser erster Rennsieg in Dubai. Nach einem schwierigen Reggattastart konnten wir uns im Fleet Race eindrucksvoll durchsetzen – ein Erfolg, der nicht nur sportlich wichtig war, sondern auch ein starkes Signal für unser Teamgefühl und unsere Entwicklung als Neueinsteiger in der Liga setzte. Dieser Sieg war ein echter Meilenstein und hat uns gezeigt, welches Potenzial in uns steckt.
Taktik, Technik oder Speed: Worauf kommt es im Rennen wirklich an?
Erik Kosegarten-Heil: Im SailGP kommt es auf das perfekte Zusammenspiel von Geschwindigkeit, technischer Präzision und taktischem Verständnis an. Die Bootsgeschwindigkeit – der „pure Speed“ – ist die Grundlage. Aber ohne exaktes Trimmen, präzises Foilen und ein sensibles Feintuning der Ruder und Tragflächen bleibt das Potenzial ungenutzt. Gleichzeitig spielt die taktische Komponente eine zentrale Rolle: Wer den Wind besser liest, sich strategisch positioniert und die richtigen Entscheidungen im richtigen Moment trifft, verschafft sich entscheidende Vorteile. Unsere enge Abstimmung zwischen Steuerung und Strategie, insbesondere zwischen der Fahrerin und unserer Taktikerin Anna Barth, ist hier essenziell.
Wie bereitet ihr euch mental auf diese Rennen vor? Gibt es Routinen, Rituale oder klare Abläufe?
Erik Kosegarten-Heil: Die mentale Vorbereitung ist ein fester Bestandteil unseres Konzepts. Ich selbst arbeite mit sogenannten „Brain Jogging“-Übungen – inspiriert vom früheren Skirennfahrer Felix Neureuther. Dabei geht es um Koordinationsaufgaben, etwa Balancieren auf einem Bein in Kombination mit Ballfangen und multisensorischen Reizen. Ziel ist es, die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit unter Belastung zu trainieren. Ergänzt wird das durch strukturierte Routinen wie Datenanalysen, Videoauswertungen und intensive Briefings – vor und nach jedem Rennen. Diese Abläufe helfen uns, fokussiert und mental stabil an den Start zu gehen.
Mit welchen Ambitionen seid ihr in die Liga gestartet – und wie nah seid ihr eurem Ziel?
Erik Kosegarten-Heil: Wir sind mit dem Ziel gestartet, uns so schnell wie möglich unter den Top-Teams zu etablieren und regelmäßig um Podiumsplätze mitzufahren. Die ersten Rennen waren herausfordernd, aber wir konnten frühzeitig zeigen, dass wir konkurrenzfähig sind – der Sieg in Dubai war dafür ein starkes Beispiel. Wir sehen uns auf einem guten Weg: Das Potenzial ist da, nun geht es darum, Konstanz aufzubauen und unsere Performance in jedem Event abzurufen.
Wo seht ihr euch als Team in den nächsten zwei bis drei Jahren – sportlich, aber auch als Vorbild für den deutschen Segelsport?
Erik Kosegarten-Heil: Sportlich streben wir an, uns mittelfristig in der Spitzengruppe zu etablieren – mit regelmäßigen Finalteilnahmen und realistischen Chancen auf Gesamtsiege. Darüber hinaus sehen wir uns auch in der Verantwortung, den Segelsport in Deutschland sichtbarer, moderner und zugänglicher zu machen. Über Formate wie die SailGP Impact League und Programme wie „Inspire“ möchten wir Nachhaltigkeit fördern, junge Talente inspirieren und eine Brücke zwischen Profisport und Nachwuchsförderung schlagen.
Was ist euer Rat an junge Segler in Deutschland, die in den Profi-Bereich, etwa zu SailGP, einsteigen möchten?
Erik Kosegarten-Heil: Wer den Sprung in den internationalen Profisegelsport schaffen will, sollte früh Erfahrungen im Foiling-Bereich sammeln – sei es auf dem Moth, WASZP oder Wingfoil. Momentan findet man vermutlich im olympischen segeln noch immer die größte Leistungsdichte, sodass eine Kombination dieser beiden Wege höchstwahrscheinlich die größte Erfolgschance mit sich bringt. Gleichzeitig ist mentale Stärke entscheidend: Wer in Sekundenbruchteilen Entscheidungen treffen muss, braucht geistige Flexibilität und klare Kommunikation. Auch der Umgang mit Daten und Technologie spielt heute eine große Rolle. Und nicht zuletzt: Teamfähigkeit. Der moderne Segelsport ist kein Solo-Unternehmen – es geht darum, in eingespielten Rollen gemeinsam zu performen.
Welche Rolle spielt Sebastian Vettel im Team – bringt er sich aktiv ein?
Erik Kosegarten-Heil: Sebastian Vettel ist für uns weit mehr als ein prominenter Co-Gründer oder Investor. Er bringt seine Erfahrungen aus der Formel 1 aktiv ein – insbesondere im Bereich Performance-Analyse, Technikverständnis und strukturiertes Feedback. Er hat bereits Testfahrten an Bord absolviert und ist regelmäßig im Austausch mit dem Team. Nach den Rennen ist er oft im Analyseprozess eingebunden – er hört zu, macht sich Notizen, hinterfragt Details. Das ist nicht nur fachlich wertvoll, sondern auch ein starkes Zeichen für seinen echten Enthusiasmus und seine Verbundenheit mit dem Projekt.