Französische Meeresministerin Catherine Chabaud fordert Europäisches Meeresfreunde Netzwerk für eine wirkungsvolle Umsetzung europäischer MeerespolitikBerlin/Hamburg, 09. Dezember 2025. Europa steht an einem historischen Wendepunkt seiner Welt- und damit auch Ozeanpolitik. Beim Parlamentarischen Meeresabend der Deutschen Meeresstiftung im Zeiss-Großplanetarium Berlin rief die französische Meeresministerin Catherine Chabaud zu einer neuen Phase europäischer Zusammenarbeit auf: Sie kündigte an, im Europäischen Rat eine „Group of Friends of the Ocean”, also eine „Gruppe der Freunde des Ozeans“, zu etablieren – eine Idee, bei der die Deutschen Meeresstiftung sie
tatkräftig unterstützen wird.
Diese neue Allianz soll sicherstellen, dass die Mitgliedstaaten gemeinsame Positionen im Vorfeld internationaler Ozeanverhandlungen entwickeln und die Umsetzung des European Ocean Pact politisch unterstützen und beschleunigen.
Vom Ocean Pact zum Ocean ActDer im Juni 2025 auf der UN Ocean Conference in Nizza vorgestellte European Ocean Pact wird ab 2026 als Ocean Act umgesetzt – ein mit einer Milliarde Euro ausgestattetes Programm, das erstmals alle europäischen Initiativen rund um Meeresschutz, Blaue Wirtschaft, Sicherheit und Meeresforschung unter ein einheitliches politisches Dach bündelt.
Die sechs Säulen des Ocean Pact bilden einen verständlichen und klar strukturierten Handlungsrahmen: Sie umfassen den Schutz und die Wiederherstellung der Gesundheit der Meere, die Stärkung einer nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Blauen Wirtschaft, die gezielte Unterstützung von Küsten- und Inselgemeinschaften einschließlich der äußersten Regionen, die Verbesserung der maritimen Sicherheit und Verteidigung, die Förderung von Meeresforschung, Wissen, Kompetenzen und Innovation sowie die Stärkung der europäischen und internationalen Ozeandiplomatie. Gemeinsam schaffen diese Prioritäten eine solide Grundlage, um Europas größten Lebensraum – den Ozean – widerstandsfähiger, nachhaltiger und zukunftsfähiger zu entwickeln und zu gestalten.
Chabaud betonte das Ziel, „einen koordinierten und ehrgeizigen Rahmen zu entwickeln, der den heutigen Herausforderungen gerecht wird: Meeresverschmutzung, Fischerei, Dekarbonisierung des Seeverkehrs, Widerstandsfähigkeit der Küsten vor Offshore- Erneuerbaren Energien und die Entwicklung einer regenerativen blauen Wirtschaft.“
Darüber hinaus hob sie die besondere Verantwortung Europas hervor – die EU verfügt über rund 70.000 Kilometer Küstenlinie und die größte Ausschließliche Wirtschaftszone der Welt.
„Denn der Ozean ist unser gemeinsames globales Gut, und von Paris bis Brest, von Berlin bis Kiel sind wir alle auf ihn angewiesen, um uns zu ernähren, unsere Güter zu transportieren, innovativ zu sein und Neues zu entdecken.“
Deutsch-französische Achse für den OzeanChabaud machte deutlich, dass Deutschland und Frankreich künftig gemeinsam eine entscheidende Rolle spielen müssen:
„Wir haben bereits eine starke Partnerschaft in Bereichen wie Industrie oder Klima, aber wir müssen eine deutsch-französische Achse für die Meere aufbauen. Um dies zu erreichen, brauchen wir die Zusammenarbeit aller Beteiligten, und ich weiß, dass ich auf die Unterstützung der Deutschen Meeresstiftung zählen kann.“
Mit der „Group of Friends of the Ocean“ soll der Ocean Act eine politische Triebkraft erhalten, die über nationale Interessen hinausgeht. Die Gruppe soll die Mitgliedstaaten im Rat enger vernetzen, gemeinsame Zielbilder formulieren und Europas Stimme in internationalen Ozeanverhandlungen deutlich stärken.
Trendig statt Tranig: Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gefordertCarsten Träger, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium, formulierte die deutsche Perspektive:
„Mit dem EU-Ozeanpakt wollen wir eine Trendwende einleiten. Die Meere sollen besser geschützt, die nachhaltige blaue Wirtschaft gefördert sowie Wohlstand und Sicherheit der Menschen in den Küstengebieten unterstützt werden. Außerdem werden die Forschung und das Wissen über die Meere gefördert durch den Vorschlag einer ehrgeizigen EU- Meeresbeobachtungsinitiative.“
Die Europaabgeordnete Jutta Paulus forderte messbare Fortschritte: „Der Ocean Act muss sicherstellen, dass Fortschritte messbar sind, mit verbindlichen Zwischenzielen und regelmäßiger Kontrolle.“
Wassersport als Botschafter der Meereswende Mit einem eindrucksvollen Impuls machte Petros Michelidakis, Director der boot Düsseldorf, das Potenzial der maritimen Wirtschaft deutlich. Der Wassersport sei nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsfaktor mit einem Umsatz von über 5 Milliarden Euro, sondern auch ein gesellschaftlicher Brückenbauer:
„Der European Ocean Pact ist mehr als ein politisches Dokument, er ist ein Aufruf, zu handeln. Und – er fordert uns alle auf, Verantwortung zu übernehmen. Nur wer das Meer liebt, wird es auch schützen.“
Er verwies auf die Innovationskraft der Branche – von Elektromobilität über nachhaltige Materialien bis hin zu klimafreundlichen Marinas – und kündigte an, diese Entwicklungen 2026 im Blue Innovation Dock auf der boot Düsseldorf sichtbar zu machen:
„Lassen Sie uns den Wassersport zu einem echten Botschafter der Meereswende machen: in Deutschland und in Europa.“
Ein Abend für die Zukunft des OzeansDie Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, dass der European Ocean Act nur gelingen kann, wenn Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam handeln. Die geplante „Group of Friends of the Ocean” soll hierfür den politischen Rückhalt in Europa schaffen.
Die Parlamentarischen Meeresabende sind Teil des Programms „Nachhaltig Wirken – Förderung gemeinwohlorientierter Unternehmen“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie der Europäischen Union.
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Fotos des Abends sind unter folgendem Link verfügbar (wir bitten bei Verwendung um
Verweis auf die Deutsche Meeresstiftung). Die Videoaufzeichnung ist ab dem 10.12.2025 ab 17:00 Uhr auf dem YouTube Kanal der Deutschen Meeresstiftung verfügbar.
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